Castor-Zug mit Atommüll durch Uffenheim und Ansbach – Protest in Wicklesgreuth | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.04.2025 15:56, aktualisiert am 03.04.2025 18:17

Castor-Zug mit Atommüll durch Uffenheim und Ansbach – Protest in Wicklesgreuth

Der Castor-Transport (hier bei Treuchtlingen) rollte am Donnerstag durch Westmittelfranken. (Foto: Ina Brechenmacher)
Der Castor-Transport (hier bei Treuchtlingen) rollte am Donnerstag durch Westmittelfranken. (Foto: Ina Brechenmacher)
Der Castor-Transport (hier bei Treuchtlingen) rollte am Donnerstag durch Westmittelfranken. (Foto: Ina Brechenmacher)

Wer am Donnerstag entlang der Bahnstrecke Würzburg–Treuchtlingen, etwa in Uffenheim, Steinach und Ansbach ein starkes Polizeiaufkommen bemerkt haben sollte, dem fiel vielleicht auch ein ungewöhnlicher Zug auf: ein speziell gesicherter Gütertransport auf der Schiene mit verladenem Atommüll.

Der sogenannte Castor-Transport hatte sich von der Nordsee aus am Mittwoch auf die Reise begeben. Das Ziel: Das Brennelemente-Zwischenlager Isar. Gezogen von schweren Diesellokomotiven fuhr der Zug mit sieben Castoren im Schlepptau einmal durch Deutschland. Begleitet wurde der Zug aus Sicherheitsgründen unter anderem von einem Polizeihubschrauber.

Castoren enthalten Strahlungsmüll aus deutschen AKWs

Die radioaktiven Brennelemente stammen aus deutschen Kernkraftwerken und befanden sich in Großbritannien zur Aufbereitung. Nun sollen sie im Standort an der Isar zwischengelagert werden, wie die Gesellschaft für Nuklear-Service mitteilt.

Aktivisten hatten den Transport von Anfang bis Ende im Netz verfolgt und dokumentiert. Den Bahnhof Ansbach durchfuhr der Zug nach Angaben von Aktivisten etwa gegen 9.30 Uhr.

An zahlreichen Orten, die der Castor-Zug passierte, formierten sich Proteste gegen Atomkraft. Zu sehen sind im Netz etwa Fotos von aufgestellten Schildern entlang der Route, auf denen „Don't nuke the climate” und „Castor stoppen” zu lesen ist.

Das könnte Sie auch interessieren
Bahn frei: S4 Nürnberg–Ansbach fährt nach wochenlangen Bauarbeiten wieder normalBürgerenergie Bechhofen sucht Mitglieder für Windpark-Genossenschaft in GroßenriedBahn beendet Bauarbeiten nicht rechtzeitig: S4 Nürnberg–Ansbach einen Tag gestörtBald leuchten nur noch moderne LED-Laternen in LeutershausenBahnverkehr stand 90 Minuten still: Auto kippt bei Birkenfeld auf die GleiseUnfall mit Güterzug bei Heglau: Polizei sucht geflohenen MotorradfahrerGame-Changer oder Flop? So urteilt ein Landwirt aus Ipsheim zum E-Traktor im Test„Mit dem Rücken zur Wand”: Kreis NEA massiv unter Druck – schließen die Kliniken?Ranking für 2025: Wie pünktlich waren S-Bahn und Regiozüge in Westmittelfranken?Ungemütliche Zeiten im RE80: Züge von Arverio sind „sehr, sehr voll”Nach Störung am Zug: Strecke zwischen Wicklesgreuth und Windsbach wieder frei64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad WindsheimAfD denkt über Kundgebung zum 10. Jahrestag des Ansbach-Open-Anschlags nachSonnenenergie verpufft in Heilsbronn künftig ungenutztBahnstrecke Nürnberg–Würzburg: Signalstörung bei Neustadt sorgte für Verspätungen

Mahnwache in Wicklesgreuth gegen Castor-Transport

Auch am Bahnhof Wicklesgreuth im Landkreis Ansbach fand am Donnerstagabend eine Mahnwache statt. Der Ortsverband der Grünen für Lichtenau und Sachsen bei Ansbach sowie der Bund Naturschutz hatten für 17.45 Uhr zur Zusammenkunft aufgerufen.

Die Teilnehmer wollten auf die Sicherheitsrisiken von Strahlungsmüll sowie die ungeklärte Entsorgungsfrage aufmerksam machen. Vor Ort forderten sie, nicht erneut auf Atomenergie zu setzen. Außerdem müsse Verantwortung für den Müll übernommen werden, der noch Jahrtausende strahlen werde.


Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
north