Wer am Donnerstag entlang der Bahnstrecke Würzburg–Treuchtlingen, etwa in Uffenheim, Steinach und Ansbach ein starkes Polizeiaufkommen bemerkt haben sollte, dem fiel vielleicht auch ein ungewöhnlicher Zug auf: ein speziell gesicherter Gütertransport auf der Schiene mit verladenem Atommüll.
Der sogenannte Castor-Transport hatte sich von der Nordsee aus am Mittwoch auf die Reise begeben. Das Ziel: Das Brennelemente-Zwischenlager Isar. Gezogen von schweren Diesellokomotiven fuhr der Zug mit sieben Castoren im Schlepptau einmal durch Deutschland. Begleitet wurde der Zug aus Sicherheitsgründen unter anderem von einem Polizeihubschrauber.
Die radioaktiven Brennelemente stammen aus deutschen Kernkraftwerken und befanden sich in Großbritannien zur Aufbereitung. Nun sollen sie im Standort an der Isar zwischengelagert werden, wie die Gesellschaft für Nuklear-Service mitteilt.
Aktivisten hatten den Transport von Anfang bis Ende im Netz verfolgt und dokumentiert. Den Bahnhof Ansbach durchfuhr der Zug nach Angaben von Aktivisten etwa gegen 9.30 Uhr.
An zahlreichen Orten, die der Castor-Zug passierte, formierten sich Proteste gegen Atomkraft. Zu sehen sind im Netz etwa Fotos von aufgestellten Schildern entlang der Route, auf denen „Don't nuke the climate” und „Castor stoppen” zu lesen ist.
Auch am Bahnhof Wicklesgreuth im Landkreis Ansbach fand am Donnerstagabend eine Mahnwache statt. Der Ortsverband der Grünen für Lichtenau und Sachsen bei Ansbach sowie der Bund Naturschutz hatten für 17.45 Uhr zur Zusammenkunft aufgerufen.
Die Teilnehmer wollten auf die Sicherheitsrisiken von Strahlungsmüll sowie die ungeklärte Entsorgungsfrage aufmerksam machen. Vor Ort forderten sie, nicht erneut auf Atomenergie zu setzen. Außerdem müsse Verantwortung für den Müll übernommen werden, der noch Jahrtausende strahlen werde.