„Nichts von dem, was Frauen heute selbstverständlich erscheint, war es jemals.” Frauen mussten für vieles kämpfen, müssen es oft immer noch. Dies betonte Neustadts stellvertretende Bürgermeisterin Heike Gareis am Sonntag beim Internationalen Frauentag in der Bühne im Torhaus.
Sie erinnerte daran, dass Frauen in Deutschland vor 100 Jahren zum ersten Mal wählen durften. „Zuvor entschieden Männer über deren Leben und über Politik.” Bis 1997 benötigten Frauen hierzulande die Zustimmung ihres Gatten, um arbeiten zu dürfen. Die Geschichte zeige: Fortschritt falle nicht vom Himmel, er entstehe, wenn Frauen mutig seien. Dies verdeutlichte auch der nachfolgende Dokumentarfilm.
Dieser zeigte, wie isländische Frauen am 24. Oktober 1975 Geschichte schrieben. 90 Prozent von ihnen beteiligten sich an einem Streik, den sie als „freien Tag” deklarierten. Sie legten in allen Branchen und daheim die Arbeit nieder und legten das Land lahm. Vor mehr als 50 Jahren wurde dadurch etwas angestoßen, das die isländische Gesellschaft nachhaltig verändert hat. Inzwischen sind 48 Prozent der Mitglieder im isländischen Parlament Frauen. Damit stellen sie die höchste Quote weltweit.
Auch in Deutschland muss noch einiges im Hinblick auf Gleichberechtigung geschehen. Dies wurde nach dem Film in der Torhausbühne deutlich. Ruth Billmann, lange Zeit Neustädter Stadträtin und als erste Frau Trägerin der goldenen Bürgermedaille, erzählt etwa, was sie bewegte, in die Politik zu gehen. Bedauert wurde in der Runde, auch von Bürgermeister Klaus Meier, dass bei den Wahlen am Sonntag sogar weniger Frauen kandidierten als zuletzt. Es sei noch einiges zu tun und wichtig, dass sich Frauen gegenseitig pushen und sich mehr zutrauen. Denn: Wenn sie zusammenhalten, könne man unglaublich viele bewegen, so Gareis.