Bei der Jennerbahn im Berchtesgadener Land wird nach dem Ausstieg aus dem klassischen alpinen Pistenbetrieb ein kompletter Sessellift verkauft, abgebaut und anderweitig genutzt. Für die Jennerwiesenbahn sei mit den „Bergbahnen Dachstein West“ ein Käufer gefunden, teilte die Berchtesgadener Bergbahn mit.
Der Abbau der Sechser-Sesselbahn sei für Mitte April vorgesehen - sie werde vollständig und rückstandslos entfernt. „Wir freuen uns, dass wir zu dieser weitgehend nachhaltigen Lösung finden konnten und unsere Jennerwiesenbahn komplett weiter genutzt werden wird“, sagt Thomas Mühlthaler, Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn.
In diesem Winter hatte es am Jenner erstmals keinen alpinen Skibetrieb mehr gegeben. Die Bahn berichtet dennoch von höheren Gästezahlen im Januar und zum Saisonende einer Umsatzsteigerung von acht Prozent zum Vorjahr.
Aufgrund des weitgehenden Verzichts auf Beschneiung und Pistenpräparierung konnte der Stromverbrauch im Vergleich zur Wintersaison 2023/2024 um etwa 20 Prozent gesenkt werden. Die Diesel-Einsparung betrug 40 Prozent.
Der Verkauf und Abbau der Jennerwiesenbahn war Teil des neuen Konzepts. Dass es damit nun relativ zeitnah klappe, sei ein Glücksfall, sagte Mühlthaler. Er zieht eine positive Bilanz der Wintersaison ohne klassisches Skifahren. „Unseren Wintererlebnisberg mit Skiroute für Skitourengeher und Freerider, Rodelbahn, Schneeschuhtrail und Winterwanderweg sehen wir als vollen Erfolg.“
Die Bahn hatte bei ihrer Entscheidung von einer bewussten Zeitenwende gesprochen. Das neue Konzept spare Ressourcen und schone die Umwelt.
Der Pistenbetrieb hatte sich nicht mehr gelohnt. In der vorangegangenen Saison 2023/2024 waren laut Vorstand nur 6.000 Wintersporttickets verkauft worden, davon gerade einmal 2.000 an Ski- und Snowboardfahrer.
Umweltschützer hatten die Entscheidung begrüßt. Damit endete allerdings auch eine Ära. Vor 70 Jahren hatte die Jennerbahn erstmals Skifahrer auf den Berg gebracht, seit den 1960er Jahren gab es den Pistenbetrieb.
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