Was gibt es Schöneres, als Leben in den eigenen Garten zu bringen und ihn Stück für Stück zu verschönern. Wir haben Tipps von Experten zusammengefasst, die Ihnen schöne Anregungen bei diesem Unterfangen geben.
Gerade in Jahren mit feuchtkalten Sommern sind Wachstum und Erntemenge von sonnenhungrigen Gemüsekulturen eher dürftig. Damit sich tropische Pflanzen, wie Gurken, Kürbisse, Zucchini und Tomaten, auch bei uns richtig zu Hause fühlen, lohnt es sich, im Garten Kleinklimazonen zu schaffen. Durch U-förmige Hecken aus ein- oder mehrjährigen Kulturpflanzen, die nach Süden geöffnet sind, erreicht man einen Randzoneneffekt: Die innen liegende Fläche ist vor Wind geschützt, und die Sonnenwärme wird besser gespeichert. Für den Garten bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:
Um langfristig ohne großen Arbeitsaufwand Sonnenfallen zu erhalten, pflanzt man reihum Topinambur, die schnell zu stattlicher Höhe heranwachsen, oder an die Seiten Johannis- oder Stachelbeeren und nach Norden der Sonnenfalle Himbeeren oder Topinambur. Möglich sind auch andere Frucht tragende Sträucher wie Holunder, Schlehe, japanische Quitte, Felsenbirne und Gartenheidelbeere. Für eine intensivere Nutzung innerhalb der Sonnenfalle spricht auch ein U-förmig aufgeschichtetes Hügelbeet, auf dessen Krone Tomaten wachsen.
Die nach Süden ausgerichteten Seiten des Hügelbeetes und die innere Fläche, die reichlich mit Kompost versehen wird, bieten neben Wärme auch ausreichend Nährstoffe. Hier wachsen gut Gurken, Zucchini und Bohnen. Auf der Nordseite finden Kohl, Sellerie, Porree und Schwarzwurzeln einen Platz. Natürlich kann man auch auf Hügelbeete verzichten; beim Anbau auf ebenen Beeten ist aber darauf zu achten, dass die Gemüsekulturen abgestuft nach ihrer Größe einen Platz finden, um Beschattungen zu vermeiden.
Beim Um- und Eintopfen von Balkonblumen, wie Geranien und Knollenbegonien, zeigen sich oft gelblich-weiße Würmer und auch Käfer. Später machen sie sich auch unter Sträuchern im Freiland bemerkbar oder Larven fressen an bereits früher umgetopften Blumen. Dabei handelt es sich um die Vollinsekten oder Larven des gefürchteten Dickmaulrüsslers. Während der Fraßschaden des Käfers nur zu optischen Einbußen führt, kann die Fraßtätigkeit der Larven kräftige Schäden verursachen. Bei einem starken Auftreten werden die Käfer ab Mai bis Anfang Juni spätabends eingesammelt, ehe sie wieder Eier ablegen. Gegen die Larven des Dickmaulrüsslers gibt es jetzt auch die Möglichkeit, mit Nützlingen vorzugehen.
Zu diesem Zweck werden etwa einen Millimeter lange Nematoden (Fadenwürmer) eingesetzt, die in die Larven eindringen, die daraufhin absterben. Für einen Erfolg mit diesen Nützlingen bedarf es aber einer genauen Beobachtungsgabe; ein Einsatz ist nur dann sinnvoll, wenn auch Larven vorhanden sind, da die Fadenwürmer warmes Wetter benötigen und nur drei Tage ohne Nahrung überleben. Um die Nützlinge zu bekommen, kauft man sich im Gartenhandel eine Packung Bodennützlinge oder einen Anforderungsschein und erhält dann einige Tage nach der Absendung eine Lösung geschickt, die, mit Wasser verdünnt, über die betroffenen Flächen ausgebracht wird. Eine Behandlung erfolgt am besten zu Anfang der Larvenentwicklung im Mai; eine zweite Behandlung kann eventuell im September/Oktober vorgenommen werden.
Zum Stecken von grünen Zäunen eignen sich besonders gut Weidenarten. Zu den früh blühendsten zählt die Salweide, die, beschnitten als Strauch, bis zu drei Meter und als Baum bis zu sieben Meter hoch wird. Niedrige Weidenarten sind die Kriechweide (0,5 bis 1 m), die Öhrchenweide (2 m), die Schwarzweide (4 m), die Mandelweide (5 m) und die aschgraue Weide (6 m). Baumartig, mit einer Größe von bis zu zehn Metern werden Bruchweiden, Lavendelweiden, Lorbeerweiden, Purpurweiden und Reifweiden; nur die Silberweide erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern. Die Blattknospen der zu verwendenden Steckhölzer sollten sich allerdings noch im winterlichen Ruhezustand befinden.
Mehrere Möglichkeiten bieten sich an: Junge, fingerdicke Äste von gut einem Meter Länge werden an beiden Enden schräg oberhalb einer Knospe angeschnitten. Diese Äste steckt man anschließend mit den beiden Enden halbkreisförmig zehn bis fünfzehn Zentimeter tief in den Boden. Dekorativ wirkt auch ein Zaun von im rechten Winkel verflochtenen Ästen, die ebenfalls angespitzt in den Boden gesteckt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, bis zu armdicke Äste von einem halben Meter Länge an der unteren Seite anzuspitzen und in den Wegrand einzuschlagen. Auch diese Weiden treiben schnell aus und bilden eine dichte Wegbegrünung. Wo sie stören, schneidet man sie nach Bedarf zurück; sie wachsen willig wieder nach. Außer einem sonnigen Standort ist nicht viel zu beachten; in der Regel wachsen Weiden auf jedem feuchten, nährstoffreichen Boden.
Im naturgemäßen Anbau fangen die Vorbeugung vor Krankheiten und die Förderung des Wachstums bereits beim Saatgut und seiner Behandlung an. Die Sämereien erhalten vor der Aussaat häufig ein Saatbad aus Kamillentee oder Baldrianblütenlösung. Baldrianblütenextrakt besteht aus den Blüten dieser Heilpflanze, die im frischen Zustand vier Tage in Wasser eingeweicht werden, ehe man die Flüssigkeit abseiht.
Für eine Beize mit Kamille bereitet man einen Kamillentee zu. Ein bis zwei Löffel Kamillenblüten werden mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und zugedeckt zehn Minuten ziehen gelassen. Danach wird abgeseiht und der abgekühlte Tee verwendet. Für diese Bäder legt man die Samen getrennt nach Sorten in mit dem Namen der Pflanze beschriftete Zellstofftaschentücher und belässt sie eine Viertelstunde in der angesetzten Lösung. Anschließend breitet man die Tücher auf einigen Zeitungen aus, sodass die Samen rasch trocknen. Noch am selben Tag wird ausgesät.
Bohnen, Erbsen, Kohl, Radieschen und Rettich erhalten ein Kamillenbad; Chicorée, Gurken, Kürbis, Paprika, Porree, Tomaten, Sellerie und Zwiebeln ein Bad aus verdünntem Baldrianblütenextrakt. Gegen Samen übertragende Pflanzenkrankheiten, meist pilzlichen Ursprungs, hat sich auch eine Heißwasserbeize bewährt. Die Samen werden bis zu einer halben Stunde in 50 Grad Celsius heißes Wasser getaucht, danach gekühlt, getrocknet und bald ausgesät.