Zum Jahreswechsel wird es Realität: das neue „Dekanat an Sulzach und Wörnitz“, das aus den Dekanaten Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Wassertrüdingen gebildet wird. Der aktuelle Stand mit organisatorischen Weichenstellungen war Thema in der gemeinsamen Synode, in der bereits ein Blick auf eine mögliche weitere Ausdehnung gerichtet wurde.
Getagt wurde im Evangelischen Bildungszentrum (EBZ) auf dem Hesselberg. Den Präsidiumsmitgliedern um Dekanin Uta Lehner, Roswitha Fingerhut (Dinkelsbühl), Karl Neuberger (Feuchtwangen) und Rainer Schülein (Wassertrüdingen) war dabei auch das gegenseitige Kennenlernen wichtig. So wurden Begegnung und Gesprächen entsprechend Raum gegeben. Schülein hob bei der Eröffnung der Synode die Hoffnung hervor, gemeinsam Kirche zu sein und gemeinsam in die Zukunft zu gehen – mit vielen altbekannten und neuen Gesichtern. Diesen Gemeinschaftsgeist griff auch Dekanin Lehner in der Andacht auf, in der sie auf die Bedeutung der Psalmen einging.
In der Synode stellten sich die in den 46 Kirchengemeinden von Schnelldorf bis Obermögersheim und von Greiselbach bis Dombühl ehrenamtlich engagierten Personen vor. Es folgte ein gemeinsames Kennenlernen. In seinem Bericht informierte Schülein über die Genehmigung des Landeskirchenrats für das neue Dekanat. Namen, Strukturen und Gremien seien festgelegt. Uta Lehner sei zur Dekanin des neuen Verbundes berufen worden; die einzelnen Teams seien weitgehend festgelegt.
Rund 85 Prozent aller Hürden seien genommen, sagte Schülein. Der erste gemeinsame Haushalt ist bereits in Arbeit und soll in der Synode im März 2026 vorgestellt und beschlossen werden. Unklarheiten bestehen noch bei den Dekanatsumlagen. Die drei Dekanate hatten diesbezüglich bislang nämlich unterschiedliche Regelungen. Ein besonderer Fokus wird auf die Jugendarbeit mit Schaffung von Angeboten und Räumen gelegt. Betont wurde in der Synode außerdem der Kontakt zum EBZ. Die Kirchenmusiker arbeiteten an einem gemeinsamen Konzept. Als deutliche Erleichterung für das Zusammenwirken wurde die Arbeit der drei Sekretärinnen in den Pfarrbüros gesehen.
An Herausforderungen mangele es jedoch nicht. Denn Zielvorgabe der Landeskirche bis zum Jahr 2035 seien Dekanatsbezirke mit mehr als 35.000 Gemeindemitgliedern. Das neue Dekanat an Sulzach und Wörnitz hat jedoch nur etwa 33.100 Mitglieder. Die Mitgliederentwicklung in den bislang noch eigenständigen drei Dekanaten wurde anhand von Tabellen aufgezeigt. Es geht um ein Minus von durchschnittlich elf Prozent. Perspektive wäre eine Erweiterung um Rothenburg und Leutershausen. Wachsen in der Struktur, im gegenseitigen Vertrauen, in der Zusammenarbeit und im Glauben, fasste Schülein zusammen.
Eine rege Diskussion entspann sich zum aufgezeigten Weg und zu den vorgestellten Fakten und Zahlen. Die Diakonie sei, wie es hieß, ein wichtiger Eckpfeiler, der Kirche im ländlichen Raum sichtbar werden lasse. Vorgebracht wurde, dass das Dekanatsgebiet besser gleich dem Gebiet des Landkreises entsprechend ausgebildet werden sollte. Des Weiteren wurde aber auch zu Bedenken gegeben, dass sich durch immer größere Strukturen das Miteinander verliere. Weniger Kirchenmitglieder, weniger Finanzmittel und weniger Hauptamtliche zwingen zum Handeln und erfordern verlässliche Strukturen, damit sinnvolle Arbeit in den Gemeinden geleistet werden kann, führte Dekanin Lehner aus.
Die Wünsche der Ehrenamtlichen für die Zukunft, für die Gemeindearbeit oder Zusammenarbeit wurden vor der Schlussandacht und Segen auf sechs Schautafeln von den Gemeindevertretern aufgeschrieben und diese Punkte seien die „Hausaufgaben“ des Präsidiums für die nächste Synode im März 2026, hieß es abschließend.