Wieso Markus Dorner und Bernd Lang ihre letzte Vorstellung gegeben haben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.05.2025 14:00

Wieso Markus Dorner und Bernd Lang ihre letzte Vorstellung gegeben haben

Traten zum letzten Mal gemeinsam auf: die ehemaligen Kasparis Markus Dorner (links) und Bernd Lang. (Foto: Thomas Wirth)
Traten zum letzten Mal gemeinsam auf: die ehemaligen Kasparis Markus Dorner (links) und Bernd Lang. (Foto: Thomas Wirth)
Traten zum letzten Mal gemeinsam auf: die ehemaligen Kasparis Markus Dorner (links) und Bernd Lang. (Foto: Thomas Wirth)

Gut ein halbes Jahrhundert sind sie zusammen auf der Bühne gestanden, immer wieder, als Sänger, als Puppenspieler. Genau genommen waren es nur 48 Jahre, aber auch das ist eine lange Zeit. Nun haben Markus Dorner und Bernd Lang ihre letzte Vorstellung gegeben. Öffentlich, da sind sie sich einig, werden sie nicht mehr auftreten. Der Grund ist abenteuerlich.

Den Rahmen für die Abschiedsvorstellung bot der Festakt. Der Schulförderverein der Grund- und Mittelschule Windsbach feierte sein dreißigjähriges Bestehen. Rektorin Doris Einzinger, Bürgermeister Matthias Seitz, der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch und Peter Rüttel, der Vorsitzende des Vereins, würdigten dann auch die vielen Verdienste der Vereinsmitglieder. Dafür sind solche Festakte da.

Nicht ganz so üblich war, was Peter Rüttel zwischen den Grußworten möglich gemacht hatte, was zu sehen und zu hören war: jene zwei Puppenspieler, die bis 2001 in Windsbach das Puppentheater Kaspari geführt haben. Das war in seiner Art einmalig und weit über die Region hinaus bekannt. Die Kasparis kamen in der Welt herum.

Abschied beim Festakt

Nun für den Festakt waren sie wieder kurz zum endgültigen Abschied vereint. Sie hatten dafür ihre beliebtesten Puppenstars mitgebracht – wozu auch die drei Tenöre gehörten. Da sangen noch einmal die zwei Kasparis mit Luciano Pavarotti in der Mitte, so strahlend, wie es nur ging. Papageno aus der „Zauberflöte“, der aufwendigsten und beliebtesten Produktion der Kasparis, Papageno also suchte noch einmal seine Papagena. Die Windsbacher Frieda, fränkisch gut gelaunt wie je und je und auch eine von Bernd Langs Paraderollen, schwang ihren Besen. Und zwei Katzenmarionetten miauten allerliebst im Duett.

Anders als bei vielen Figurentheatern kamen die Stimmen nicht von Band. Die Kasparis sangen live wie immer. Ehrensache, sie haben sich beim Windsbacher Knabenchor kennengelernt.

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Talentscout des Knabenchores

25 Jahre gab es nach Dorners Zeitrechnung das Puppentheater Kaspari. Er hatte es 1976 in Treuchtlingen gegründet. Die Zeitung berichtete darüber. Er war da neun. 1977 in Windsbach kam Bernd Lang dazu. Der Bechhöfer ist wie Dorner 1967 geboren. Aus ihrem Puppenspielhobby wurde ihr Beruf. 2001 zog Dorner mit seiner Frau Eleen nach Neustadt an der Weinstraße. Das Puppenspieler-Ehepaar gründete die Dornerei, Bernd Lang sein Fantasie-Theater. Zusammen traten die Freunde weiter auf. Später wurde Bernd Lang Talentscout des Knabenchores.

Die Windsbacher haben ihn geprägt. Die Bildungsmöglichkeiten dort begeistern ihn noch immer und er freut sich, dass sie nun Mädchen offenstehen. Trotzdem ist er vor einem halben Jahr in den Ruhestand gegangen. Denn da war, erzählt er, die Sehnsucht nach dem Meer. Und es gab einen Plan. Er und seine Frau Sonja wollen ihn verwirklichen. Sie lassen ihr altes Leben hinter sich.

Das Künstler-Ehepaar hat seinen Bauernhof in Crailsheim verkauft. Die Pferde, Fische, Enten, Hühner und Meerschweinchen sind bei Freunden gut untergebracht. Nur ihren Pudel haben die Langs behalten. Der geht mit auf große Reise. Ein einziges Ziel und ein Ende hat die nicht. Die Langs wollen so lange wie möglich durch Europa fahren.

Neuanfang mit Wohnwagen

Sie haben sich daher ein geländegängiges Fahrzeug und einen stattlichen Wohnwagen gekauft. Neuneinhalb Meter ist der lang. Und schon am 1. Juni wollen sie mit ihrem Gespann Richtung Spanien aufbrechen.

Musik werden die beiden, die als Schlager-Duo GlitzerHerz aufgetreten sind, weiterhin machen. „Wir setzen uns dann vor den Wohnwagen und spielen zum Spaß“, sagt Sonja Lang. „Und für den Applaus.“

Zwischen den ehemaligen Kasparis liegen dann so viele Kilometer, dass sie nicht mehr gemeinsam auftreten können. Dort, wo sie ihre Premieren hatten, in Windsbach, sind Papageno, Pavarotti und die Frieda nun in Rente gegangen.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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