Bürgermeister Dr. Manfred Kern tritt nicht wieder an. Sein designierter Nachfolger, weil einziger Kandidat, ist Martin Grosch. In Marktbergel sind bei den Kommunalwahlen mit CSU/WG, Linke und Bürgerliste drei Listen am Start.
Martin Grosch ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Von Beruf ist er Justizvollzugsbeamter. Seit fast zwölf Jahren sitzt Grosch im Gemeinderat. Die Arbeit dort mache ihm viel Spaß, erzählt er. „Man kann etwas bewegen.“ Das Amt des Bürgermeisters findet er spannend. Besprochen habe er die Kandidatur natürlich mit der Familie. Auch mit seinem Beruf lasse sich das Amt vereinbaren.
Er weiß, was auf ihn und den Gemeinderat zukommt. So muss für die alte Schule eine Lösung gefunden werden. Dazu habe es viele Überlegungen gegeben. Doch es geht da auch um die Finanzierung. Und: „Wir brauchen aber ein Dorfzentrum“, betont er. Ein Heim für die Vereine und das Thema Jugendraum hat er auch im Blick.
Es warten noch weitere Aufgaben. Denn ein Gewerbegebiet werde auch dringend benötigt. Eine vorhandene Fläche müsse jetzt nur noch vernünftig erschlossen werden. Bauplätze nennt Grosch als nächstes Thema, das man angehen müsse. „Bauanfragen sind da.“ Der Abriss und die Baufreimachung des Pesterareals sei abgeschlossen. Dort könnten sieben, acht Bauplätze entstehen.
Was ihn noch umtreibt, ist ein Nahwärmenetz. Der Versuch, eines zu verwirklichen, sei an der zu geringen Zahl der Teilnehmenden beziehungsweise an den zu weit auseinanderliegenden Anwesen gescheitert. Denn ein Nahwärmenetz müsse wirtschaftlich sein. Grosch gibt die Hoffnung auf ein solches nicht auf.
Beim Tourismus denkt der 49-Jährige an eine attraktivere Gestaltung des Petersbergpfads. Auch Wohnmobilparkplätze könnte er sich vorstellen. Wichtig ist ihm der Erhalt des Dorfladens wie auch des gesamten Dorfkerns. Da sich trotz Geldmangels in den vergangenen Jahren einiges getan hat, ist Grosch für die anstehenden Dinge zuversichtlich.
Nominiert wurde Grosch von der CSU/WG. Die Freie Wählergemeinschaft tritt nicht mehr an. Neu dabei sind die Linke und die neugegründete Bürgerliste, in deren Reihen sich auch zwei aktuelle Mandatsträger der CSU/WG befinden; sie hatte sich nach eigenem Bekunden gegründet, weil nach dem geänderten Wahlrecht in Marktbergel nicht mehr als zwölf Personen auf einer Liste stehen dürfen. Die Neugründung versteht sich eher als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur CSU-Liste.
Die sechs Frauen auf den drei Listen bedeuten eine Frauenquote von 26,1 Prozent, was etwas unter dem Landkreisdurchschnitt (31,3 Prozent) liegt, aber höher ist als die 20 Prozent bei der 2020er-Wahl. Das Durchschnittsalter ist mit nicht ganz 44 Jahren um gut ein Jahr unter dem Schnitt aller Bewerberinnen und Bewerber im Kreis. Sieben der amtierenden zwölf Ratsmitglieder kandidieren erneut. 16 der 23 Nominierten waren 2020 nicht am Start, was einer im Landkreisvergleich hohen Neulingsquote von fast 70 Prozent entspricht.