Mit etlichen Anfragen aus der Bürgerversammlung wird sich Neustadts Verwaltung befassen müssen. Allzu schwierig jedoch sollte dies nicht werden, handelt es sich doch meist um lösbare Aufgaben. Einmal war jedoch auch ein klares „Nein” die Antwort.
So erhielt beispielweise Irene Oeder von Bürgermeister Klaus Meier im Rahmen seiner letzten Bürgerversammlung einen zwar freundlich formulierten, gleichwohl jedoch eindeutig abschlägigen Bescheid, als sie sich nach den nunmehr leer stehenden Räumen eines Textilgeschäfts am Marktplatz erkundigte.
Diese könne man doch eventuell als Ticket-Vorverkaufsstelle nutzen – ganz im Sinne des Seniorenrates. Keine Chance, so Meier: Da handele es sich um großzügige Räumlichkeiten, deren Anmietung und personelle Ausstattung sich die Stadt schlichtweg nicht leisten könne.
Ein bisschen mehr Glück hatte Irene Oeder zuvor gehabt, als sie namens des Seniorenrates anmerkte, dass die Bocciabahn in der Bleich sowie deren unmittelbare Umgebung dringend einer Sanierung bedürften. Die Bahn werde rege genutzt, weise jedoch mittlerweile zahlreiche Löcher auf, so dass man bei entsprechender Witterung buchstäblich im Morast stehe. Ob's tatsächlich – wie gefordert – eine Generalsanierung der Bahn wird, wollte Meier nicht versprechen. Aber: „Wir schauen es uns an und machen was.”
Der Malplatz im Westen der Kernstadt war Thema bei Irma Fleischmann. Da seien zwar zwei Bänke aufgestellt und zwei Bäumchen gepflanzt, doch sorgten diese für keine Beschattung. Zudem werde der Platz in erster Linie fürs Autoparken genutzt und das sei doch wohl kaum im Sinne der Erfinder. Dies bestätigte Meier: „Das war tatsächlich nicht so gedacht. Auch das schauen wir uns an.”
Ein Thema, das die Neustädter mittlerweile seit Monaten umtreibt, ist das Ziegler-Areal an der Markgrafenstraße und der dort geplante Einkaufsmarkt. Dass dort nach wie vor keinerlei Bautätigkeit zu erkennen ist, erstaunt auch Erwin Wellner: „Warum verzögert sich das so lange?”
Bauamtsleiter Gerald Schorr hatte darauf keine Antwort: „Diese Frage stellen wir uns auch beinahe täglich. Das Verhalten der Firma Rewe ist für uns nicht mehr erklärbar”. Der Bebauungsplan sei seit Ewigkeiten fertig und genehmigt, es herrsche Baurecht und theoretisch könne das Unternehmen jederzeit loslegen und habe das auch schon mehrfach angekündigt.
Wie Schorr weiter berichtete, habe man seitens der Stadt immer wieder beim Konzern angefragt, sei immer wieder vertröstet worden und erhalte mittlerweile auf Mails nicht mal mehr eine Antwort. Es gebe zwar das Gerücht, das zwischenzeitlich eine Baufirma ausgesucht worden sei, die als Generalunternehmer fungieren solle, aber „das glaub ich erst, wenn ich was sehe”, so Schorr.
Nach einer Beschwerde von Dieter Langmann in seiner Eigenschaft als Hundebesitzer über unnötiges Salzstreuen in Schauerheim („Das ist dort doch total eben. Das muss doch nicht sein.”) und der Bestätigung durch Klaus Meier. („Das ist tatsächlich nicht in Ordnung, das werden wir überprüfen”) ging es um die Beleuchtung in der Kant- und in der Rückertstraße.
Diese hatte Neubürger Gerald Süß bemängelt. Er habe es sich mittlerweile angewöhnt, dort am Abend nur noch mit Taschenlampe aus dem Haus zu gehen – die Straßenlaternen spendeten deutlich zu wenig Licht. „Ein paar Lumen mehr wären eine Anregung”, formulierte er und erhielt Beistand von den Stadträten Jutta Bauereiß und Christian Köstner (beide CSU).
Bauereiß betonte sogar, dass die schlechte Beleuchtung noch aus einem weiteren Grund ein Problem darstelle: Seit der Glasfaserverlegung sei das Pflaster in diesem Bereich so schlecht, dass es gerade bei mieser Sicht zur Stolperfalle werde. Auch dieses Themas wird sich die Verwaltung demnächst annehmen.
Für anschließende Heiterkeit sorgte schließlich ein zweites Anliegen von Gerald Süß, der die kurzfristig installierte, mittlerweile aber bereits wieder verschwundene Querungshilfe oberhalb des Nürnberger Tores mit fragendem Unterton angesprochen hatte. „Ja, das war ein Anliegen des Seniorenrates”, erläuterte der Bürgermeister, der allerdings auch bereitwillig einräumte, dass die kleine Verkehrsinsel, wohl nicht „ganz optimal” platziert worden sei.
„Ich hätte sie auch zwei Meter weiter nach unten gesetzt”, so Klaus Meier weiter, der zudem erzählte, dass die unglückliche Platzierung dazu geführt habe, dass die Insel bereits vier Mal innerhalb weniger Tage angefahren worden sei. „Und dann hat sie jemand abmontiert, aber das waren nicht wir.”
Das erneut aufbrandende Gelächter „befriedete” Klaus Meier schließlich mit dem Versprechen, es im nächsten Jahr noch einmal mit einer Querungshilfe in diesem Bereich zu probieren – dann aber mit einer sinnvoller platzierten Variante.