Das Pflegeneuordnungsgesetz kommt - und es hat steigende Anforderungen für die Pflegegrade 1 bis 3 im Gepäck. „Wer überlegt, einen Erstantrag oder einen Erhöhungsantrag zu stellen, sollte das vor Jahresende tun“, rät Barbara Bückmann, Expertin bei „Stiftung Warentest Finanzen“. Denn für Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 eingereicht werden, gelten die bisherigen, oft günstigeren Kriterien.
Ein Pflegegrad ist die Voraussetzung, um Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen zu können - zum Beispiel die Kostenübernahme für einen ambulanten Pflegedienst oder Entlastungsbudgets für pflegende Angehörige.
Was genau ändert sich ab 2027 bei Pflegegraden? Dafür muss man wissen: Ob eine Person einen Pflegegrad bekommt - und wenn ja, welchen - hängt von einer Punktzahl ab. Sie ergibt sich aus der sogenannten Pflegebegutachtung und bildet ab, wie stark Fähigkeiten und Selbstständigkeit einer Person im Alltag eingeschränkt sind.
Ab 1. Januar 2027 braucht es für bestimmte Pflegegrade mehr Punkte:
Wer Sorge hat, seinen bereits bewilligten Pflegegrad zu verlieren, kann aufatmen. „Für alle bereits in einen Pflegegrad eingestuften Personen gilt ein Bestandsschutz“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium online.
Einen Pflegegrad beantragt man bei der zuständigen Pflegekasse. Sie ist an die Krankenkasse, bei der man gesetzlich oder privat versichert ist, angegliedert. Für eine erste Einschätzung, ob sich ein Pflegeantrag überhaupt lohnt, kann man auf einen Rechner der Verbraucherzentralen zurückgreifen.
Wurde der Pflegegrad abgelehnt oder fällt niedriger aus als erwartet, kann man bei der Pflegekasse Widerspruch einlegen. Das sollte man innerhalb eines Monats nach Eingang des Bescheides tun. Die Verbraucherzentrale stellt dafür einen kostenlosen Musterbrief zur Verfügung.
Den Widerspruch muss man dabei nicht zwingend begründen, es ist laut dem Portal „Gesund.bund.de“ aber ratsam, das zu tun - es erhöht die Erfolgschancen. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass fast ein Drittel der Widersprüche erfolgreich sind.
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