Überraschung bei Bürgermeister-Nominierung: Zwei neue Kandidaten in Ippesheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.02.2026 13:00

Überraschung bei Bürgermeister-Nominierung: Zwei neue Kandidaten in Ippesheim

Karl Schmidt kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt. (Foto: privat)
Karl Schmidt kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt. (Foto: privat)
Karl Schmidt kandidiert erneut für das Bürgermeisteramt. (Foto: privat)

Wo es Ortsteillisten statt Parteien gibt, kann eine Nominierungsveranstaltung mitunter sehr überraschend verlaufen. Das musste auch Bürgermeister Karl Schmidt erfahren.

Während die Parteien meist ihre Listen vorbereiten und ein spontaner Bürgermeisterkandidat bei der Nominierung äußerst unwahrscheinlich ist, kann bei den Ortsteillisten jederzeit etwas Unerwartetes passieren. So war es jetzt in Ippesheim.

Im Hauptort Ippesheim verlief die Nominierung noch erwartbar: Der amtierende Bürgermeister Karl Schmidt hatte schon zuvor angekündigt, wieder zu kandidieren. Er wurde denn auch nominiert. Selbst die Wahlleiter der Veranstaltungen in Bullenheim und Herrnberchtheim ahnten aber nicht, dass es auch aus ihren Reihen jemanden geben würde, der sich aufstellen lässt.

Damit die Wahl eine Wahl ist

Doch dann erklärte sich in Bullenheim Konrad Schmitt überraschend bereit, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Der mit 32 Jahren Jüngste des Bewerbertrios erläutert seine Motivation: „Mein Verständnis einer Wahl ist, dass man auch eine Wahl hat”.

Das war wiederum für Rainer Bullmer in Herrnberchtheim der Auslöser, ebenfalls seinen Hut in den Ring zu werfen. Gefragt worden sei er schon zuvor, doch gegen den amtierenden Bürgermeister Karl Schmidt alleine hätte er seiner Aussage nach nicht kandidiert. „Ich habe mit ihm eigentlich gute Erfahrungen gemacht”. Unter den veränderten Voraussetzungen war er aber nun ebenfalls bereit – die Überraschung war perfekt.

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Wer sind die Herausforderer? Beide wohnen offiziell erst (wieder) seit kurzem in ihrem jeweiligen Ortsteil, beide haben aber auch schon eine längere Geschichte mit ihm. Konrad Schmitts Oma betrieb in Bullenheim ein Gasthaus, so dass Schmitt von Kindheit an oft in Bullenheim war. Seit fast einem Jahr wohnt er in der ehemaligen Wirtschaft, mit der viele Bullenheimer etwas verbindet.

Mit den Heimatorten verbunden

Bullmer ist dagegen Herrnberchtheimer, auch nach seinem Wegzug in die Nachbargemeinde blieb er in der Feuerwehr aktiv. Inzwischen hat er in seinem Heimatdorf gebaut und schläft auch im fast fertigen Haus.

Schmitt ist im Jugendtreff und in der offenen Ganztagsschule in Uffenheim tätig. „Ich arbeite im sozialen Bereich. Es liegt mir schon ein wenig im Blut, mich für andere einzusetzen, auch für das Wohl der Gemeinde.” Auch wenn er vielleicht in der Gesamtgemeinde nicht so bekannt sei, sei er ein kommunikativer Typ, der das Gespräch mit den Gemeinderäten und Leuten aus anderen Ortsteilen suche.

Er habe ein Auge für Dinge, die nicht rund laufen – und auch keine Angst, sie anzusprechen. Als weiteren Punkt, der ihn aus seiner Sicht für das Amt qualifiziert, nennt er: „Ich behalte einen kühlen Kopf – auch in Zeiten, die allgemein vielleicht nicht so ruhig sind.”

Momentan arbeitet er Vollzeit, hätte aber im Falle seiner Wahl die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren, berichtet der gelernte Erzieher, der ein Lehramtsstudium von Psychologie und Soziales nach dem Bachelor abbrach.

