Damit hätten die wenigsten gerechnet, nicht einmal der (vorläufige) Wahlsieger selbst. Der für die Bürgerliste (BLU) angetretene Thomas Schmitt kam auf 42,6 Prozent der Uffenheimer Stimmen und lag damit um 4,3 Prozentpunkte vor Amtsinhaber Wolfgang Lampe (38,3 Prozent). Die beiden Bewerberinnen sind damit aus dem Rennen.
Ganz und gar nicht unzufrieden wirkte allerdings Anna-Lena Langmann-Göller. Mit 13,6 Prozent holte die Überraschungskandidatin der FWG, die in der Kitzinger Verwaltung beschäftigt ist und zumindest kommunalpolitisch in Uffenheim bisher nicht in Erscheinung trat, auf Anhieb ein zweistelliges Ergebnis.
„Ich habe mir vorher nicht viel ausgerechnet”, erklärte sie am Wahlabend gegenüber der Redaktion – umso zufriedener sei sie jetzt. Für die Stichwahl wolle sie derzeit weder eine Prognose noch eine Wahlempfehlung aussprechen.
Aus Sicht von Yvonne Hirsch (Grüne, 5,5 Prozent) habe sie es schwer gehabt. „Als Frau, als Grüne und dann auch noch als jemand, der ursprünglich nicht aus Uffenheim kommt”, sei es eben schwierig gewesen. Denen, die sie trotz dieser „Handicaps” gewählt haben, sei sie dankbar, gehofft habe sie allerdings auf ein besseres Ergebnis. Auch sie wolle keine Empfehlung für die Stichwahl aussprechen, sondern konzentriere sich nun auf die Fraktionsarbeit im kommenden Stadtrat.
Wolfgang Lampe machte aus seiner Enttäuschung am Wahlabend keinen Hehl. „Da brauche ich nicht drumherum zu reden, ich hatte mir das anders vorgestellt.” Mit einer Stichwahl habe er zwar gerechnet und auch die Tatsache, dass er als Amtsinhaber für die schlechte finanzielle Situation der Stadt zum Sündenbock gemacht werde, sei nicht überraschend. Sein Rückstand jedoch „sei nicht die Welt” und bis zur Stichwahl werde er noch einmal alles versuchen, um die Wählerinnen und Wähler zu überzeugen.
„Geradezu überwältigt” vom Wahlergebnis zeigte sich Thomas Schmitt. Der Kandidat der Bürgerliste sprach von einem „sehr, sehr guten Ergebnis”, mit der er in dieser Form „nicht gerechnet” habe.
Im Gespräch mit der Redaktion erklärte er, man werde jetzt zunächst mal in einem Uffenheimer Gasthaus feiern und sich anschließend für die Stichwahl formieren. Eine Änderung in Richtung Attacke werde es in den zwei Wochen bis zur Stichwahl mit der BLU nicht geben: „Wir stellen einfach unsere Argumente in den Vordergrund, ohne auf den politischen Gegner einzuprügeln.”
Bei der Stadtratsauszählung kristallisierte sich heraus, dass die Bürgerliste mit sechs Sitzen wohl die stärkste Fraktion stellen dürfte. CSU, SPD und Freie Wähler lagen im vorläufigen Ergebnis jeweils bei vier Mandaten, zwei Sitze könnten an die Grünen gehen.
Thomas Schmitt, der auch im Bürgermeisterrennen vorn liegt, hatte mit etwas über 1500 Voten auch die meisten Stimmen bei der Wahl zum Stadtrat auf sich vereinigt. Folgende Personen haben es in den Stadtrat geschafft: