Das Projekt hätte schon längst abgeschlossen sein sollen. Doch die Generalsanierung des Stadtgrabens inklusive der Umgestaltung der Spielflächen für Kinder ist auch zum Altstadtfest noch nicht final umgesetzt. Das grüne Idyll im Herzen der Stadt ist in Teilen noch immer eine Baustelle, und das sorgt für eine Geduldsprobe.
Was im ersten Quartal des vergangenen Jahres als Generalsanierung mit Fertigstellung im Sommer 2022 angekündigt wurde, entpuppt sich längst als zähe Angelegenheit. Das Areal gleicht im nördlichen Bereich hin zur Fußgängerzone noch immer einer Dauerbaustelle, auf der sich schon mal für einen längeren Zeitraum nichts tut, ehe dann wieder Bewegung in das Projekt kommt.
Zuletzt hatte Andrea Heinlein, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Klimaschutz, auf Nachfrage der FLZ festgestellt: „Bis Ende Mai müssten die Arbeiten abgeschlossen sein.“ Doch schon da war zwischen den Zeilen herauszuhören, dass diese Einschätzung wohl mehr auf einer gut gemeinten Hoffnung, denn auf harten Fakten beruht.
Immer wieder waren im Verlauf der Arbeiten in der städtischen Grünanlage zeitraubende Probleme aufgetreten, die sich wie ein roter Faden bis heute durchziehen. Zunächst waren die neuen Sitzgelegenheiten aufgrund von Lieferengpässen verspätet eingetroffen. Im Anschluss musste erst ein Gutachten die Standfestigkeit der alten Stadtmauer belegen – die Verwaltung war besorgt, dass das tonnenschwere neue „Großspielgerät“ die Stabilität des jahrhundertealten Bauwerks gefährden könnte.
Die Expertise durch die Landesgewerbeanstalt bestätigte diese Befürchtungen nicht. Die Statik war und ist stabil. Aufgestellt werden konnten die Geräte aber immer noch nicht, zunächst mussten Risse in der Mauer ausgebessert und das Fundament nach der Frostperiode gegossen werden. Auch das zog sich.
Wie die Stadt nun bekanntgab, sind nun „noch der Fallschutz rund um die Spielgeräte“ sowie „die Hangflächen“ zu befestigen. Außerdem „sind an den Spielgeräten selbst noch Restarbeiten notwendig“, wie Anne Ziegler vom Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters erklärte und zuversichtlich meinte: „Diese Arbeiten sollten bis Ende des Monats abgeschlossen werden.“
Eine gute Nachricht, freilich kommt die für das Altstadtfest zu spät. Die Auswirkungen der Baustelle betreffen auch das größte Fest Ansbachs. Links und rechts des Weges säumen Bauzäune den vorderen Bereich des Stadtgrabens und verengen den Eingangsbereich. Auf maximal 600 Menschen ist die Besucherzahl ab 19 Uhr begrenzt. Mitarbeiter einer Security-Firma überwachen diese Vorgabe des Ordnungsamtes. „Das hat am ersten Abend für Verwirrung gesorgt“, räumt Jens Blank vom Hotel Hürner ein, der zusammen mit den StadtFreunden den Stadtgraben erstmals bewirtschaftet.
Am Südeingang wurden Menschen abgewiesen, weil die Vorgabe lautete, den Zugang über das Portal im Norden hin zur Fußgängerzone zu überwachen und zu steuern. „Die Sicherheit steht auch für mich an erster Stelle, aber verwunderlich war es schon“, meint Blank. Gerade das angedachte Erlebnis für Besucher, durch den Stadtgraben zu flanieren, dabei die Musik und die Atmosphäre mit hohen Bäumen und der einstigen Ringmauer zu genießen, war so nicht möglich.
Fraglos ärgerlich, doch in diesem Fall gab es eine überraschend schnelle Lösung. Nach einem Gespräch zwischen Oberbürgermeister Thomas Deffner und Blank am Donnerstag vor Ort entschied das Stadtoberhaupt pragmatisch, die Direktive der Verwaltung nicht ganz so streng auslegen zu müssen. Der obere Zu- und Ausgang steht damit am Wochenende zur freien Verfügung – sofern die Besucherzahl nicht überschritten ist.
Blank freut sich über die unkomplizierte Lockerung der Vorgaben. Auch wenn das ursprünglich angedachte Konzept mit einem großen Spielbereich für Kinder und einer lässigen Chill-Area für Erwachsene aufgrund der Einschränkungen durch die Baustelle nicht umgesetzt werden konnte. Doch damit hatte der Gastronom bereits Anfang des Jahres nach einer Ortsbegehung mit den zuständigen Vertretern der Verwaltung rechnen müssen. Schon damals waren Bedenken laut geworden, den Zeitplan nicht einhalten zu können.