Spannender als beim letzten Mal dürften 2026 die Kommunalwahlen in Flachslanden verlaufen: Der amtierende Bürgermeister Hans Henninger (Liste für Alle) hat mit Hubert Bodächtel (CSU und Bürgerblock) einen Konkurrenten um den Chefsessel im Rathaus bekommen.
„Wir haben in den letzten drei Wahlperioden, in denen ich Bürgermeister sein durfte, extrem viel erreicht”, findet Hans Henninger, der auch die Liste für Alle mit 14 Kandidierenden für den Gemeinderat anführt. „Dass ich Chancen erkenne” nennt der Rathauschef als seine größte Stärke. Besonders stolz ist der 61-Jährige auf den Bürgerwindpark Birkenfels und die neue Freiflächen-Photovoltaikanlage nahe Kettenhöfstetten. „Bei den neuen Energien sind wir der absolute Vorreiter.”
Als größtes Problem derzeit betrachtet Henninger, dass noch kein Förderbescheid für die Erweiterung des Wärmenetzes eingetroffen ist. Eigentlich hätte der Bau im Herbst starten sollen. Durch die Verzögerung müssten auch andere Straßensanierungen warten, bedauert er. „Ich kann die Straße ja nicht gleich wieder aufreißen, um das Wärmenetz reinzulegen.”
Warum hält er sich für geeigneter als sein Mitbewerber? „Weil ich super vernetzt bin. Manche Leute sagen, ich bin zu viel überörtlich unterwegs, da ich auch stellvertretender Landrat und Bezirksrat bin. Aber ich habe meinen Einfluss auch geltend gemacht, damit Flachslanden profitiert.” Zudem habe er gezeigt, dass er die Kommune gemeinsam mit der Verwaltung und dem Gemeinderat voranbringe. „Das möchte ich auch die nächsten sechs Jahre noch machen.”
Das Beste für Flachslanden will auch Henningers Gegenkandidat Hubert Bodächtel, der in der dritten Wahlperiode im Gremium sitzt und die Gemeinderatsliste von CSU und Bürgerblock anführt. Als gebürtiger Flachsländer mit Erfahrungen aus der freien Wirtschaft sieht er sich prädestiniert für das Amt.
„Ganz wichtig ist, dass man frühzeitig alle Beteiligten in Projekte einbindet”, die Vereinsvorstände mehr zu Wort kommen lässt und den Bürgern gegenüber offener kommuniziert - auch was die Finanzlage anbelangt, betont der 54-Jährige. Ihn stört die seiner Meinung nach fehlende Transparenz. Wichtige Themen würden oft nicht-öffentlich diskutiert. Investitionen möchte Bodächtel langfristiger planen, um die Finanzmittel besser kalkulieren zu können, gerade bei Großprojekten.
Im Fall seiner Wahl will er sich voll auf Flachslanden konzentrieren. „Ich habe nicht vor, mich politisch noch irgendwo anders zu engagieren.” Er wolle stattdessen „die vielen kleinen Projekte angehen, die unsere Bürger in Flachslanden drücken. Das kann vom Straßenschild bis zum Biber alles sein”. Warum er sich für den besseren Bürgermeisterkandidaten halte? „Ich bringe vielleicht einen frischen Wind rein, eine andere Sichtweise. Nach einer gewissen Zeit ist es gut, wenn ein Wechsel kommt.”
Veränderungen zeichnen sich bei der Zusammensetzung des künftigen Gremiums ab. Die Gruppierung SPD und Freie Bürger stellt keine Liste mehr auf, wie Wahlleiter Steffen Wäger mitteilt. Deren Fraktionsmitglied Wolfgang Schöner kandidiert nicht mehr, seine Fraktionskollegin Karin Keitel wechselt zur Liste für Alle. Dr. Zeno Lamers (Freie Wählerschaft Virnsberg und Sondernohe) tritt ebenfalls nicht mehr an. Erstmals will die AfD in den Gemeinderat einziehen.
Mit 14 Kandidierenden geht die Freie Wählerschaft Virnsberg und Sondernohe ins Rennen, erzählt die zweite Bürgermeisterin und Spitzenkandidatin Nicole Guggenberger. Die Liste setzt sich aus Vertreter und Vertreterinnen beider Altorte zusammen, „weil wir der Meinung sind, dass unsere beiden Ortsteile im Gemeinderat vertreten sein sollten”. In den vergangenen 18 Jahren sei in der Gemeinde enorm viel umgesetzt worden. „Aber Stillstand können wir uns nicht erlauben.”
Deswegen sei es wichtig, darauf zu achten, wann sich für welches Projekt eine gute Förderung ergibt. „Und dann sollte man zuschlagen - vorausgesetzt, es sind auch Haushaltsmittel vorhanden.” Guggenberger betont die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat: „Es ging immer um die Sache, das soll einfach so bleiben. Wir brauchen in kleinen Kommunen keine Parteipolitik, sondern Sachpolitik.”
Sechs Kandidierende stehen auf der Liste der AfD. Diese wolle „eine politische Alternative anbieten” und „kommunale Entscheidungen aktiv mitgestalten”, teilt Listenanführer Rainer Sasse mit. Es sei wichtig, dass Entscheidungen nachvollziehbar erklärt und offen diskutiert werden. „Ein besonderer Fokus soll auf einer transparenten Darstellung der finanziellen Lage der Gemeinde liegen.”
Bei Themen wie einem Nahwärmenetz oder geplanten Windparks, die „in der Bürgerschaft nicht durchgehend auf Zustimmung stoßen”, sollte geprüft werden, „ob diese zu den originären Aufgaben und Entscheidungskompetenzen der Gemeinde gehören”. Die AFD spreche sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln, transparente Entscheidungen bei Gebühren und Abgaben sowie den Erhalt der kommunalen Infrastruktur aus. Ehrenamtliches Engagement solle weiter unterstützt werden.