Gute Zusammenarbeit im Rat ist vonnöten

Bullmer ist Gemeinderat in Markt Nordheim und bringt von daher kommunale Erfahrung mit sich. Sein Vater Wilhelm Bullmer saß lange Zeit im Ippesheimer Gemeinderat. Er ist Notfallsanitäter und arbeitete länger hauptamtlich beim BRK. Inzwischen ist er dort ehrenamtlich als Kreisbereitschaftsleiter tätig: Er ist Sprachrohr der Ehrenamtlichen, organisiert deren Dienste und Fortbildungen. Momentan arbeitet er Vollzeit als Servicetechniker in einem Elektrobetrieb.

Da er noch weitere Posten und Ämter hat, zum Beispiel fährt er Motorradstreife für den BRK und ist Erste-Hilfe-Ausbilder, müsste er im Falle seiner Wahl erst Zeit freischaufeln. Dafür habe er aber schon einen Schlachtplan, den er aber erst nach einer erfolgten Wahl bekannt machen will.

Wichtig sei ihm die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat – auch in Zeiten, in denen sich die Kassenlage mutmaßlich verschlechtert. „Ich kann ganz gut reden”; sagt er über sich selbst.

Bullmer ist geschieden, seine 18-jährige Tochter lebt bei ihm. Schmitt ist ledig. Amtsinhaber Karl Schmidt ist ebenfalls geschieden. Er hat drei Töchter von denen zwei verheiratet sind. Relativ frisch ist er zweifacher Opa.

Ein Zeichen guter Zusammenarbeit im Rat

Er war nach eigenen Angaben „schon überrascht”, dass er nun mit zwei Mitbewerbern um das Bürgermeisteramt konkurriert. Aber: „Das ist Demokratie”; nimmt der 63-Jährige (bei der Wahl ist er 64) es sportlich, obwohl nach seiner Aussage bisher noch kein Amtsinhaber mit einem Gegenkandidaten zu tun hatte. Die Gemeinde habe in der letzten Wahlperiode so viel investiert wie noch nie und stehe bisher finanziell immer noch sehr solide da, zieht er eine positive Bilanz. Dass so viele der bisherigen Gemeinderäte sich erneut um ein Amt bewerben, sieht er als Zeichen für die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat.

Das Bürgermeisteramt sei nicht nur Beruf, sondern auch Berufung. Man müsse überall mit anpacken und dürfe nicht auf die Uhr schauen. „Aber es macht auch Spaß: Man kann ein bisschen mitgestalten und manchmal Leuten schnell helfen.”

Bewerbertrio präsentiert sich gemeinsam

Eine Besonderheit in Ippesheim: Es gibt drei Termine, bei denen sich alle drei Bürgermeisterkandidaten gemeinsam präsentieren. Am 19. Februar in Bullenheim bei Weinbau Dürr, am 21. Februar im Dorfgemeinschaftshaus in Herrnberchtheim und am 27. Februar im ASV-Sportheim in Ippesheim. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Im Vorfeld, kann man über das Tool „Forms” Fragen an die Kandidaten stellen – eine Initiative des Herrnberchtheimer Gemeinderatslistenanführers Markus Smietana.

Ippesheim hält aber auch einen Negativrekord: Nur zwei der Nominierten sind Frauen. Damit ist deren Anteil der mit Abstand geringste im Landkreis.

Die Ausgangslage in Ippesheim

  • Amtierender Bürgermeister:
    Karl Schmidt (Wählergemeinschaft Ippesheim)
  • Aktueller Gemeinderat (12 Sitze):
    Wählergmeinschaft Ippesheim: 5
    Dorfgemeinschaft Herrberchtheim: 4
    Wählergemeinschaft Bullenheim: 3
  • Fürs Bürgermeisteramt sind nominiert:
    Karl Schmidt (Wählergemeinschaft Ippesheim)
    Rainer Bullmer (Wählergemeinschaft Herrnberchtheim)
    Konrad Schmitt (Dorfgemeinschaft Bullenheim)
  • Für den Gemeinderat sind 28 Personen nominiert (26 Männer / 2 Frauen):
    Wählergemeinschaft Ippesheim: 9 (8/1)
    Dorfgemeinschaft Herrberchtheim: 12 (11/1)
    Wählergemeinschaft Bullenheim: 7 (7/0)


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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