Wie Kräuter im Garten besonders gut wachsen | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.04.2025 06:00

Wie Kräuter im Garten besonders gut wachsen

Eine Kräuterspirale bereichert jeden Gartentyp. (Foto: Peter Busch)
Eine Kräuterspirale bereichert jeden Gartentyp. (Foto: Peter Busch)
Eine Kräuterspirale bereichert jeden Gartentyp. (Foto: Peter Busch)

Beim Anbau von Kräutern gibt es nicht selten das Problem, Pflanzen, die häufig gegensätzliche Ansprüche an Licht und Sonne, Feuchtigkeit und Trockenheit und besonders an die Beschaffenheit des Bodens stellen, auf einem kleinen Grundstück einen passenden Platz zu bieten.

Da diese Anbaufaktoren auf kleinster Fläche kaum vorzufinden sind, empfehlen sich spezielle Bauweisen, um auch in unseren Breiten Kleinklimazonen zu schaffen, die z.B. denen des Mittelmeergebietes gleichen. Optimale Bodenverhältnisse, optimale Sonnenlage und Wärmespeicherung, gute Wasserabführung, alles dies zusammen erreicht man mit einem Kräutergarten auf einer Steinspirale.

So eine Kräuterspirale ist ohne großen Aufwand gebaut und braucht nur wenig Platz. Voraussetzung ist ein sonniges Fleckchen, idealerweise in der Nähe des Küchenausganges, um schnell einige Kräuter pflücken zu können. Als Baumaterial kommen Natursteine oder Bauschutt und ein Bottich in Frage.

Als Erstes wird der Grundriss - ausgehend von der Außenkante des Bottichs eine rechtsdrehende Schnecke - in der gewünschten Größe abgesteckt. Die Kräuterspirale ist dabei so auszurichten, dass das dazugehörige Wasserbecken nach Osten zeigt und so die größten Mauerflächen die Sonnenstrahlen des Tages einfangen können. Anschließend wird für das Wasserloch eine Grube ausgehoben und ein Bottich bzw. Mörtelfass ganz in den Boden eingelassen. Danach ist der Bottich zu drei Viertel mit Sand und nach Fertigstellung der Spirale mit Wasser aufzufüllen.

Trockenmauer für den Kräuteranbau

Von diesem Miniteich ausgehend, schichtet man spiralförmig von außen nach innen eine Trockenmauer auf. Diese aus Abbruch- oder Natursteinen gebaute Mauer sollte am Grund mindestens 50 cm breit sein und verjüngt sich nach oben um die Hälfte. Dies dient der Standfestigkeit. Beim Bau werden die Steine nur aufeinander geschichtet; sie werden nicht mit Mörtel oder Zement verbunden. Der höchste Punkt der Kräuterspirale liegt bei ca. einem Meter. Der Raum zwischen den Trockenmauern wird zuunterst mit Bauschutt oder kleineren Natursteinen aufgefüllt. Dies schafft eine optimale Wasserableitung; der Kalkmörtel sorgt für das gewünschte basische Milieu.

Dies beides und die Wärmespeicherung durch die Steine schaffen in der Mitte der Kräuterspirale ein ideales Kleinklima für die Mittelmeerpflanzen Rosmarin, Lavendel und Thymian. Im gesamten oberen Bereich der Spirale werden nur feinster Bauschutt oder Mörtel und eine abschließende Bodenschicht ausgebracht. In den unteren Bereichen findet dann immer mehr Gartenerde Verwendung. Hier wachsen die heimischen, feuchtigkeitsliebenden Pflanzen.

Von Rosmarin und Thymian bis zur Kapuzinerkresse

Von oben nach unten lassen sich auf der Kräuterspirale folgende Pflanzen ansiedeln: Im obersten Drittel Rosmarin, Lavendel, Thymian, Oregano, und Salbei; in der Mitte Basilikum, Bohnenkraut, Eberraute, Estragon, Weinraute, Winterbohnenkraut und Ysop. Im unteren Drittel fühlen sich Kamille, Kapuzinerkresse, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Portulak, Ringelblume, Schnittlauch und Zitronenmelisse wohl, während Brunnenkresse, verschiedene Minzen und Winterpostulein direkt am Teich ihren Platz finden.

Andere Kräuter kann man ihren Ansprüchen entsprechend zuordnen; große und buschig wachsende Vertreter, wie Liebstöckel, Comfrey, Wermut und Beifuß, nehmen zu viel Platz und Sonne für sich in Anspruch, so dass sie im Garten besser einen anderen Platz bekommen. Als Ergebnis lassen sich dann das ganze Jahr über immer einige Kräuter ernten und sorgen für eine unvergleichliche Würze in der Küche. Gartenbetriebe halten auch viele weitere hervorragende Möglichkeiten und viele Kräuter zur Auswahl bereit.

Gartenfirmen nehmen gerne die Ausführung vielfältiger Projekte vor. (Foto: Hauf & Hauf)
Gartenfirmen nehmen gerne die Ausführung vielfältiger Projekte vor. (Foto: Hauf & Hauf)

Was Gartenfans im April alles beachten sollten

Ihr Garten soll fit für die neue Saison werden? Unsere Expertentipps führen Sie durch die aufregenden Aufgaben im April.
Damit Tulpen gut wachsen können, brauchen sie einen trockenen Standort. (Foto: Sarah Jentzsch)

Wenn die Tulpen immer schlechter blühen

Entdecken Sie, wie Sie mit dem richtigen Anbau und Pflege eine üppige Tulpenblüte erreichen können. Lesen Sie wertvolle Tipps rund um die Frühlingsblüher.
Gartenfreuden: Nach dem Säen ist eine regelmäßige Befeuchtung sehr wichtig. (Foto: Pexels)

Von der Sonnenfalle bis zum Saatbad

Erfahren Sie Tipps von Experten, um sonnenhungrige Pflanzen in Ihrem Garten gedeihen zu lassen und Schädlinge natürlich zu bekämpfen.

Von Natur & Garten/Christian Treffer
north