Kurz vor der Entscheidung über den deutschen Olympia-Bewerber haben sich die Segelverbände Bayerns und Nordrhein-Westfalens für Kiel als mögliches Segelrevier ausgesprochen. Die beiden größten Regionalverbände unter dem Dach des Deutschen Segler-Verbands (DSV) ziehen Kiel damit Rostock-Warnemünde vor. München und die Region Rhein-Ruhr - die neben Berlin um den deutschen Zuschlag für eine Olympia-Bewerbung ringen - haben sich bislang offen gelassen, auf welche der zwei Ostseestädte sie setzen.
Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) über den nationalen Kandidaten für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland entscheiden. Bislang hatte sich nur Berlin aufgrund der geografischen Nähe für Rostock-Warnemünde als Segelpartner entschieden.
Kiel bekommt nun Rückenwind aus den zwei anderen Regionen. Im erprobten Revier der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt wurden 1936 und 1972 bereits olympische Segelregatten ausgetragen. Die Verbände aus Bayern und NRW argumentieren mit einem „idealen Revier“, dem „Glanz einer Segelstadt von Weltrang“ und dem „einzigen deutschen Bundesstützpunkt Kiel“.
Beide Landesverbände haben Positionspapiere veröffentlicht und ihre Einschätzungen übermittelt. Ihre Überzeugung: Kiel könnte einer deutschen Bewerbung zusätzliche Zugkraft verleihen. Beim Bayerischen Seglerverband heißt es: „Entscheidend sind aus Verbandssicht Infrastruktur, Revierqualität, Leistungssportstrukturen und die neue Nachwuchsbasis in Kiel.“
Die bayerische Schlussfolgerung: „Der BSV spricht sich klar für Kiel-Schilksee als Segelstandort einer deutschen Olympia-Bewerbung aus.“ Ähnlich wird in NRW argumentiert: „Das anspruchsvolle Revier, die erprobte Infrastruktur, die Verzahnung mit dem deutschen Spitzen und Nachwuchsleistungssport sprechen für den Standort.“ Wichtig sei, „dass eine Entscheidung für Kiel nicht nur den Spielen dient, sondern bestehende Strukturen nachhaltig stärkt.“
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