Förderverein Fränkisches Freilandmuseum baut seit 50 Jahren kräftig mit | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.04.2025 13:13

Förderverein Fränkisches Freilandmuseum baut seit 50 Jahren kräftig mit

Zur Eröffnung des Freilandmuseums 1982 schenkte der Förderverein dem Museum die komplette originale Einrichtung der Fledrichsmühle aus dem Spessart, einer noch bis 1935 und kurzzeitig nach 1945 im Betrieb befindlichen Ölmühle. (Foto: Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim/Norman Schärfenberg)
Zur Eröffnung des Freilandmuseums 1982 schenkte der Förderverein dem Museum die komplette originale Einrichtung der Fledrichsmühle aus dem Spessart, einer noch bis 1935 und kurzzeitig nach 1945 im Betrieb befindlichen Ölmühle. (Foto: Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim/Norman Schärfenberg)
Zur Eröffnung des Freilandmuseums 1982 schenkte der Förderverein dem Museum die komplette originale Einrichtung der Fledrichsmühle aus dem Spessart, einer noch bis 1935 und kurzzeitig nach 1945 im Betrieb befindlichen Ölmühle. (Foto: Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim/Norman Schärfenberg)

Der Förderverein Fränkisches Freilandmuseum wird heuer 50 Jahre alt und feiert das mit besonderen Veranstaltungen. Auch ein Festakt ist geplant. Der Clou: Der Verein existiert schon länger als das Museum selbst.

Denn als der Förderverein am 13. Mai 1975 gegründet wurde, war noch nicht klar, dass das Fränkische Freilandmuseum, dessen Träger der Bezirk Mittelfranken ist, in Bad Windsheim errichtet werden würde. Der Nürnberger Architekt Professor Hermann Scherzer setzte sich massiv dafür ein, erzählt Ulrich Herz, der seit 2016 Mitglied des Vereins ist und seit 2023 das Amt des Vorsitzenden bekleidet. Scherzer war gut vernetzt – auch in politischen Kreisen.

Angesehene Gründungsmitglieder

Die Gründungsversammlung des Vereins fand damals im Grand Hotel in Nürnberg statt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten etwa 26 Personen, nur zwei davon waren Frauen. Von ihnen lebt niemand mehr. Scherzer, der bis 2001 Vorsitzender des Vereins war, starb im Jahr 2023. Angesehene Leute wie Politiker, Juristen oder auch Personen, die im Bereich Denkmalschutz tätig waren, waren bei der Gründung dabei. „Es waren nicht die Durchschnittsbürger“, betont Ulrich Herz. Nur ein Bad Windsheimer nahm an der Versammlung teil: der damalige Stadtrat Josef Klein.

Scherzer sprach bei Themen wie der Ortswahl für das Museum mit. Dafür entwarf er einen Kriterienkatalog, der festlegte, welche Voraussetzungen der Ort erfüllen muss. Die geografische Lage oder der Platzbedarf zählten dazu, erklärt Herz.

Konrad Bedal zum ersten Leiter berufen

Auch für die Auswahl der Museumsleitung überlegte er sich Kriterien. Verschiedene Leute waren damals mit unterschiedlichen Konzepten zur Wahl gestanden, so Herz. Dr. Konrad Bedal überzeugte mit seinem Vorhaben, das Museum nach Baugruppen zu ordnen. 1977 wurde er zum Leiter berufen.

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Konrad Bedal selbst beschreibt Scherzer als „sehr überzeugend, aber auch diplomatisch“. Er sei nicht nur Architekt, sondern auch Städteplaner gewesen und kannte Bad Windsheim bereits unter diesem Gesichtspunkt. Besonders in Erinnerung geblieben ist Bedal zudem die Zeit, als der damalige Dekan Karl-Friedrich Künzel Vereinsvorsitzender war. „Da wurde richtig was auf den Weg gebracht.“

Zu Beginn war die Mitgliederzahl überschaubar. Das 500. Mitglied erreichte man im Jahr 1992, das 2000. im Jahr 2008. Auch die finanziellen Möglichkeiten waren anfangs beschränkt. „Wir haben uns hochgearbeitet“, sagt Ulrich Herz. Rund 4300 Mitgliedschaften – davon sind etwa drei Viertel Familienmitgliedschaften – zählt der Verein heute. Umgerechnet sind das etwa 9000 Personen. Durch sie hat die Gruppierung mittlerweile ein „gewisse finanzielle Schlagkraft“. Auch Spenden tragen dazu bei.

