Rainer Bullmer löst Amtsinhaber Karl Schmidt als Ippesheimer Bürgermeister ab. Das ergab die Stichwahl am Sonntag. Bei dieser holte Bullmer 61,1 Prozent, Schmidt kam auf 38,9 Prozent.
An der Entscheidung nahmen 706 der 947 Wahlberechtigten teil, also 74,6 Prozent. Davon entfielen auf Amtsinhaber Schmidt 272 und auf Bullmer 427 Stimmen; sieben Stimmen waren ungültig.
In der ersten Runde am 8. März hatte die Wahlbeteiligung noch 78 Prozent betragen. Dabei hatte Bullmer mit 42,0 Prozent fast sechs Prozentpunkte Vorsprung vor Schmidt. Allerdings errang der dritte Bewerber, Konrad Schmitt, beinahe 22 Prozent der Stimmen. Die Frage für die beiden Stichwahlkandidaten war also, wohin würden die 161 Stimmen gehen, die Konrad Schmitt errungen hatte.
Der amtierende Bürgermeister war sich fast sicher, dass es ein enges Rennen würde. Das habe in Ippesheim sozusagen schon Tradition; er entsinne sich noch an eine Bürgermeisterwahl in der Marktgemeinde, die mit einer Stimme Vorsprung entschieden wurde. Doch diesmal wurde es am Ende ein recht deutliches Ergebnis, mit dem nach eigenem Bekunden selbst Bullmer nicht gerechnet hatte.
Karl Schmidt, so merkte Bullmer an, sei der erste Gratulant gewesen, noch bevor der letzte Stimmbezirk – die Briefwahl – fertig ausgezählt war. Bullmer hatte in allen drei Wahllokalen der Marktgemeinde deutlich vorne gelegen, in Ippesheim und Bullenheim mit jeweils um die 60 Prozent, in seiner Heimatgemeinde Herrrnberchtheim sogar mit 75 Prozent. Im dortigen Dorfgemeinschaftshaus stieß Bullmer bei seiner Wahlparty am Sonntagabend denn auch mit den Gästen an. Es ist das erste Mal, dass der Ortsteil Herrnberchtheim den Ippesheimer Bürgermeister stellt.
Der 64-jährige Schmidt hatte, wie er einräumte vor dem ersten Wahlgang, nicht mit seiner Abwahl gerechnet. Erst der schon etwas deutliche Abstand in der ersten Runde hatte ihm diese Möglichkeit gewahr werden lassen. Es liege wohl auch daran, dass die Wählerinnen und Wähler auf einen deutlich jüngeren Kandidaten setzen wollten. Bullmer ist 45 Jahre alt.
Der geschwundene Zuspruch für Schmidt liege, so mutmaßte dieser, vielleicht auch daran, „weil man als Bürgermeister auch dem einen oder anderen mal auf die Füße steigen muss”.
Für Bullmer heißt es nun, sich ein Stück weit neu zu sortieren. In Ippesheim ist das Bürgermeisteramt ehrenamtlich, das muss der Servicetechniker und ehrenamtliche Rettungssanitäter nun in Einklang bringen.