Nach einer Informationsveranstaltung mit rund 200 Besuchern und der Anmeldung von 150 Interessenten stehen die Aussichten gut, dass im Herbst 2026 ein Wärmenetz in Oberdachstetten in Betrieb gehen kann. Die Heizzentrale soll auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks Güllich entstehen.
Von den vorhandenen fünf Hallen sollen drei privat vermietet oder gewerblich genutzt werden. Im anderen Teil entstehen die Heizzentrale sowie ein Wärmespeicher mit einer Million Liter Wasser, um Lücken überbrücken zu können.
Hauptinvestoren sind die Handwerksbetriebe Reiner Krämer aus Anfelden und der Elektriker Roland Hornig aus Rosenbach. Unterstützt werden die beiden von Bastian Dorsch von der Biogas-Vertrieb Nord AN mit Sitz in Weihenzell. Er verfügt über Erfahrungen vom Wärmenetz in Weihenzell mit 240 Hausanschlüssen und weiteren Wärmenetzen im Kreis Ansbach.
Bürgermeister Martin Assum freut sich, dass das ehemalige Sägewerk nun eine sinnvolle Verwendung findet und zum Ausgangspunkt für eine klimafreundliche Wärmeversorgung wird und dass die gesamte Wertschöpfung des Projektes in der Region bleibt. Nach Angaben des Bürgermeisters ist die Gemeinde daran interessiert, die Schule und gemeindliche Immobilien an die Wärmeversorgung anzuschließen.
Wärmequellen sind eine Hackschnitzelheizung sowie eine Wärmepumpe. Die Kosten für die Hausbesitzer werden sich nach einer anfänglichen Anschlussgebühr auf eine Grundgebühr und einen Heizungspreis pro verbrauchte Kilowattstunde belaufen. Deren Höhe kann erst genannt werden, wenn die gesamte Planung steht. Wie die einzelnen Hausanschlüsse gestaltet werden, soll in „Kellergesprächen“ vor Ort festgelegt werden.
Zu den Details hatten die Interessenten zahlreiche Fragen. So zum Beispiel zu den Kosten, wenn ein Hausbesitzer wegen einer großen Entfernung den 1,50 Meter tiefen Graben vom Hauptstrang ins Haus selbst gräbt. Die Frage, warum die Biogasanlagen in Möckenau und Anfelden nicht als Wärmelieferanten angeschlossen werden, wurde dahingehend beantwortet, dass die Entfernungen und damit die Wärmeverluste zu groß seien. Die Abwärme aus der Biogasanlage von Oberdachstetten werde ohnehin schon in einem angrenzenden Siedlungsbereich genutzt.
Im Falle eines Anschlusses werde die vorhandene Heizung außer Betrieb gesetzt, hieß es bei der Infoversammlung. Sei ein Hausbesitzer dazu nicht bereit, dann bekomme er auch keinen Zuschuss für den Anschluss. Kaminöfen dürfen aber bleiben. Der Wärmevertrag soll zunächst eine Laufzeit von mehreren Jahren haben. Wie danach der Wärmepreis sein werde, hänge unter anderem von der Strompreisentwicklung ab. Auf jeden Fall, so wurde betont, fallen in Zukunft in den einzelnen Häusern keine Kosten mehr für die Wärmeerzeugung an.
Sobald feststeht, wie viele Anschlussnehmer beteiligt sind, wird eine Planung mit Machbarkeitsstudie erstellt, bevor die Arbeiten für das zukunftssichere und umweltfreundliche Vorhaben starten können und die Wärmeenergie Ende 2026 durch die Leitungen fließt. Auch in weiter entfernten Häusern werde das Heizungswasser mit 72 Grad ankommen, wurde versichert. Damit alles möglichst wirtschaftlich wird, empfehle es sich, auch mit Nachbarn zu reden, um unnötig lange Leitungen zu vermeiden.
Interessenten können sich per E-Mail unter buero@fernwaerme-oberdachstetten.de registrieren.