Die Stichwahl in Uffenheim versprach, ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu werden. Letztlich siegte der Herausforderer der Bürgerliste, Thomas Schmitt, mit 53,3 zu 46,7 Prozent deutlicher als erwartet gegen den SPD-Amtsinhaber Wolfgang Lampe. Letzterer will sich nun komplett aus der Stadtpolitik zurückziehen und sein Stadtratsmandat nicht annehmen.
Ein mutmaßlicher Luftgewehr-Schuss auf Lampes Auto, eine Hetzschrift und Fake-News: In Uffenheim endete am Sonntag eine sehr hitzige Wahl-Zeit. Die Geschehnisse zwischen dem ersten Wahldurchgang und der Stichwahl setzten beiden Kandidaten auch zu, wie diese bekennen. „Die letzten beiden Wochen waren sehr kräftezehrend, es gab viele unschöne Vorkommnisse und Gerüchte”, betont Schmitt. Er sei froh, dass der Wahlkampf nun vorbei ist.
Die konstituierende Sitzung im Mai bedeutet für die Uffenheimer Stadtpolitik einen Einschnitt. Die Bürgerliste darf sich als große Gewinnerin der Kommunalwahl feiern lassen: Schmitt ist mit dem „grandiosen Ergebnis für die Bürgerliste im Stadtrat“ hochzufrieden, „das Bürgermeisteramt ist natürlich die Krönung“. Doch nun wartet eine durchaus stressige Zeit auf ihn: Bevor er den Chefsessel im Rathaus übernimmt, muss er im März und April noch an einem Würzburger Gymnasium weiter unterrichten und seinen Abitur-Kurs zu einem erfolgreichen Ende führen, das gebiete das „Berufsethos“. Die Osterferien will er dann für die Amtsübergabe nutzen.
Beim Telefonat – gut eine halbe Stunde, nachdem das Endergebnis feststand – war Schmitt noch ein wenig sprachlos. „Ich hatte überhaupt keine Einschätzung, wie die Stichwahl ausgehen wird, dachte aber, dass es sehr knapp wird.“ So knapp war es letztlich aber gar nicht, Schmitt holte exakt 206 Stimmen mehr als Amtsinhaber Wolfgang Lampe (53,3 zu 46,7 Prozent), bei einer Wahlbeteiligung von 60,6 Prozent.
Die Gollachgau-Musikanten stimmten ihn denn auch musikalisch vor dem Rathaus auf den neuen Berufsabschnitt ein. Anschließend ging es weiter in die „Traube”, zum „Zusammensitzen” der Bürgerliste. Schmitt ließ da schon durchblicken, dass nicht bis in die Morgenstunden gefeiert wird, schließlich warten am Montag die Schülerinnen und Schüler.
Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Für Wolfgang Lampe endet Ende April eine zwölfjährige Bürgermeister-Ära. Der Uffenheimer Noch-Bürgermeister ist durchaus überrascht vom Ausgang der Stichwahl. „Die Wahl ist halt so wie sie ist.“ Er hat seinem BLU-Kontrahenten gratuliert und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft und das verantwortungsvolle Amt.
Lampe selbst bedankt sich für das Vertrauen während seiner Bürgermeisteramtszeit, will sich nun aus der Uffenheimer Stadtpolitik aber zurückziehen und sein Stadtratsmandat auch nicht annehmen. „Es war mir eine Ehre, für die Stadt Uffenheim zu arbeiten“, aber nun sei Schluss. „Ich werde jetzt in den Ruhestand gehen.“ Nachrücken würde laut Stadtratswahlergebnis die amtierende SPD-Rätin Ursula Suchanka, sofern sie annimmt. Lampe: „Ich werde mich jetzt nur noch auf den Kreis konzentrieren“, als Kreisrat.
Pikantes Detail am Rande: Der frühere Stadtbaumeister Rudolf Rupsch hatte am Samstag (7. März) vor dem ersten Wahldurchgang in Uffenheim eine Schmähschrift gegen Wolfgang Lampe ausgelegt. Durch den Sieg von Thomas Schmitt wird nun die Tochter von Rudolf Rupsch, Daniela Rupsch, als Stadträtin nachrücken – vorausgesetzt, sie nimmt das Mandat an. Ansonsten wünschen sich nun alle wieder mehr Ruhe für Uffenheim – ohne Angriffe, Schmähschriften und üble Gerüchte.