Ergebnisse der Bundeswaldinventur: So geht es dem Wald in Westmittelfranken | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.08.2025 15:30

Ergebnisse der Bundeswaldinventur: So geht es dem Wald in Westmittelfranken

Wie geht es dem Wald in der Region? Daten aus der Bundeswaldinventur geben Antworten. (Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn)
Wie geht es dem Wald in der Region? Daten aus der Bundeswaldinventur geben Antworten. (Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn)
Wie geht es dem Wald in der Region? Daten aus der Bundeswaldinventur geben Antworten. (Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn)

Die Wälder in Mittelfranken werden vielfältiger, naturnäher und reicher an Laubbäumen. Gleichzeitig hat der Holzvorrat in den vergangenen zehn Jahren um rund 2,4 Millionen auf 95 Millionen Festmeter zugenommen. Dies zeigen die regionalisierten Ergebnisse der Bundeswaldinventur.

Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum und Dr. Peter Pröbstle, Präsident der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft aus Freising, gaben die Ergebnisse bei einem Treffen im Gemeindewald von Hürbel am Rangen in der Gemeinde Lehrberg bekannt.

Dabei zeigte sich Pröbstle darüber zufrieden, dass der Waldumbau deutliche Fortschritte macht. Der Anteil der Laubbäume stieg von 60 Prozent vor zehn Jahren auf nun 64 Prozent. Vor 50 Jahren waren es in Bayern 22 Prozent. Für den Präsidenten der Landesanstalt sei dies aber kein Anlass, bei den nötigen Anstrengungen nachzulassen. Die Wälder müssen wegen des zu erwartenden Klimawandels anpassungsfähiger gemacht werden.

Kiefer noch immer die häufigste Baumart

Pröbstle und Engelhardt-Blum riefen dabei auch Jäger dazu auf, Waldbesitzer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Es gelte, die oft natürlich vorhandenen Jungpflanzen, insbesondere Eichen, hochkommen zu lassen.

Zwar hat der Anteil von Fichten und Kiefern angesichts von Hitze und Trockenheit sowie Schäden durch Borkenkäfer, Prachtkäfer, Misteln und neuartigen Pilzerkrankungen abgenommen, doch ist die Kiefer immer noch die häufigste Baumart im Regierungsbezirk. Sie hat einen Anteil von 42,3 Prozent. Bei der Waldbewirtschaftung setzt Pröbstle auf abgestufte Wälder. So sollen nach einem Ausfall von Altbäumen eine mittlere und junge Generation an Bäumen nachwachsen können.

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Mehr Licht für junge Bäume

Im Hinblick auf den hohen Holzvorrat und einem jährlichen Zuwachs von 2,2 Millionen Festmeter in Mittelfranken sowie einer Nutzung von 1,8 Millionen Festmeter: Leitender Forstdirektor Stefan Tretter von der Landesanstalt und Andreas Egl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ansbach, raten, die Wälder weiter umzubauen. Ein Weg dahin wäre, den Schirm von Altbäumen auszulichten, um Licht für Naturverjüngungen zu schaffen.

Im Gemeindewald von Hürbel wurde dabei auch der Aufwand, heranwachsende Jungpflanzen von unerwünschtem Graswuchs und Brombeeren freizuschneiden, angesprochen. Die Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach vermittelt nach Angaben von Hans Binder dafür Arbeitstrupps aus Slowenien.

Totholz wichtig für viele Arten

Die Regierungspräsidentin nutzte den Termin auch, um den Waldbesitzern für ihre nachhaltige und vorausschauende Arbeit zu danken. Damit leisteten Waldbesitzer und Förster einen wertvollen Beitrag für Mensch, Natur und Klima in Verbindung mit Funktionen wie Trinkwasserschutz, Erholung und Biodiversität.

Die Waldinventur ergab auch einen positiven Trend bei der Erhebung des Totholz-Vorrates. Besonders wertvoll ist dabei Eichen-Totholz als wichtiger Lebensraum für zahlreiche seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Innerhalb der bayerischen Regierungsbezirke liegt Mittelfranken beim Totholzvorrat pro Hektar Waldfläche zwar unter dem bayerischen Durchschnitt, beim ökologisch besonders wertvollen Eichen-Totholz aber an zweiter Stelle in Bayern.


Von Fritz Arnold
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