„Rauch aus einem Besprechungsraum, eine Person vermisst”: So lautete das Übungs-Szenario, mit dem sich am Donnerstag Nachmittag die Werkfeuerwehr des Bezirksklinikums konfrontiert sah. Und zwar nicht auf vertrautem Terrain, sondern im benachbarten Bezirksrathaus, für das die vier Dutzend Retter ebenfalls zuständig sind.
Um 14.35 Uhr entfacht Bernd Blank, der Leiter der Werkfeuerwehr, im Raum „Pommern” im ersten Stock über dem großen Sitzungssaal mit einer Theater-Nebelmaschine ein veritables Qualm-Inferno. Es dauert überraschend lang, bis die Rauchmelder anschlagen. Doch dann schrillt in dem verzweigten Gebäudekomplex, in dem knapp 400 Beschäftigte des Bezirks Mittelfranken ihren Arbeitsplatz haben, überall der Alarm. „Heute ist wenig los”, meint Thomas Link von der Stabsstelle Sicherheit des Bezirks. Die Mitarbeitenden, die da sind, verlassen gemessenen Schrittes ihre Büros und gehen entspannt zum Sammelplatz auf dem Parkplatz an der Feuchtwanger Straße.
Sieben Minuten nach dem Alarm biegt das erste Löschfahrzeug vom Klinikeingang aus auf den Rathaushof. Zwei Minuten später rückt von der Rückseite her das zweite Auto an. Die Freiwillige Feuerwehr Ansbach, die im Ernstfall ebenfalls käme, war bewusst nicht alarmiert worden.
Jetzt läuft alles routiniert: Einsatz-Appell, Sondierung der Situation, Aufgabenverteilung. Schläuche werden ausgerollt, Atemschutzträger rüsten sich und versperren die Türen zu dem verrauchten Komplex mit speziellen Vorhängen, um den Qualm in Schach zu halten. Dann dringen sie zum vermeintlichen Brandherd vor und bergen schließlich die vermisste „Person” – eine 20 Kilo schwere Sandsack-Puppe. Derweil macht sich ein Teil der Belegschaft bereits wieder auf den Rückweg an ihre Schreibtische.
„Brand aus, Person geborgen” meldet nach einer halben Stunde der Einsatzleiter. Auch wenn nicht alles rund lief, beispielsweise der Funkkontakt auf verschiedenen Frequenzen, zeigen sich Bernd Blank und sein Stellvertreter Marcus Christmann – an violettfarbenen Westen als Übungsbeobachter zu erkennen – letztlich zufrieden mit dem Verlauf. Der habe vor allem gezeigt, wie wichtig es ist, sich in einer Übung mit dem benachbarten Einsatzort vertraut zu machen.
Anders als auf dem Klinikgelände, das man bestens kenne, fehle es am Rathauskomplex an der nötigen Routine. Außerdem hätten sich technische Probleme mit der Schließanlage ergeben. Auch solche Schwierigkeiten könne man nur im Training erkennen und beheben. Neu war, dass die jährliche Evakuierungsübung für die Mitarbeitenden mit einem Probeeinsatz für die Werkfeuerwehr kombiniert wurde.
Zum Einsatz kam bei der Übung auch ein 30 Jahre altes MAN-Löschfahrzeug, das die Werkwehr gerne ersetzen würde. Dazu soll laut Klinik-Pressesprecherin Julia Dietzel demnächst ein Spendenaufruf starten.