Den Rasen mähen, die Elektro-Heckenschere anschmeißen: Dafür ist manchmal ein Stromkabel notwendig. Doch Strom im Garten, das kann mit dem Risiko von Unfällen einhergehen – vor allem, wenn Feuchtigkeit und elektrische Geräte zusammentreffen. Darauf weist die Aktion Das sichere Haus (DSH) hin.
Nasser Boden, Regen oder Gießwasser erhöhen das Risiko eines Stromschlags. Elektrogeräte sollte man im Garten deshalb nur bei trockenen Bedingungen verwenden.
Und auch wenn es zu wenig Steckdosen für Ihre Vorhaben im Garten geben sollte, gilt: Mehrfachsteckdosen aus dem Innenbereich sollten Sie hier nicht nutzen. Auch mehrere hintereinander geschaltete Verlängerungskabel sind keine gute Improvisationsidee. Sie können laut DSH gefährlich werden.
Die Aktion rät, im Garten nur für den Außenbereich zugelassene Kabel zu verwenden. Erkennbar sind sie an ihrer jeweiligen Schutzklasse. Deren Code beginnt mit den Buchstaben IP, was für International Protection (internationaler Schutz) steht, wie die Stiftung Warentest erklärt. Dann folgen zwei Ziffern: Die erste beschreibt den Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper, die zweite gegen Wasser.
Für draußen wäre laut DSH etwa die Schutzklasse IP 44 geeignet.
Wer einen älteren Garten übernimmt, sollte außerdem die Elektroinstallation dort überprüfen lassen - und nachsehen, ob der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter oder RCD, von Residual Current Device) veraltet oder überhaupt vorhanden ist. Solche FI-Schutzschalter werden im Verteilerkasten montiert und müssen seit 1984 auch Außenanlagen absichern: Sie überwachen, ob genauso viel Strom zurückfließt, wie zuvor in ein Gerät hineingeflossen ist. Besteht eine Differenz, etwa durch ein kaputtes Kabel oder Kontakt mit Wasser, trennt das Gerät den Stromkreis.
Eine sofortige Nachrüstpflicht für ältere Anlagen besteht laut DSH zwar nicht – außer es werden Steckdosen oder Leitungen im Garten wesentlich erneuert oder erweitert. Die Aktion rät dennoch zum Nachrüsten. Denn ein Stromschlag lasse sich durch FI-Schutzschalter zwar nicht immer verhindern. Seine Dauer werde aber so stark verkürzt, dass schwere Folgen oft vermieden werden könnten.
Bei älteren Installationen können mobile FI-Adapter helfen. Sie kommen zwischen Gerätestecker und Steckdose.
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