In den ersten Jahren ging es dem Verein vorrangig darum, Werbung für das Museum zu betreiben, dessen aktuelle Baumaßnahmen bekannt zu machen und über die Arbeit des Vereins zu informieren, um diesen bekannt zu machen und neue Mitglieder zu werben. Das geschah durch Vorträge, Informationsveranstaltungen oder die seit 1980 erscheinende Schriftenreihe „Franken unter einem Dach“.

Eine Scheune als bislang größtes Projekt

Heute unterstützt der Verein unter anderem den Abbau historischer Gebäude am ursprünglichen Standort und ihren Wiederaufbau im Fränkischen Freilandmuseum finanziell.

Derzeit werde der Wiederaufbau der Scheune aus Reuth am Wald (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) mit über einer Million Euro bis 2027 gefördert. Diese Bezuschussung sei das größte Projekt des Vereins bislang, so Herz. „Das sind Dimensionen, von denen man früher nur hätte träumen können.“ Auch bei der Erweiterung des Depots wird sich durch Ankauf von Sammlungsobjekten engagiert. Zudem hilft der Verein bei der Finanzierung von Einzel- oder Dauerausstellungen.

Zur Eröffnung des Museums 1982 schenkte der Verein dem Museum die komplette originale Einrichtung der Fledrichsmühle aus dem Spessart, einer noch bis 1935 und kurzzeitig nach 1945 im Betrieb befindlichen Ölmühle. Im Jahr 2000, zum 25. Geburtstag, engagierte sich der Förderverein bei Gebäuden. Anlässlich der Museumsweihnacht 2000 übergab er den Stadel aus Höchstetten aus dem Jahr 1527 an den Bezirk.

Anfangs finanzierte sich der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Tombolas. 1995 generierte die Gruppierung rund 41.000 DM an Beiträgen und 24.000 DM an Spenden. Rund 42.000 DM gingen damals als Unterstützung ans Museum.

Die Zusammenarbeit zwischen Museum und Verein ist seit jeher eng. Letzterer half beispielsweise auch in kniffligen Situationen mit dem Bezirk aus. Bis bei der Anschaffung von neuen Gebäuden alles Verwaltungstechnische geklärt war, unterstützte teils der Förderverein finanziell beim Überbrücken, so Bedal.

Ihr Jubiläum will die Gruppierung heuer feiern. Am Samstag, 26. April, wird eine Geländeausstellung zur Geschichte des Fördervereins eröffnet. An insgesamt zwölf Stationen erhalten Besucher Einblicke in die Arbeit des Vereins.

Am Sonntag, 18. Mai, wird in der Baugruppe Süd groß Geburtstag gefeiert. Beginn ist um 13.30 Uhr, als Festredner spricht der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Christoph Maul, musikalisch begleitet wird sie von der Gruppe Boxgalopp und den Marsmännla.

Kriegerdenkmäler und Erinnerungskultur

Auch Vorträge gehören zum Jahresprogramm. Beginn ist jeweils um 19 Uhr in der Kräuterapotheke. „Schwein gehabt! Historische Tierhaltung in Franken“ heißt es am Dienstag, 3. Juni. Dr. Herbert May, der 2011 auf Bedal als Museumsdirektor folgte, und sein Stellvertreter Dr. Markus Rodenberg sprechen dazu. Bertram Popp, Leiter des Oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlosnitz, referiert am Dienstag, 8. Juli, unter dem Titel „Ungemach mit Ungetier“.

Historiker Dr. Wolfgang Mück spricht am Dienstag, 23. September, über Kriegerdenkmäler und Erinnerungskultur im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. „Warum und wie ich Malerwalzen sammelte“ ist der Vortrag von Dietmar Romig am Dienstag, 14. Oktober, überschrieben.

Eine zweitägige Exkursion ins Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach ist zudem am Freitag und Samstag, 3. und 4. Oktober, geplant.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
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