„Wahlkampf? Kenne ich nicht”, sagt Bürgermeister Rainer Mayer in Weigenheim. Er will seine dritte Amtszeit antreten und kann dem 8. März auch relativ beruhigt entgegensehen: Er hat keinen Gegenkandidaten.
Das war schon bei seiner ersten und zweiten Kandidatur so und seiner Erinnerung nach auch bei seinem Vorgänger, Reinhard Kloha. Wahlkampf macht er keinen.
Trotzdem wird es im Gremium einen Umbruch geben: Viele der jetzigen Räte treten nicht mehr an, die beiden Rätinnen aber schon. Allerdings, das ist voraussichtlich die wesentlichste Änderung: Der neue Gemeinderat hat nur noch die Mindestzahl von acht Sitzen, weil weniger als 1000 Menschen in der Gemeinde mit den drei großen Ortsteilen Weigenheim, Reusch und Geckenheim wohnen. Fünf der jetzt noch zwölf Räte treten wieder an, mindestens drei neue werden also im künftigen Gremium sitzen.
Der Bürgermeister ist in Weigenheim ehrenamtlich. In seinem Ursprungsjob als Rettungssanitäter in Rothenburg arbeitet er seit seiner ersten Wahl 2014 noch zu 50 Prozent. „Das ist gut so, ich mach es nach wie vor gerne.” Davor saß er schon im Gemeinderat und war sechs Jahre lang stellvertretender Bürgermeister.
Der 53-Jährige ist kein gebürtiger Weigenheimer, sondern kommt aus Seenheim (Gemeinde Ergersheim). Durch den Fußball kam er nach Weigenheim, hier lernte er seine Frau kennen und wurde Vater zweier inzwischen erwachsender Kinder: Der Sohn ist 26, die Tochter 24.
Ihm gefällt in Weigenheim besonders, dass es keine Parteien gibt und kein Kirchturmdenken. Für das Gemeinschaftsgefühl über die ganze Gemeinde hinweg sei es sehr gut gewesen, dass die Dorferneuerung in allen drei großen Ortsteilen gemeinsam stattfand. „Es war ein kluger Schachzug von meinem Amtsvorgänger, dass er auch die Arbeitskreise über die Ortsteilgrenzen hinweg besetzt hat.” Dadurch habe man sich kennengelernt. Im Gemeinderat werde kontrovers aber immer sachorientiert diskutiert, Grabenkämpfe gebe es nicht. Vor dem bevorstehenden Wechsel ist ihm nicht bange: „Wir haben fast durchweg angenehme Menschen.”
Obwohl die vergangenen Jahre mit den vielen Baustellen schon fordernd gewesen seien, habe er sich nie überlegt, auf eine dritte Amtszeit zu verzichten. Es mache ihm im großen und ganzen Spaß, mit Leuten zu tun zu haben („das sieht man schon an meiner Ausbildung”) und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten mitgestalten zu können.
Für die nächste Wahlperiode sei Weigenheim gut gerüstet: Breitband ist verlegt, der Anschluss an die Uffenheimer Kläranlage schon erfolgt. Er sieht etwas magerere Jahre auf seine und alle Gemeinden zukommen und glaubt nicht, dass die jetzige Erhöhung der Kreisumlage die letzte bleibt.
Wünschenswert wäre die Ausweisung von Bauland in der Gemeinde. Aber das ist aus seiner Sicht finanziell derzeit nicht möglich. Doch das ist ein Thema für den neuen Gemeinderat.