Diese Veränderungen plant der Hochschul-Campus in Rothenburg 2025 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.04.2025 20:00

Diese Veränderungen plant der Hochschul-Campus in Rothenburg 2025

Florian Diener in der campuseigenen Bibliothek: Er freut sich darüber, dass aktuell sehr viel läuft. (Foto: Irmeli Pohl)
Florian Diener in der campuseigenen Bibliothek: Er freut sich darüber, dass aktuell sehr viel läuft. (Foto: Irmeli Pohl)
Florian Diener in der campuseigenen Bibliothek: Er freut sich darüber, dass aktuell sehr viel läuft. (Foto: Irmeli Pohl)

Wie er das Jahr 2024 beschreiben würde? Ereignisreich, ist Florian Dieners Antwort. Und: „Wir haben so viel aufgebaut, darauf sind wir stolz.“ So kann es weitergehen. Und das Tempo ist hoch: Es stehen weitere Meilensteine an mit dem Ziel, den Campus attraktiv zu gestalten – für Studierende und für die ganze Umgebung.

Dafür seien 2024 wichtige Voraussetzungen geschaffen worden, erklärt Diener. Mit dem Wechsel vom Campus als Studienzentrum hin zu einem Transferzentrum, also einem Ort des Wissens für Menschen und Unternehmen aus der Region, sei der Campus geöffnet worden, freut sich der Geschäftsführer. Geöffnet für die breite Öffentlichkeit, solle er einen Mehrwert schaffen und dazu beitragen, die Region attraktiver zu gestalten, sie für den kommenden Strukturwandel zu rüsten.

Schlechter ÖPNV rund um Rothenburg ist eines der Probleme

Das Problem, dass wenige Studierende in die Region ziehen, habe er mit seinem Team nicht in der Hand, betont der 38-Jährige. Er nennt dabei die Stichworte Wohnungssituation, ÖPNV und fehlende Angebote für junge Menschen in der Stadt. Studierende hätten es nicht leicht, in Rothenburg eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Über die schlechte Anbindung der Stadt an Städte wie Ansbach, Nürnberg oder Würzburg brauche man ebenfalls nicht diskutieren, sagt Diener. All diese Punkte seien bekannt, jedoch würde er sich natürlich schon wünschen, dass mehr der Studierenden auch in die nähere Umgebung des Campus ziehen.


Wir haben eine Open-Door-Policy etabliert.

Florian Diener

Aktuell wohnen 15 der 300 Studierenden vor Ort. Diese können aber jederzeit an den Campus kommen. „Wir haben eine Open-Door-Policy etabliert“, erklärt Diener, das bedeutet: Jede und jeder kann jederzeit zum Campus kommen, die Türen stehen offen. Das sei es, was ihm an seinem Beruf besonders Spaß mache: kurze Kommunikationswege, schnelle Rückmeldungen und ein reges Interesse daran, etwas zu gemeinsam zu bewirken – „für die Region“.

Besonders stolz ist Diener auf vier neu eingeführte Formate. Die CampusTalks, die als Zielgruppe Unternehmensgruppen aus dem Mittelstand haben und innerhalb einiger Vorträge Einblicke in verschiedene Unternehmenskulturen gewähren. Auch die Rothenburger Diskurse seien immer mehr frequentiert, sagt Diener stolz, bei der letzten Veranstaltung seien über 100 Besuchende vor Ort gewesen.

„Wenn das so weitergeht, brauchen wir neue Räumlichkeiten“, freut sich Diener. Ein weiteres Format ist der „Monday Morning Coffee“, ein Online-Format, bei dem sich Interessierte bei der ersten Tasse Kaffee am Morgen über verschiedene Themen austauschen können. Im Mai wird beispielsweise Selina Frey über Menschen in ihren Zwanzigern sprechen und die psychischen Herausforderungen, die in diesem Alter auf junge Menschen zukommen können.

Wechsel von G8 zu G9: Kampf um die Studierenden

Als letztes Format nennt Diener den Rothenburger Filmherbst um Thilo Pohle, mit Reiseberichten und Dokumentationen. Die vier Formate vereinen Angebote für Studierende, Kultur- und Geschichtsinteressierte und Business-Interessierte, also „verschiedene Zielgruppen, für die der Campus nun geöffnet ist“, so Diener. Was im vergangenen Jahr in die Wege geleitet wurde, soll auch heuer fortgeführt werden: „Die Formate liegen mir schon am Herzen, die will ich unbedingt halten“, betont der Geschäftsführer.

In diesem Jahr stehe der Campus jedoch vor einer großen Herausforderung. In Bayern werden aufgrund des Wechsels vom System G8 zu G9 Schülerinnen und Schüler kein Abitur machen. „Der Kampf um die Studierenden wird sehr hart geführt“, weiß Diener. Universitäten und Hochschulen versuchen, die potenziellen Studierenden durch gezieltes Marketing zu erreichen.

Auch den Bachelorstudiengang der Hochschule Ansbach am Campus Rothenburg – Interkulturelles Management – betreffe diese Herausforderung. So habe er sich mit seinem Team Möglichkeiten überlegt, diese zu meistern, sagt Diener. In den Sozialen Medien und auf bekannten Suchplattformen wird Werbung geschaltet, Schülerinnen und Schüler der umliegenden Gymnasien bekommen die Möglichkeit, an den Campus zu kommen und dort Einblicke in den Studierendenalltag zu bekommen.

Zusammenarbeit mit Diakoneo beginnt vermutlich bald

Darauf liege erst einmal der Fokus, so Diener. Es stehe aber auch viel Schönes an: Im Mai beginne „höchstwahrscheinlich“ die Zusammenarbeit mit Diakoneo. Bisher seien Menschen mit Behinderung in den Werkstätten der Einrichtung in Kontakt mit dem ersten Arbeitsmarkt gekommen. Das wird dann nicht mehr so sein – die Räumlichkeiten des Campus sollen künftig genutzt werden. Diener sieht das Projekt als „ein besonders schönes Zeichen“ für Inklusion an. „Wir haben hier den Platz und den Raum“, sagt er. Für ihn repräsentiere das auch die gesellschaftliche Zusammenarbeit.

Ein weiteres soziales Projekt steht ebenfalls in den Startlöchern: In Zusammenarbeit mit dem Hospizverein sollen bald Kochkurse für verwitwete Männer angeboten werden – ebenfalls am Campus. „Unsere Küche eignet sich da perfekt“, erklärt Diener schmunzelnd. Ihm sei es wichtig, soziale Projekte zu unterstützen, betont er.

Ob es ihm manchmal zu viel wird? „Es laufen viele verschiedene Themen parallel“, gibt er zu, „das Karussell dreht sich schnell im Moment.“ Nichtsdestotrotz habe die Region einiges zu bieten. Dieses Potenzial möchte der Geschäftsführer des Campus nutzen. „Das hohe Tempo kann man sehr gut auf die Straße bringen und ganz real umsetzen“, ist sich Diener sicher, „man kann hier noch sehr viel bewegen.“


Von Irmeli Pohl
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