Den kommunalen Musikschulen im Landkreis Ansbach, der Edith-Stein-Realschule in Schillingsfürst und einer Hausbesitzerin in Aufkirchen bei Gerolfingen für den denkmalpflegerischen Mehraufwand hat der Kreisausschuss in öffentlicher Sitzung freiwillige Zuschüsse nach den bestehenden Förderrichtlinien bewilligt.
Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Das zweigeschossige, verputzte Wohnstallhaus mit Walmdach eines ehemaligen Bauernhofs in dem kleinen Dorf Aufkirchen prägt mit seiner Gestaltung und der Lage das Ortsbild mit. Es steht oberhalb der Kirche und grenzt an den Friedhof an.
Die private Eigentümerin lässt das Baudenkmal sanieren. Für die Restaurierung der historischen Stuckelemente wurde ihr für den denkmalpflegerischen Mehraufwand von 64.000 Euro im vergangenen Jahr bereits ein Kreiszuschuss von 3840 Euro bewilligt.
Im nächsten Schritt werden das Dach, das Dachgeschoss und das Mauerwerk saniert. Die geplanten Gesamtkosten für diese Maßnahme liegen bei mehr als 300.000 Euro. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat 150.000 Euro als denkmalpflegerischen Mehraufwand anerkannt. Insgesamt ergibt sich ein Mehraufwand von 214.000 Euro, woraus sich nach den Förderrichtlinien des Kreises eine Zuschusshöhe von insgesamt 8000 Euro errechnet. Den gleichen Betrag hat die Gemeinde Gerolfingen der Eigentümerin analog zum Landkreiszuschuss zugesagt.
Der Kreis unterstützt auch das Erzbistum Bamberg für das Jahr 2024 mit einem Zuschuss von 50.000 Euro für den Schulbetrieb der Edith-Stein-Realschule in Schillingsfürst. Aus dem vorgelegten Verwendungsnachweis ist ersichtlich, dass die Bildungseinrichtung das Rechnungsjahr 2023 mit einem Fehlbetrag von etwas mehr als 200.000 Euro abgeschlossen hat.
Den kommunalen Musikschulen im Kreis wird für ihre musikalische Ausbildung ein Zuschuss von 10 Euro pro Schüler mit einem Gesamtbetrag von 30.880 Euro für das Jahr 2024 bewilligt. Seit 2009 hat der Landkreis die Förderung kommunaler Musikschulen im Kreis und der Musikschule der Stadt Ansbach für die Landkreisschüler wieder aufgenommen.
Insgesamt 3088 Schülerinnen und Schüler verteilten sich im vergangenen Jahr auf die Musikschulen Ansbach, Colmberg, Rothenburg, Heilsbronn, Windsbach und Dinkelsbühl-Feuchtwangen-Herrieden-Wassertrüdingen. Die gestiegene Zahl ist erfreulich, so Landrat Dr. Jürgen Ludwig. 2011 waren es nur 1774.
Für Kreiskämmerin Elke Schmidt bedeutet die gestiegene Zahl an Musikschülern eine überplanmäßige Ausgabe bei den freiwilligen Leistungen, „die wir eigentlich nicht erzeugen sollten“. Den Betrag könne sie aber an einer anderen Haushaltsstelle ausgleichen. Der Landkreis fördert auch die musikalische Ausbildung in Musikvereinen, Posaunenchören, Gesangvereinen und Orchestern. „Da bleibe noch ein wenig übrig“, so die Kämmerin.
Dass die kommunalen Musikschulen einen höheren Zulauf verzeichnen, hängt möglicherweise damit zusammen, dass es der Musikunterricht an Regelschulen schwer hat. Die Politik will mehr Mathe und Deutsch – es fehlen sowieso Lehrkräfte.
Der Kreisausschuss beschloss zudem, Gewinne aus Betrieben gewerblicher Art etwa durch das Betreiben von Photovoltaikanlagen oder durch die Verpachtung von Turnhallen nicht an die Trägerkörperschaft auszuschütten, sondern im Betrieb zu belassen. Sie sollen für Investitionen oder zum Verlustausgleich verwendet werden.
Für die CSU-Fraktion im Kreistag brachte Vorsitzender Stefan Horndasch den Antrag ein, neue Wege in Sachen Photovoltaikanlagen zu gehen: Der Landkreis vermietet Dachflächen an Dritte, beispielsweise an Bürgersolargenossenschaften und schließt zugleich mit den Mietern eine Vereinbarung über den Erwerb von produziertem Strom als „Eigenverbrauch“ ab. Daraus könnte aus Sicht der CSU-Fraktion eine „Win-Win-Situation“ für beide Seiten entstehen. Der Photovoltaik-Ausbau käme voran und es würde mehr grüner Strom erzeugt.
Der Landkreis könnte bei den Stromkosten „einen günstigeren Einkaufspreis erzielen“, argumentieren die Antragsteller und hoffen nun, dass ihre Überlegungen aufgegriffen werden.