Die Kirche St. Mauritius in Jochsberg erhält ihre restaurierte Bekrönung wieder | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.04.2026 11:30

Die Kirche St. Mauritius in Jochsberg erhält ihre restaurierte Bekrönung wieder

Machten sich vor Ort ein Bild (von links): der Vertrauensmann im Kirchenvorstand Jochsberg, Stefan Diezinger, Peter Ebersberger, Susanne Frieß und Markus Gakenholz von der Spenglerei Frieß in Ansbach. (Foto: Alexander Biernoth)
Machten sich vor Ort ein Bild (von links): der Vertrauensmann im Kirchenvorstand Jochsberg, Stefan Diezinger, Peter Ebersberger, Susanne Frieß und Markus Gakenholz von der Spenglerei Frieß in Ansbach. (Foto: Alexander Biernoth)
Machten sich vor Ort ein Bild (von links): der Vertrauensmann im Kirchenvorstand Jochsberg, Stefan Diezinger, Peter Ebersberger, Susanne Frieß und Markus Gakenholz von der Spenglerei Frieß in Ansbach. (Foto: Alexander Biernoth)

Die Außensanierung der evangelischen Kirche St. Mauritius geht in die letzte Phase. Nun wurde die Turmbekrönung mit Kugel, Kreuz und Wetterhahn von einem Kran wieder auf die Kirchturmspitze gehievt.

400 Blätter Blattgold hatte Susanne Frieß gebraucht, um die Kugel und den Stern sowie das Mondgesicht, die an dem Querbalken des Kreuzes angebracht sind, neu zu vergolden. Im September 2025 war die Turmbekrönung abgenommen worden, so Peter Ebersberger von der Ansbacher Spenglerei Frieß.

Die Mauritiuskirche im Leutershäuser Stadtteil Jochsberg ist ein Saalbau und wurde Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet. Wie der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, Stefan Diezinger, berichtet, stammt das Holz des Turmhelms laut dendrochronologischen Untersuchungen von Weißtannen, die im Winter 1591/92 gefällt wurden. Damit ist der Dachstuhl des Turms so alt wie die beiden älteren Glocken, die noch heute zum Gebet und zum Gottesdienst rufen.

Halbmond und Sonne vergoldet

Von wann die Turmbekrönung stammt, sei nicht ganz sicher, so Diezinger. Auf dem aus Schmiedeeisen gefertigten Kreuz ist die Jahreszahl 1897 noch deutlich zu erkennen. Ob es damals lediglich saniert oder neu gefertigt wurde, sei aus den Unterlagen nicht ersichtlich. Besonders an dem Kreuz ist, dass der Querbalken mit einem vergoldeten Halbmond auf der Nord- und einer ebenfalls vergoldeten Sonne auf der Südseite abgeschlossen wird.

Gerade der Halbmond stellte Susanne Frieß vor große Herausforderungen. Dieser hat nämlich ein Gesicht, und oberhalb des Auges sind aus dem Metall gearbeitete Augenbrauen vorhanden, die einzeln aufwendig vergoldet werden mussten. In der Kugel, die etliche Einschusslöcher aufwies, wurde wieder eine Zeitkapsel eingelassen, die Unterlagen, Zeitungen und Dokumente aus dem Jahr 2026 enthält.

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Stefan Diezinger berichtete, dass bei der Öffnung der Zeitkapsel vor gut einem halben Jahr eine Urkunde gefunden wurde, die von einer Turmsanierung im Jahr 1812 berichtet. Damals wurden das Kreuz, der Wetterhahn und der Knopf vom Dachdeckermeister Johann Tobias Steinlein aus der Nähe von Neustadt/Aisch abgenommen.

Ein Unwetter hinterließ 1928 große Schäden

Steinlein hatte einen neuen Stern angebracht und die Holmstange erneuert. Auch damals wurden Stern und Halbmond vergoldet. 1897 wurden das Turmkreuz und der Knopf erneut abgenommen und restauriert. Ein Unwetter am 4. August 1928 hinterließ große Schäden; und auch der Wetterhahn auf dem Turm war so verbogen, dass er abzustürzen drohte. Am 11. September 1928 wurden Kreuz und Wetterhahn nach der Reparatur wieder aufgesetzt.

Letztmals wurde 1968 die Turmbekrönung restauriert. Der Wetterhahn befindet sich fast 42 Meter über dem Erdboden. Mit einem Kran wurde die Bekrönung, die rund vier Meter hoch ist, auf den Turm gehoben. Das Gewicht können drei Mann gut tragen. Derzeit wird das Dach der Kirche teils neu gedeckt, dann müssen noch die Außenmauern gestrichen werden. In der zweiten Jahreshälfte soll die Sanierung abgeschlossen sein.

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