Interaktiver Unfallatlas: Das sind in Ansbach die gefährlichsten Stellen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.09.2024 15:28

Interaktiver Unfallatlas: Das sind in Ansbach die gefährlichsten Stellen

Der Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt genau, wo sich in Ansbach Unfälle mit Personenschäden ereignet haben. (Foto: Jim Albright (links)/Unfallatlas (Statistische Ämter des Bundes und der Länder))
Der Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt genau, wo sich in Ansbach Unfälle mit Personenschäden ereignet haben. (Foto: Jim Albright (links)/Unfallatlas (Statistische Ämter des Bundes und der Länder))
Der Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt genau, wo sich in Ansbach Unfälle mit Personenschäden ereignet haben. (Foto: Jim Albright (links)/Unfallatlas (Statistische Ämter des Bundes und der Länder))

Es kracht, es knallt, es scheppert. Jeden Tag in Ansbach, quer durch das Stadtgebiet, kommt es zu Verkehrsunfällen. Die meisten enden glimpflich, ein bisschen zerknautschtes Blech. Immer wieder erleiden Menschen dabei aber auch schwere Verletzungen - oder müssen sogar ihr Leben lassen. Zuletzt starb ein 88-Jähriger, nachdem ihn in der Bischof-Meiser-Straße ein Bus überrollt hatte. Der Fahrer konnte nicht ermittelt werden.

Unfallatlas als bundesweite Datensammlung

Dabei sind manche Straßen ein gefährlicheres Pflaster als andere. Welche genau, das zeigt anschaulich eine Datensammlung, genauer der Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Hierin sind alle Unfälle mit Personenschaden von Garmisch-Partenkirchen bis Flensburg der vergangenen Jahre erfasst, exakt auf wenige Meter genau. (Hier geht's zum Unfallatlas)

Die FLZ hat den Atlas für die Stadt Ansbach ausgewertet - und darin verschiedene Hotspots ausgemacht. In die Betrachtung einbezogen wurden die Unfälle der vergangenen fünf Jahre, also von 2019 bis 2023.

Schnell wird dabei deutlich: Auch die Orte, an denen es besonders häufig kracht, sind nicht durchwegs Schauplatz von Unfällen. Während es an der Schlosskreuzung etwa 2019 noch acht Unfälle mit Verletzten gab, waren es im Vorjahr gerade einmal zwei.

Die B13 ist die längste Problemstrecke der Stadt

Trotzdem kristallisieren sich Problemzonen heraus. Die befinden sich in erster Linie dort, wo viel Verkehr herrscht. So weit, so erwartbar. Dabei fällt vor allem die B13 auf, die sich von Lehrberg kommend über die Residenzstraße, Eyber Straße, Philipp-Zorn-Straße und dann weiter in Richtung Autobahn durch die Stadt schlängelt. Auf dieser Strecke kam es laut Unfallatlas seit 2019 zu mehr als 100 Zusammenstößen, bei denen jemand verletzt wurde.

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Unterteilt man die B13 wiederum in Abschnitte, dann ergibt sich, dass sich vor allem auf der kurvigen Philipp-Zorn-Straße von der Bahnunterführung bis zur Bandelstraße die Karambolagen sammeln. 32 Unfälle verzeichnet die Statistik hier im untersuchten Zeitraum.

Auch die Schlosskreuzung fällt mit 23 Unfällen in den vergangenen fünf Jahren auf. Auf der T-Kreuzung der Residenzstraße mit dem Kasernendamm bis hin zur Einfahrt zum Rezatparkplatz sind 20 Unfälle mit Verletzten verzeichnet.

Auch B14 und die Brauhausstraße fallen auf

Ebenfalls besonders unfallträchtig ist der Verlauf der B14 die Nürnberger Straße hinauf. Von der Residenzstraße ausgehend bis auf Höhe des Kaufland-Supermarkts dokumentiert der Unfallatlas 28 Punkte. Der Schwerpunkt liegt auf der Ausfahrt der Shell-Tankstelle (10 Unfälle) und der Ein- beziehungsweise Ausfahrt zum Lidl-Parkplatz.

