Olympia: Jetzt wird es ernst für den Ansbacher Bob-Anschieber Felix Straub | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.02.2026 14:51

Olympia: Jetzt wird es ernst für den Ansbacher Bob-Anschieber Felix Straub

Pilot Francesco Friedrich möchte nach Silber im Zweier auch im Vierer eine Medaille holen. (Foto: Robert Michael/dpa)
Pilot Francesco Friedrich möchte nach Silber im Zweier auch im Vierer eine Medaille holen. (Foto: Robert Michael/dpa)
Pilot Francesco Friedrich möchte nach Silber im Zweier auch im Vierer eine Medaille holen. (Foto: Robert Michael/dpa)

Das Deutsche Haus in Cortina d'Ampezzo soll schon die eine oder andere legendäre Medaillenfeier während der Olympischen Spiele erlebt haben. Die Bob-Mannschaft um Pilot Francesco Friedrich allerdings, zu der der Ansbacher Felix Straub gehört, hielt sich bislang trotz Silber mit dem Feiern bei Olympia zurück.

Am Tag nach Platz zwei im Zweier klingelte für das Team früh am Morgen schon der Wecker. Es stand das Training mit dem Vierer an. „Statt zum Feiern ging es direkt ins Bett”, ließ Friedrich wissen. Die Mission Olympia ist ja erst halb erfüllt.

4-Jahres-Zyklus geht zu Ende

Sportler, speziell jene, für die die Olympischen Spiele große Bedeutung haben, denken oft in 4-Jahres-Zyklen. Als Straub 2022 von der Tartanbahn zu den Wintersportlern wechselte, sagte Friedrich sinngemäß: Er brauche einen, der ihn in vier Jahren zur Goldmedaille schieben könne.

Das Anschieben lernte der ehemalige Sprinter schnell und gut. Ob es tatsächlich mit Gold klappt, wird sich am Wochenende zeigen. Am Samstag und Sonntag stehen jeweils ab 10 Uhr die vier Läufe im großen Schlitten an. Nominiert ist die Stammbesetzung mit Friedrich an den Lenkseilen, Matthias Sommer (BRC Winterberg), Alexander Schüller (SV Halle) und Straub (BSC Sachsen Oberbärenburg).

16 Kurven auf 1749 Metern

Es wird dann beileibe nicht das erste Mal sein, dass Straub die 16 Kurven auf 1749 Metern zu Tal brettert. Bereits beim Weltcup im November war er auf der für viele Millionen neu erbauten Bahn aktiv. Heraus kam der zweite Platz, hinter der Mannschaft des großen deutschen Rivalen Johannes Lochner. Es war bisher insgesamt kein so guter Winter für die Friedrich-Truppe. Der Glanz einer Goldmedaille würde jedoch all die ernüchternden zweiten Plätze bis zur Bedeutungslosigkeit verblassen lassen.

Für Straub sind die Spiele in Italien der Höhepunkt seiner Sportlerkarriere. Als Leichtathlet hätte er es wohl nicht in den erlauchten Kreis der Olympioniken geschafft, von der Aussicht auf Medaillen ganz zu schweigen. Als Wintersportler hat Straub innerhalb weniger Jahre eine beeindruckende Liste an Erfolgen eingefahren, darunter zwei Weltmeisterschaften und diverse Weltcupsiege.

Neues Material intensiv getestet

Im Vierer werden die Karten neu gemischt und glaubt man Friedrich, hält er im großen Schlitten ein besseres Blatt als im Zweier. „Es geht im Vierer oben deutlich besser zu fahren”, sagt der vierfache Olympiasieger. Beim Training allerdings ergab sich zunächst die übliche Rangliste: Lochner knapp vor Friedrich.

Zur Vorbereitung auf die Spiele hatte sich die Friedrich-Crew in Innsbruck-Igls einquartiert, feilte am Material, das das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin zur Verfügung stellt, und ließ die Eröffnungsfeier sausen. Im Herbst hatte die Mannschaft die neuen Schlitten intensiv eingefahren, mit bis zu zwölf Fahrten pro Tag. Eine erhebliche körperliche Belastung.

27 Teams aus 18 Nationen sind am Start

27 Teams aus 18 Nationen und vier Kontinenten sind in Cortina d‘Ampezzo am Start, wenn es zum 24. Mal in der Sportgeschichte um Olympia-Medaillen im Viererbob geht. Seit über 100 Jahren gehört der Viererbob fest zum Olympiaprogramm. Debüt war 1924 in Chamonix. Erstmals in der Olympiageschichte sorgen gleich zwei Viererbob-Teams für karibisches Flair: Jamaica und Trinidad und Tobago.

Wer Lust hat, im Deutschen Haus mit den Sportlern und Promis (gesichtet wurden unter anderem Boris Becker und Jürgen Klopp) zu feiern, kann sich Tickets besorgen. Die gibt es für 349 Euro. Außer der Nähe zu den Athleten gibt es dafür einen Tag lang Zugriff auf exquisites Catering. Auf der Speisekarte standen unter anderem Lachsmedaillons in Weißweinbuttercreme und Maishendl an Weißbiersoße.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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