Trauriges Ende für Nahwärmenutzungspläne am Neustädter Buchberg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.03.2025 15:22

Trauriges Ende für Nahwärmenutzungspläne am Neustädter Buchberg

Die Biogasanlage nahe Unterschweinach könnte ordentlich Wärme liefern; doch das Interesse in der Bürgerschaft an einem Nahwärmenetz ist zu gering, um derlei wirtschaftlich umzusetzen. (Foto: Christa Frühwald)
Die Biogasanlage nahe Unterschweinach könnte ordentlich Wärme liefern; doch das Interesse in der Bürgerschaft an einem Nahwärmenetz ist zu gering, um derlei wirtschaftlich umzusetzen. (Foto: Christa Frühwald)
Die Biogasanlage nahe Unterschweinach könnte ordentlich Wärme liefern; doch das Interesse in der Bürgerschaft an einem Nahwärmenetz ist zu gering, um derlei wirtschaftlich umzusetzen. (Foto: Christa Frühwald)

„Wir haben die Wärme, aber wir nutzen sie nicht. Das ist eigentlich eine Schande.“ Mit diesen Worten fasste Uli Leopold, CSU-Stadtratsmitglied und Umweltbeauftragter des Gremiums, die Stimmung nach dem Aus für das Nahwärmenetz am Buchberg zusammen.

Am 24. April des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat beschlossen, die NeuStadtDienste mit der Umsetzung einer Wärmeversorgung des bestehenden Wohngebiets Buchberg mittels der Abwärme aus der zwischen dem Wohngebiet und Unterschweinach liegenden Biogasanlage Schweigert zu beauftragen. Denn die Schweigert’sche Anlage, die schon seit etlichen Jahren Strom produziert und bei der die Einspeisevergütung im Jahr 2030 ausläuft, entlässt einen Großteil der in ihr als „Abfallprodukt“ produzierten Abwärme in die Umgebungsluft – die von Uli Leopold angesprochene und eingangs erwähnte „Schande“.

An dieser Schande wird sich wohl auch nicht so bald etwas ändern, denn am Mittwochabend sah sich der Stadtrat gezwungen, seinen letztjährigen Beschluss aufzuheben. Grund: Von möglichen 160 Anwesen, die man an das geplante Nahwärmenetz hätte anschließen können, hatten gerade mal 28 Besitzer ein konkretes Interesse geäußert. 101 (63 Prozent) hatten einen Anschluss abgelehnt, zwölf hatten sich gar nicht erst zurückgemeldet, die übrigen hätten noch mehr Zeit für eine Entscheidung benötigt. „Unter diesen Bedingungen ist das wirtschaftlich einfach nicht darstellbar“, erklärte Klaus Stöhr, Prokurist der NeuStadtDienste, der im Verbund mit seinen Mitarbeitern laut Bürgermeister Klaus Meier „wahnsinnig viel Zeit, Energie und auch Geld investiert“ habe, um die Buchberg-Bewohner für das ökologisch wertvolle Projekt zu begeistern. Vergeblich.

Die Argumente wollten nicht so recht ziehen

Und woran lag’s? Nun, wie Stöhr erläuterte, hätten etliche Bewohner auf ihre noch zu jungen Heizungen verwiesen, einige hatten bereits alternative Energiequellen und wieder andere seien von den vergleichsweise hohen Anschlusskosten abgeschreckt worden. Dass sich diese nach wenigen Jahren dank der günstigeren Wärmepreise amortisiert hätten, habe auch nicht überzeugen können.

Tatsächlich wäre das Projekt nicht ganz billig geworden – weder für die Stadt noch im ersten Schritt für die Anwohner. Der so genannte Anschlusskostenbeitrag sei mit 1,3 Millionen Euro insgesamt kalkuliert worden – selbst wenn alle 160 möglichen Anwesen sich diesen geteilt hätten, wäre dies für jeden einzelnen ein durchaus signifikanter Betrag von mehr als 8000 Euro gewesen. Weitere 1,6 Millionen Euro hätte die Stadt beisteuern müssen und nur rund 1,2 Millionen wären vom Staat gefördert worden.

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Nicht-Nutzung der Abwärme „unverzeihlich”

Doch obwohl die Stadt damit um einen weiteren großen Ausgabeposten „herumkommt“, war der Katzenjammer am Ratstisch groß. Er „weine fast“, dass dieses Projekt gestorben sei, so Wilfried Westhauser vom Umweltteam, denn die Nicht-Nutzung der Abwärme sei einfach unverzeihlich. Martin Hufnagel (CSU) bezeichnete es gar als „Wahnsinn“, dass man nun mit leeren Händen dastehe, wobei man doch so viel Geld und Aufwand in Aufklärung und Werbung investiert habe. Beim nächsten Mal solle man doch einen gewissen Obolus von den potenziellen Anschlussnehmern verlangen, der ja dann im Falle der endgültigen Zusage verrechnet werden könne. Diese Idee allerdings stieß im Neustädter Gremium eher auf Skepsis.

Ganz und gar begraben allerdings wollte der Stadtrat zumindest die Idee der Wärmenutzung noch nicht. Man arbeite weiter, versicherten Bürgermeister Klaus Meier und Klaus Stöhr auf Nachfrage des anwesenden Biogasanlagenbesitzers. Eventuell könne man ja Gebäude des künftigen Bauareals Buchberg II dann anschließen – eine Aussage, die Rainer Schweigert allerdings auch nicht allzu hoffnungsfroh stimmte. „Und wann kommt der neue Buchberg? Das zieht sich doch schon ewig.“ Auf diese Frage konnte ihm an diesem Abend niemand eine Antwort geben.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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