Abseits der beiden Bundesstraßen bleibt als Problemzone noch die Brauhausstraße bis Rügländer Straße, konkret im Bereich vom Brücken-Center bis zur Christkönig-Kirche (22 Unfälle mit Personenschaden). Mäßig auffällig ist etwa die Schalkhäuser Landstraße inklusive Schalkhausen mit 16 Unfällen.

Schlosskreuzung vor allem für Fußgänger gefährlich

Fußgänger haben nach den vorliegenden Daten in Ansbach vor allem am Schlossplatz einen schweren Stand. Hier ereigneten sich inklusive der Schlosskreuzung elf Unfälle mit Passanten. Dabei kam es am Überweg vom Theater in Richtung Nürnberger Straße seit 2019 auch zu zwei tödlichen Zusammenstößen mit Fußgängern. Unfälle mit Fahrradfahrern ereigneten sich vor allem in der Innenstadt und deren Umfeld.

Umgekehrt wenig überraschend: Am sichersten läuft der Verkehr in den ruhigen Wohngegenden am Stadtrand abseits großer Straßen. So kam es in Hennenbach in den vergangenen fünf Jahren gerade einmal zu zwei Unfällen mit Personenschaden. Weitgehend vorfallfrei blieben zudem die Weinbergsiedlung, weite Teile Eybs und der Gartenstadt.

Für einige Problemzonen aus dem Unfallatlas ist die Stadt Ansbach zuständig. Sprecherin Anne Ziegler verweist jedoch auf FLZ-Anfrage auf eine wochenlange Bearbeitungsdauer zur Analyse von Unfallstellen. Das sei während der Ferienzeit nicht leistbar.

So bewertet das Staatliche Bauamt Ansbach Unfallstellen

Die meisten der beschriebenen Hotspots fallen aber in den Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Ansbach. „Wo viel Verkehr herrscht, ist die Wahrscheinlichkeit für Unfälle höher”, bestätigt Bauoberrat Marius Bierlein die logischste Beobachtung. Den bundesweiten Unfallatlas bewertet er als interessantes Tool für die Bevölkerung, aus Transparenzgründen. „Mit Blick auf die statistische Qualität finde ich aber unser bayerisches System besser”, sagt er.

Gemeint ist ein detaillierter Datenschatz, mit dem die Bauämter arbeiten. Darin sind auch die Unfälle verzeichnet, die nur einen Sachschaden produzierten. In Drei-Jahres-Zeiträumen ergeben sich daraus über ein Punktesystem „Unfallhäufungsstellen”. An diesen werde dann gefeilt, um den Verkehr sicherer zu machen.

Kleine und große Maßnahmen sollen mehr Sicherheit bringen

So soll an der Schlosskreuzung als Sofortmaßnahme zeitnah ein zusätzliches Blinklicht installiert werden, das auf kreuzende Fußgänger hinweist. Auch die Schaltzeiten will das Bauamt nachjustieren, wie Bierlein berichtet. Ebenso seien die Kreuzungen entlang der Philipp-Zorn-Straße im Fokus der Beamtinnen und Beamten. So entsteht am Abzweig zur Welserstraße derzeit eine Ampel..

Auch die B14-Kreuzung in Elpersdorf zählt für das Staatliche Bauamt zu den Hotspots. Eine Entschärfung der Stelle ist seit langem im Gespräch. Jetzt rückt die Errichtung einer Lichtzeichenanlage in greifbare Nähe. Die Nürnberger Straße den Windmühlberg hinauf ist der Behörde dagegen nicht als Unfallhäufungsstelle bekannt.

Insgesamt verzeichnet Bierlein aber einen sehr positiven Trend: Lag die Zahl der Unfallhäufungsstellen im Gebiet des Staatlichen Bauamts Ansbach im Zeitraum von 1997 bis 1999 noch bei 95, sind es jetzt nur noch 35. Ansbachs Straßen werden tendenziell immer sicherer.


Johannes Hirschlach
Johannes Hirschlach
Redakteur für Digitales
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