In Ipsheim gestaltet sich die Lage anlässlich der Kommunalwahl übersichtlich. Einziger Bürgermeisterkandidat ist Amtsinhaber Stefan Schmidt, der wie schon 2020 für die Liste „Ortsteile mit Ipsheim – gemeinsam stark” antritt. Positiv bewertet er, dass sich auch viele neue Gesichter für den Gemeinderat zur Wahl stellen.
Das amtierende Gemeindeoberhaupt ist 51 Jahre alt, lebt im Ipsheimer Ortsteil Oberndorf und strebt eine zweite Amtszeit an. Der Diplom-Handelslehrer, der an der Staatlichen Wirtschaftsschule in Bad Windsheim unterrichtet, stammt gebürtig aus Burgbernheim. Die Liste „Ortsteile mit Ipsheim – gemeinsam stark” führt Norbert Schuh an.
Eine weitere Liste stellt die Gruppierung „Ipsheimer Bürger”. 2020 trat Gabi Schöttle als Bürgermeisterkandidatin für sie an. Dieses Mal hat niemand seinen Namen für die Liste in den Hut geworfen. Schöttle, aber auch Schmidt, betonen, dass sie auch künftig zusammenarbeiten und die Kommune gemeinsam weiterbringen wollen. Wie Schöttle betont, würde sie gerne weiterhin als Stellvertreterin fungieren. Norbert Kopp führt die Ipsheimer-Bürger-Liste an.
Neue Listen im Vergleich zur Wahl 2020 sind in der Marktgemeinde nicht hinzugekommen. Zehn der amtierenden 14 Ratsmitglieder kandidieren erneut. Elf der 22 nominierten Personen waren 2020 nicht am Start, was einer Neustarterquote von 50 Prozent entspricht. 16 Männer und sechs Frauen möchten dieses Mal in den Rat einziehen, was eine Frauenquote von 22,7 Prozent bedeutet. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 47 Jahre. Ipsheim hat zudem mit statistisch knapp 1,6 Kandidaten je Ratssitz die drittniedrigste Kandidatendichte aller 38 Kreiskommunen – hinter Gollhofen (1,25) und Dietersheim (1,4).
Viele Bauprojekte stehen in den nächsten Jahren in der Marktgemeinde an. Als besonders wichtig stuft Schmidt die Kanalsanierung ein. Reparaturarbeiten an dem recht maroden Netz würden derzeit auf Regie laufen und erhöhen für das Folgejahr die Gebühren. Nach und nach müsse das angegangen werden. Ein Augenmerk müsse zudem auf dem Schulanbau liegen, den man im Gemeinderat schon auf den Weg gebracht habe. Man schaffe Platz für die Mittagsbetreuung, so dass alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam essen können. Zudem soll ein großer Veranstaltungsraum entstehen.
Hand angelegt werden müsse bei Rathaus und Kastenbau, um jeweils die Gebäudesicherheit zu gewährleisten. Auch der Denkmalschutz sei eingeschaltet. Die Substanz des Kastenbau-Daches müsse verbessert werden, so Schmidt. Dem Bauhof sei zudem aufgefallen, dass der stillgelegte Kamin des Rathauses erneuert werden müsse, damit er langfristig nicht in sich zusammenfalle. Das ehemalige Polizeihaus in Ipsheim soll mit einer hohen Förderung hergerichtet werden, drei Wohnungen sollen dort entstehen. Zuletzt waren dort Geflüchtete untergekommen, die nun in Mietswohnungen leben, sagt Schmidt. Geprüft werden soll außerdem, ob in Ipsheim ein kleines Baugebiet verwirklicht werden könne. Auch das Baugebiet in Kaubenheim sowie die Dorferneuerungen werden wichtig bleiben.
Mit all den Projekten nehme man sich viel vor. „Bei allen gibt es aber viele Gründe, warum sich zeitlich etwas verschieben kann”, betont Schmidt. Wenn bei manchen Vorhaben Geduld gefragt ist, hoffe man, an anderer Stelle ansetzen zu können.
Die Ipsheimer Bürger setzen auf drei Schwerpunkte für die nächste Legislaturperiode, erzählt Gabi Schöttle. Wirtschaftsförderung zählt dazu. Die Gruppierung wolle die Gemeinde wirtschaftlich stärken, regionale Arbeitsplätze fördern, die moderne Digitalisierung vorantreiben, erneuerbare Energien fördern und eine solide Haushaltsführung anstreben.
Infrastrukturmaßnahmen sollen vorangebracht werden. Im Fokus stehen dabei das Sanierungsgebiet im Ortskern, aber auch die Dorferneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen. Nachhaltige Lösungen und verlässliche Angebote für Familien sind den Ipsheimer Bürgern wichtig. Zusammenhalt stärken fasst den dritten Schwerpunkt zusammen – das beziehe sich, so Schöttle, auf jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin, ebenso wie auf Vereine und das Ehrenamt.