Frechdachs baut am Bahndamm - Zugstrecke gesperrt | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.04.2025 14:46

Frechdachs baut am Bahndamm - Zugstrecke gesperrt

Schluss mit Zugverkehr: Ein Dachs hat es sich am Bahndamm gemütlich gemacht. (Illustration)  (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schluss mit Zugverkehr: Ein Dachs hat es sich am Bahndamm gemütlich gemacht. (Illustration) (Foto: Patrick Pleul/dpa)
Schluss mit Zugverkehr: Ein Dachs hat es sich am Bahndamm gemütlich gemacht. (Illustration) (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Nichts geht mehr auf der Bahnstrecke zwischen Weilheim und Peißenberg: Auf Anordnung der DB InfraGo AG ist die Strecke gesperrt. Dies teilte die Bayerische Regiobahn (BRB) mit. Schuld aber sind dieses Mal weder Bauarbeiten noch irgendein technischer Defekt - sondern ein frecher Dachs. Er habe seinen Bau just im Gleisbereich errichtet, sagte eine BRB-Sprecherin.

Der Dachsbau sei bei einer Streckenbegehung der DB InfraGo AG entdeckt worden. Seither fahren zwischen Weilheim und Peißenberg Busse, sie verkehren derzeit im Pendel ohne festen Fahrplan. 

Der Biber kam zuerst

Der Platz am Gleis scheint bei Tieren trotz des Lärms durch rauschender Züge beliebt zu sein. „Letztes Jahr hatten wir den Fall fast an derselben Stelle mit einem Biber“, sagte die Sprecherin. Er habe seinen Bau in den Bahndamm gebaut. Auch das sei bei einer Streckenbegehung festgestellt worden. 

Bahndamm kein natürlicher Lebensraum 

„Letztes Jahr der Biber, heuer ein Dachs und wieder müssen unsere Fahrgäste unter den Folgen leiden“, sagte BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. „Bei aller Tierliebe fehlt mir hier die Abwägung von Gemeinwohl und Naturschutz. Ein Bahndamm ist kein natürlicher Lebensraum für Wildtiere und muss daher in seiner Erhaltung Vorrang haben.“

Der Gleisaufbau wird laut der BRB-Sprecherin durch die Tiere unterhöhlt - das könne Gefahren für den Bahnverkehr bringen.

Ob und wie der Dachs nun zur Umsiedelung bewegt werden soll, war zunächst nicht bekannt. Ganz schnell wird es aber nicht gehen: „Mindestens bis Ende der Woche werden wir nicht mehr fahren“, sagte die BRB-Sprecherin.

Die BRB versuche alles, zusätzliche Buskapazitäten für den Pendelverkehr zu bekommen, jedoch sei dies gerade im morgendlichen Schülerverkehr nicht einfach.

© dpa-infocom, dpa:250403-930-422807/1


Von dpa
north