Tulpen zählen zu Recht zu den beliebtesten Blumenzwiebeln, da sie mit ihrer Farben- und Formenvielfalt zu den schönsten Frühlingsblühern gehören. So meint denn auch der bekannte Staudenpionier Karl Foerster treffend: Ein Garten ohne Tulpen erlebt keinen Frühling.
So ist es auch kein Wunder, dass jährlich im Herbst in den Gärten immer wieder Tulpenzwiebeln gesetzt werden. Viele Gärtner stellen dann aber fest, dass die Tulpen nur im ersten Jahr gut blühen, in den Folgejahren jedoch lediglich kräftige Pflanzen ohne Blüten hervorbringen. Dies weist meist auf ungeeignete Standorte, unausgewogene Düngung, schroffe Temperaturwechsel oder ungleichmäßige Bodenfeuchtigkeit hin.
Bei der Kultur von Tulpen ist nämlich zu bedenken, dass sie Bewohner der Steppe sind. Pflanzt man die Zwiebeln in moorigen Boden oder dort, wo Nässe herrscht und Wasser nicht abfließen kann, wachsen sie ebenso schlecht wie auf mit frischem Stallmist gedüngtem Boden. Eine Voraussetzung für eine regelmäßige Blüte von Tulpen ist ferner, dass sie in ihrem Blattgrün ungestört bleiben, bis es sich von alleine eingezogen hat. Die verblühten Tulpen werden abgeschnitten, da die Entwicklung eines Fruchtstandes nicht erwünscht ist und nur die Regeneration der Zwiebel schwächt. Tulpen benötigen einen nährstoffreichen, durchlässigen, schwach sauren bis neutralen Gartenboden an sonnigem bis halbschattigen Platz. Bei einem schweren, lehmigen Boden wird unter die Zwiebel etwas Sand gelegt, um Krankheiten vorzubeugen.
Bewährt hat sich für Tulpen auch eine Erdmischung aus fünf Teilen Kompost und einem Teil Sand, der für die nötige Wasserdurchlässigkeit sorgt. Da Tulpen als Steppenbewohner über Sommer einen trockenen Standort benötigen, um abzutrocknen, ist ein sommertrockener Platz vor Hecken und Gehölzen, zwischen Rosen und Stauden ideal. Ist dies auf feuchtem, moorhaltigem oder schwerem Boden nicht möglich, lohnt es sich, die Zwiebeln nach dem Einziehen der Blätter mit der Grabegabel auszugraben und bis zum Herbst trocken und kühl zu lagern; Brutzwiebeln, Stiele und Wurzeln werden entfernt.
Sehr beliebt ist es auch, Tulpenzwiebeln in Pflanzschalen zu setzen. Dies hat drei Vorteile: sie bieten einen Schutz vor Wühlmausfraß, erleichtern ein einfaches Auspflanzen und ermöglichen zusätzlich eine sofort folgende Bepflanzung mit Sommerflor. Möglich ist es, direkt nach der Blüte die Pflanzschalen mit möglichst viel anhaftender Erde und Wurzeln auszugraben und an anderer Stelle im Garten einzuschlagen, bis sich die Blätter von alleine eingezogen haben; bis zum Herbst werden die Zwiebeln anschließend trocken und kühl gelagert.
Obwohl Tulpen mehrere Jahre am selben Ort gut wachsen können, lohnt sich auch bei diesen Pflanzen ein Fruchtwechsel, da es eine Bodenmüdigkeit und damit Anfälligkeit gegenüber wirtsspezifischen Krankheiten gibt. Geeignet sind Standorte, an denen vier bis fünf Jahre keine Tulpen standen. Die Zwiebeln werden dann am besten im September ca. acht bis zehn Zentimeter tief eingepflanzt, um noch vor dem Winter möglichst viele Wurzeln ausbilden zu können; eine wärmende Abdeckung des Bodens mit Herbstlaub unterstützt dieses Wachstum.
Mit ein wenig Umsicht lässt sich so auch in Gärten mit eher ungünstigen Verhältnissen eine jährlich wiederkehrende, üppige Tulpenblüte erreichen, für die sich der Mehraufwand lohnt.