Gastro-Konzept setzt auf ein Bio-Netzwerk rund um Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.03.2023 17:05

Gastro-Konzept setzt auf ein Bio-Netzwerk rund um Ansbach

Schon in wenigen Monaten soll das Kaspar-Hauser-Zentrum eröffnen: Kulinarik in Bio-Qualität verspricht das gastronomische Konzept für das Restaurant & Café Stephanie. (Grafik: PS Planung & Service GmbH)
Schon in wenigen Monaten soll das Kaspar-Hauser-Zentrum eröffnen: Kulinarik in Bio-Qualität verspricht das gastronomische Konzept für das Restaurant & Café Stephanie. (Grafik: PS Planung & Service GmbH)
Schon in wenigen Monaten soll das Kaspar-Hauser-Zentrum eröffnen: Kulinarik in Bio-Qualität verspricht das gastronomische Konzept für das Restaurant & Café Stephanie. (Grafik: PS Planung & Service GmbH)

Früher gingen die Menschen mal eben ins Gebhardt-Haus, um sich mit Schreibartikeln einzudecken. Schon bald könnte sich „Stephanie“ dieser Tradition eines Besuchs am Montgelasplatz auf kulinarische Art annehmen. Am 1. Oktober soll das Kaspar-Hauser-Zentrum Eröffnung feiern – mit ihm ein neues gastronomisches Konzept.

Der Putz ist in den oberen Stockwerken bereits aufgetragen, am unteren Sims wird derzeit über verschiedene Modelle versucht, die Fensterabsätze nach historischem Vorbild zu gestalten. Schritt für Schritt nimmt das Haus Gestalt an, in dem Kaspar Hauser bis zu seinem gewaltsamen Tod im Dezember 1833 in einem Zimmer wohnte.

Die neuen Fenster sind originalgetreu nachgebaut, die Fassade wird – wie bereits ganz am Anfang des Projekts vorgesehen – in einem warmen Rot und Orange für Herzlichkeit und Offenheit stehen. „Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen. Gastfreundschaft ist unsere Maxime“, erklärt Projektleiter Stephan Weber in Bezug auf alle Einrichtungen, die in dem Komplex im Herzen Ansbachs künftig Platz finden werden.

Gastro nach Kaspar Hausers Mutter benannt

Eine zentrale Rolle, wie schnell die Ansbacher Wiedersehen mit dem runderneuerten Gebhardt-Haus feiern, wird dem Hotel und seiner Gastronomie im dazugehörigen Café und Restaurant zugeschrieben. Beide werden Stephanie getauft – nach der mutmaßlichen Mutter Kaspar Hausers, der badischen Großherzogin Stephanie de Beauharnais.

Der Umbau ist weit fortgeschritten, auch das Konzept der Bewirtschaftung von Café und Restaurant steht bereits. Verantwortlich dafür ist Konrad Geiger, ein in Los Angeles geborener Koch mit bayerischen Wurzeln, der schon seit mehr als 20 Jahren konsequent auf Bio-Qualität setzt. Ansbachs bislang überschaubar attraktive Gastronomie könnte deutlich aufgewertet werden.

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Erzeuger sind Partner in dem Konzept

Das Konzept ist stark auf Regionalität ausgerichtet und sieht eine „Vernetzung und partnerschaftliche Zusammenarbeit“ mit Erzeugern landwirtschaftlicher Produkte in der Region vor. Ein hoher Anspruch: Da wird selbst auf die Verwendung alter, samenfester Sorten geachtet, zudem werden Anbaupläne auf Komponenten wie Jahreszeiten, Verfügbarkeit und Bedarf abgestimmt. „Unser Fundament ist Ehrlichkeit“, sagt Konrad Geiger bestimmt. Fraglos ein hohes Ziel.

Biohöfe bürgen für Qualität

Ehrlichkeit definiert Geiger über die Küche: Authentisch wird es werden, verspricht der Spitzenkoch, gleichzeitig ambitioniert, der ureigene Geschmack des Produkts soll herausgearbeitet werden. Zur Ehrlichkeit sieht sich das Konzept auch dem Kunden gegenüber verpflichtet – er soll wissen, was er da auf den Teller bekommt und wo und wie es produziert wurde.

Garantieren soll diesen ambitionierten Anspruch die Qualität der Biohöfe, von denen das Gros der Waren bezogen wird. Mit dem Familienbetrieb Riedenburger wurde ein Getränkepartner gefunden, der bei der Herstellung seiner Bier-Spezialitäten ebenfalls voll auf Bio setzt. Und weil „Wasser nicht gleich Wasser ist“, wie Geiger anmerkt, wurde eine Umkehrosmoseanlage angeschafft: Damit werden Kalk und Schadstoffe herausgefiltert und der Geschmack des Wassers wird verbessert.

Verschiedene Ansätze im Herzen Ansbachs

Geiger macht das, was er jetzt auch im Herzen Ansbachs macht, seit 20 Jahren. Er ist routiniert, gleichwohl klingt er beinahe euphorisch, als er die Umsetzung im Detail erklärt. Für Frühstück, Mittagstisch und Abendessen sind verschiedene Ansätze vorgesehen.

Vormittags „ganz entspannt“ bei Croissant, Quark und frischem Obst. Im Mittagstrubel „entscheidet der Kunde, ob er sich schnell was mitnehmen oder Platz nehmen will“, erklärt Geiger das Prinzip „Grab and go“, zu deutsch „Einpacken und gehen“ das auf Laufkundschaft einschließlich der nahen Schule und einiger Behörden ausgerichtet ist.

Fleisch ist Beilage

Am Abend werden auch und gerade vegane und vegetarische Spezialitäten für jedermann serviert. „Fleisch gibt es auch“, erklärt Geiger augenzwinkernd: „Fleisch ist in unserem Ernährungskonzept Beilage.“

Zunächst will er die Umsetzung des Konzepts aktiv mitgestalten, um dem Küchenchef das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben. „Bevor man auf einen Gipfel marschiert, muss man Bergschuhe anziehen“, findet Konrad Geiger. Am 1. Oktober geht es mit einem „Soft Opening“ los.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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