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Festival-Besucherinnen beim Crowdsurfen begrapscht

Das gehört zu jedem Rockkonzert: Crowdsurfen. Doch beim Summer-Breeze-Festival erstatteten mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung. (Foto: Kai Schlichtermann)
Das gehört zu jedem Rockkonzert: Crowdsurfen. Doch beim Summer-Breeze-Festival erstatteten mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung. (Foto: Kai Schlichtermann)
Das gehört zu jedem Rockkonzert: Crowdsurfen. Doch beim Summer-Breeze-Festival erstatteten mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung. (Foto: Kai Schlichtermann)

Das Summer-Breeze-Festival ist eigentlich dafür bekannt, dass dort Zehntausende bei grober Musik friedlich und entspannt feiern. Nun aber berichtet die Polizei von unschönen Ereignissen. Am Mittwoch und am Donnerstagabend sollen dort Frauen beim Crowdsurfen Opfer sexueller Übergriffe geworden sein. Sieben Anzeigen sind mittlerweile bei den Beamten eingegangen.

Die sexuellen Belästigungen sollen sich im Pulk vor der Hauptbühne ereignet haben, wie Josef Mehringer, der Leiter der Polizeiinspektion in Ansbach, mitteilte. Die Dienststelle ist für die Sicherheit auf dem Festivalgelände in der Nähe des Dinkelsbühler Stadtteils Sinbronn und des Wittelshofener Gemeindeteils Illenschwang zuständig. In vier Fällen hätten die Täter den Frauen unter die Bekleidung gegriffen; in weiteren Fällen wurden die Betroffenen auf der Oberbekleidung berührt. Die Polizei geht, wie Mehringer mitteilte, „von einer großen Dunkelziffer aus“.

In einem der angezeigten Fälle liegt eine Personenbeschreibung vor. Es soll sich um einen auffällig großen Mann gehandelt haben. Die Person sei als über zwei Meter groß beschrieben worden, sei aber, so Mehringer, nicht auffindbar gewesen. Die Polizei reagierte auf die angezeigten Straftaten, indem sie an der Bühne Beamte postierte. Weitere Einsatzkräfte, teils in Zivil, mischten sich unter die Fans.

Das Crowdsurfen ist fester Bestandteil von Rock-Festivals. Fans lassen sich auf den Händen der Zuhörer über das Publikum hinweg nach vorne in Richtung Bühne tragen, wo sie von kräftigen Männern, den „Grabenschlampen“, in Empfang genommen werden.

Ein verbreiteter Spaß, der nun aber für einige Frauen einen mehr als bitteren Beigeschmack bekam. Offenbar wurden sie begrapscht, als sie über den Köpfen der Menge schwebten. Laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurde der Anzeige zufolge zumindest eines der Opfer derart unsittlich berührt, dass von einer „erheblichen Straftat“ auszugehen sei. Die Kriminalpolizei in Ansbach habe deshalb Ermittlungen aufgenommen.

Der Veranstalter beklagt in einem Social-Media-Beitrag „Vorfälle im Publikum, die auf unserem Festival und allgemein nirgends etwas verloren haben“. Per Videoüberwachung habe man Beweise sichern können. „Wir nehmen diese Vorfälle sehr ernst“, so die Festival-Organisatoren.

Wolfgang Grebenhof/Markus Weinzierl

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