Die Freien Wähler wollen den Bundestag zum größten Rathaus Deutschlands machen. Ein Vertreter dieses größten Rathauses möchte der Gerhardshöfer Gemeinderat Andreas Scholz werden. Das Wohl der Kommunen liegt ihm am Herzen. „Die Aufgaben werden immer mehr, aber das Geld fehlt.“ Das will Scholz ändern.
Der 41-Jährige nimmt die Position des FW-Spitzenkandidaten im Wahlkreis Fürth ein – obwohl die Gemeinde Gerhardshofen im Wahlkreis Erlangen liegt. Ein Nachteil? „Natürlich wäre es schöner, wenn man auch in der eigenen Gemeinde gewählt werden könnte.“ Aber daran, betont Scholz, soll es nicht scheitern. Beide Kreisvorsitzende – Fritz Ruf für Fürth und Gabi Schmidt für Neustadt/Aisch-Bad Windsheim – hätten ihn gefragt. „Das war für mich eine große Ehre.“ Lange nachdenken musste er da nicht.
Seit über zehn Jahren schon sitzt der Freie Wähler im Gerhardshöfer Gemeinderat, kandidierte sogar schon für das Bürgermeister-Amt. Entsprechend steckt in Andreas Scholz viel Herzblut für die Kommunalpolitik. „Der Bund beschließt etwas und die Gemeinden müssen es umsetzen und bezahlen.“ Das sei häufig schlicht unfair.
Hinzu komme die Bürokratie. Scholz nennt das Birnbaumer Feuerwehrhaus als Beispiel. Der Formalkram habe sehr viel Zeit gefressen, bis überhaupt der erste Stein gesetzt werden konnte. „Das ist Wahnsinn.“ Breitband, Mobilfunk, Kinderbetreuung: Immer mehr werde von oben auf unten abgewälzt.
Als UWG-Kreisvorsitzender habe er jüngst das Gespräch mit Klinikvorstand Stefan Schilling gesucht. Die Studien, die für die Gesundheitsversorgung herangezogen werden, kämen aus Städten, der ländliche Raum werde „vernachlässigt“. Man könne es niemandem zumuten, nach Nürnberg oder Erlangen fahren zu müssen, um eine Klinik zu erreichen. Entsprechend sei der Erhalt wichtig.
Ja, Zuwanderung brauche es gegen den Fachkräftemangel. „Die Boomer gehen langsam in den Ruhestand.“ Trotzdem müsse man rechtlich prüfen, inwieweit man gegen Geflüchtete, „die auffällig geworden sind“, besser vorgehen kann. Und ganz generell müsse die Wirtschaft gestärkt werden, mit Steuervorteilen für Firmen und geringeren Energiepreisen.
Scholz ist Chef beim ASV Birnbaum, zudem ist seine Familie bei den „Geißböcken“ in Neustadt aktiv. Und er liebt die Imkerei. Wenn ihm dafür durch ein Bundestagsmandat weniger Zeit bleibt, wäre er aber eher zufrieden. Der Gerhardshöfer hofft auf drei FW-Direktmandate in der Bundesrepublik, damit es die FW in den Bundestag schaffen. „Und ich hoffe auf ein gutes Zweitstimmenergebnis, damit wir möglichst viele werden.“ Scholz steht auf Listenplatz 45.