Was das Theater Kopfüber anlässlich seines 20-jährigen Bestehens vorhat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.03.2026 13:06

Was das Theater Kopfüber anlässlich seines 20-jährigen Bestehens vorhat

Will Erfahrungsräume für Phantasie und Inspiration schaffen: Claudia Kucharski, Leiterin des Theaters Kopfüber (Foto: Thomas Wirth)
Will Erfahrungsräume für Phantasie und Inspiration schaffen: Claudia Kucharski, Leiterin des Theaters Kopfüber (Foto: Thomas Wirth)
Will Erfahrungsräume für Phantasie und Inspiration schaffen: Claudia Kucharski, Leiterin des Theaters Kopfüber (Foto: Thomas Wirth)

Das Theater Kopfüber hat allen Grund zu feiern. Im Sommer vor 20 Jahren nahm es seinen Spielbetrieb auf. Claudia Kucharski, damals wie heute die Chefin der kleinen Bühne, kann es selbst kaum fassen. Dementsprechend hat sie das Jahr unter ein optimistisches Motto gestellt: „Wunder planen“. Drei Neuproduktionen soll es geben.

„Verrückt, verrückt“, sagt Claudia Kucharski mit einem Schmunzeln: „Die Jahre gehen so eines nach dem anderen vorbei. Man merkt es nicht. Und auf einmal sind es 20.“ Das ist eine lange Strecke. Dass es das Theater, das vor allem für Kinder und Jugendliche spielt, noch gibt, und das immer noch am selben Ort, das war 2006 nicht abzusehen.

Claudia Kucharski findet es auf eine gewisse Art beruhigend, auch im Hinblick auf Sparzwänge, steigende Kosten und die jährlichen Zuschussdebatten. „Ich denke mir: Ja, was kann denn noch schiefgehen? Was wir alles bis jetzt mal gestemmt haben, werden wir auch weiterhin stemmen.“

„Eine Geschichte auf die Bühne zu bringen, ist immer wie ein Wunder“

Mindestens 80 Vorstellungen will sie in diesem Jahr spielen, neue Stücke und welche aus dem Repertoire. „Eine Geschichte auf die Bühne zu bringen, ist immer wie ein Wunder“, findet sie, „überraschend, unplanbar, voller Möglichkeiten – so wie das Leben selbst.“ Und wie im Leben versuche man im Theater Wunder zu planen, neue Beziehungen einzugehen, eigene Welten zu erschaffen und gemeinsame Erfahrungsräume für Phantasie, Inspiration und künstlerisches Erleben entstehen zu lassen.

Die erste Neuproduktion in diesem Jahr ist dann auch, ein Theaterstück über die Kraft der Phantasie für Kinder ab sieben Jahren: „Die Abenteuer des Barons Münchhausen“. Der legendäre Baron ist hier ein alter Mann. „Eine Sozialarbeiterin kommt, um nach ihm zu schauen“, erzählt Claudia Kucharski, „ich glaube, jemand hat ihn angeschwärzt.“ Aber wenn Münchhausen zu erzählen beginnt, fallen ihm die tollsten Geschichten ein. Eine Freundschaft entsteht.

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Die Spielvorlage hat die Ansbacher Theatermacherin zusammen mit dem polnischen Regisseur Dominik entwickelt. Die Titelrolle spielt Thomas Cermak. Das Kopfüber-Publikum kennt ihn aus der schwarzhumorigen Beziehungskomödie „Kleine Eheverbrechen“. Premiere ist am Montag, 6. April um 15 Uhr dort, wo Claudia Kucharski seit 20 Jahren lebt und arbeitet, in der Schalkhäuser Straße 100, im Theater Kopfüber.

Sehr glücklich ist die Theatermacherin, dass diese Produktion von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit mit einem Zuschuss in Höhe von 5.900 Euro unterstützt wird. Sie freut sich über die Großzügigkeit. „Das entlastet uns ein bisschen.“

Auch ein neues Stück für die Allerjüngsten

Ein neues Stück für die Allerjüngsten soll es in dieser Saison auch geben, ein „sensorisches Phantasiestück” für Kinder ab zwei Jahren, also eines, das die Sinne anspricht und ohne viel Worte auskommt. „Was träumt der Stuhl und was die Königin?“, heißt es. Die Monarchin und ihr Stuhl – kein Thron, sondern ein ganz gewöhnlicher – gehen auf Traumreise. Claudia Kucharski will das Stück über „Freundschaft, Vorstellungskraft und die Magie des Denkens“ zusammen mit Ula Grezla entwickeln. Die Regisseurin hat schon öfter am Kopfüber gearbeitett. Wann das Stück Premiere hat, steht bisher nicht fest.

Mitte November will die Kopfüber-Chefin, wenn alles nach Plan läuft, ein Stück über ein unplanbares Wunder herausbringen, das alle so gern planen möchten: über die Liebe. Ein humorvoller Schlagabtausch zwischen ihm und ihr, soll das werden zwischen den ersten Menschen. „Adam und Eva – grüner wird es nicht“ lautet der Titel. Regie führt Julia Mark, die ebenfalls ein Stammgast im Kopfüber ist. Texte zu dem Thema gibt es von Mark Twain und Peter Hacks, davon wollen sich die Theatermacherinnen anregen lassen.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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