Schicke Klassiker: Iphöfer Knauf Museum zeigt Handtaschen aus 100 Jahren | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.03.2026 17:15

Schicke Klassiker: Iphöfer Knauf Museum zeigt Handtaschen aus 100 Jahren

 Die Taschenausstellung im Knauf-Museum Iphofen zeigt auch ausgefallene Exemplare.  (Foto: Benedikt Feser)
Die Taschenausstellung im Knauf-Museum Iphofen zeigt auch ausgefallene Exemplare. (Foto: Benedikt Feser)
Die Taschenausstellung im Knauf-Museum Iphofen zeigt auch ausgefallene Exemplare. (Foto: Benedikt Feser)

Das Knauf-Museum Iphofen zeigt ab Sonntag, 22. März, die Ausstellung „Trag mich! Handtaschen aus 100 Jahren“. Präsentiert werden rund 80 außergewöhnliche Handtaschen aus 100 Jahren, darunter ikonische Modelle internationaler Luxusmarken ebenso wie seltene, kunstvoll gearbeitete Exemplare.

Die Schau bietet laut einer Pressemitteilung einen einmaligen Blick auf die stilistische, kulturhistorische und gesellschaftliche Bedeutung der Handtasche – von frühen Stücken aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu Designklassikern von Hermès, Chanel, Gucci oder Ferragamo. Ein besonderer Reiz entsteht durch die Vielfalt der Materialien und Formen sowie durch die Verknüpfung von Modegeschichte, gesellschaftlichem Wandel und handwerklicher Innovation, die den Ansatz der Ausstellung prägt.

Die Geschichte der Handtasche spiegelt seit mehr als 100 Jahren nicht nur modische Trends wider, sondern reflektiert auch gesellschaftliche Veränderungen und die wechselnden Rollen der Frauen im sozialen Leben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Handtaschen – mit Griffen oder Schulterriemen – recht neu.

Begleitung im Alltag oder für den Abend

Erst mit der Industrialisierung und der zunehmenden Mobilität der Frauen wurden sie im späten 19. Jahrhundert ein praktisches Accessoire, um unterwegs persönliche Gegenstände wie Geld, Schlüssel oder Taschentuch unterzubringen. In den 1920er Jahren, einer Ära des gesellschaftlichen Wandels nach dem Ersten Weltkrieg, wurden Handtaschen immer selbstverständlicher als Begleitung im Alltag und für den Abend. Vielfältige Materialien und Formen bestimmten das Angebot. Kofferhersteller wie Louis Vuitton produzierten luxuriöse Ledertaschen, die nicht nur praktisch, sondern auch kostspielige Statussymbole wurden.

Die 1950er und 1960er Jahre brachten eine Reihe bis heute ikonischer Handtaschen-Designs hervor, etwa die Kelly Bag von Hermès, benannt nach Grace Kelly, und die Chanel 2.55 mit Steppnähten und Kettenriemen. Beide Modelle werden bis heute in Abwandlungen hergestellt und gelten als Sinnbilder für Eleganz und Weiblichkeit. Gleichzeitig spiegeln sie die wachsende Bedeutung von Luxusmarken in der Modewelt.

Neue Aufmerksamkeit mit der Jahrtausendwende

In den 1970er und 1980er Jahren entwickelte das Handtaschendesign eine enorme Vielfalt an Formen, Materialien und Farben. Italienische Marken wie Gucci, Fendi oder Prada etablierten sich neben französischen Klassikern. Aus den USA kamen spektakuläre Abendhandtaschen von Judith Leiber, während deutsche Lederwarenfirmen wie Goldpfeil und Comtesse international beachtete Modelle präsentierten.

Mit der Jahrtausendwende erhielten zahlreiche Klassiker neue Aufmerksamkeit und werden seither in limitierten Sondereditionen angeboten. Heute sind Handtaschen laut der Museumsankündigung „weit mehr als nur praktische Begleiter”. Sie stünden für Persönlichkeit, Handwerk und Innovation und entwickeln sich stetig weiter, um den Bedürfnissen und Wünschen der Frauen – und zunehmend auch der Männer – gerecht zu werden.

Die Öffnungszeiten des Knauf-Museums sind von Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

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