„Kannst du mir mal eben bei der Steuererklärung helfen?“ Wer sich in Sachen Steuern ein wenig auskennt, hört diese Frage wohl immer mal wieder. Aber Vorsicht: Nicht jede gut gemeinte Unterstützung im Freundes- oder Verwandtenkreis ist auch erlaubt. Das Steuerberatungsgesetz regelt genau, wer Hilfe in Steuersachen leisten darf.
Unproblematisch ist es, einem Freund etwa das Elster-Programm oder andere Steuer-Software zu erklären, beim Sortieren der Belege zu helfen oder allgemeine Hinweise zu Werbungskosten und Sonderausgaben zu geben. „Solange der Steuerzahler seine Erklärung selbst erstellt, die Angaben prüft und die Verantwortung trägt, besteht in der Regel kein rechtliches Problem“, erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.
Anders sieht es aus, wenn jemand die Steuererklärung vollständig für andere erstellt, steuerliche Fragen eigenständig beurteilt oder sogar regelmäßig für mehrere Personen tätig wird. Das kann als unbefugte Hilfeleistung in Steuersachen gelten. Dabei spielt es keine Rolle, ob für die Hilfe Geld verlangt wird. Auch eine unentgeltliche Tätigkeit kann unzulässig sein, wenn sie nachhaltig oder wiederholt ausgeübt wird. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang von einer „geschäftsmäßigen“ Hilfeleistung. Dafür reicht es schon aus, wenn die Unterstützung regelmäßig erfolgt.
Eine wichtige Ausnahme gilt innerhalb der Familie. „Wer unentgeltlich Angehörigen wie Ehepartnern, Eltern, Kindern oder Geschwistern bei der Steuererklärung hilft, darf dies grundsätzlich“, so Karbe-Geßler. „Für Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen gilt diese Ausnahme jedoch nicht.“
Wer die gesetzlichen Grenzen überschreitet, muss mit Konsequenzen rechnen. Die Finanzbehörde kann unbefugte Hilfeleistungen an die zuständige Bußgeldstelle weiterleiten. Außerdem können unzulässige Vertreter gegenüber dem Finanzamt zurückgewiesen werden. In schwerwiegenden Fällen sind auch Bußgeldverfahren oder Unterlassungsansprüche möglich. Bußgelder können dabei bis zu 50.000 Euro betragen.
Die häufigste Begründung lautet meist: „Ich nehme doch gar kein Geld.“ Das schützt dem Bund der Steuerzahler zufolge jedoch nicht automatisch vor einem Verstoß gegen das Steuerberatungsgesetz. Ebenso wenig genügt es, die Erklärung als Unterstützer nicht zu unterschreiben. Entscheidend ist, wer die Steuererklärung tatsächlich erstellt und geprüft hat.
Wer Freunden helfen möchte, sollte sich deshalb auf allgemeine Unterstützung beschränken: das Steuerprogramm erklären, auf fehlende Unterlagen hinweisen oder gemeinsam die fertige Erklärung durchgehen. Die steuerlichen Entscheidungen und die Verantwortung sollten stets beim Steuerzahler selbst bleiben.
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