Dreikampf ums Bürgermeister-Amt in Emskirchen: Das bringt die Kommunalwahl 2026 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.01.2026 08:00

Dreikampf ums Bürgermeister-Amt in Emskirchen: Das bringt die Kommunalwahl 2026

Amsinhaberin Sandra Winkelspecht kandidiert erneut für die CSU als Bürgermeisterin in Emskirchen (Foto: Ute Niephaus )
Amsinhaberin Sandra Winkelspecht kandidiert erneut für die CSU als Bürgermeisterin in Emskirchen (Foto: Ute Niephaus )
Amsinhaberin Sandra Winkelspecht kandidiert erneut für die CSU als Bürgermeisterin in Emskirchen (Foto: Ute Niephaus )

Gleich drei Kandidierende gehen in Emskirchen ins Rennen, um Gemeindeoberhaupt zu werden. Neben Amtsinhaberin Sandra Winkelspecht (CSU) treten noch der stellvertretende Bürgermeister Siegfried Schönleben (Freie Wähler) und Tristan Billmann an, der gemeinsam von ÖDP und Grünen nominiert wurde.

Winkelspecht ist eine von derzeit nur drei Bürgermeisterinnen im Landkreis. Bereits 2020 war sie in der nach Einwohnern viertgrößten Kommune des Landkreises – unter anderem – gegen Siegfried Schönleben angetreten und hatte gewonnen. Billmann ist bisher noch nicht im Gemeinderat vertreten.

Höchste Frauenquote im Landkreis

Es gibt einige Besonderheiten in Emskirchen, wo drei Listen mit insgesamt 53 Nominierten am Start sind, davon 24 Frauen. Die Frauenquote beträgt somit über 45 Prozent und ist die höchste aller 38 Kommunen im Landkreis. Das Durchschnittsalter beträgt 45 Jahre, was fast exakt im Landkreisdurchschnitt liegt. Zehn der 20 amtierenden Ratsmitglieder treten wieder an.

Nach Jahrzehnten im Gremium tritt die SPD, die aktuell vier Räte stellt, dieses Mal nicht an. Diese vier Mandate werden also auf alle Fälle neu vergeben. Die ÖDP schloss sich für die Wahl mit dem wiederbelebten Grünen-Ortsverband zusammen und nicht mehr wie bisher mit der ZG („Zukunft gemeinsam”). Keiner der bisherigen vier ÖDP/ZG-Ratsmitglieder stellt sich wieder zur Wahl.

Bürgermeisterin bleiben möchte Sandra Winkelspecht. Sie ist seit 18 Jahren kommunalpolitisch tätig, davon die vergangenen sechs Jahre als Gemeindeoberhaupt. Zuvor war sie zwölf Jahre lang Vizebürgermeisterin. Winkelspecht ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Töchter.

Das Gemeindeleben aktiv unterstützen

„Ich weiß, was wir erreicht haben und was noch ansteht”, erklärt die 53-Jährige. Wichtig sind ihr die Nähe zur Bevölkerung und die Präsenz bei Veranstaltungen, so sei man jederzeit ansprechbar. „Ich möchte das Gemeindeleben aktiv unterstützen, nicht nur verwalten.” Hohe Bedeutung haben für Winkelspecht eine solide und verlässliche Gemeindefinanzpolitik sowie der gezielte Einsatz von Fördermitteln und Zuschüssen.

Am Herzen liegen ihr attraktives Wohnen und Leben für alle Generationen. Dazu gehören etwa ein weiterer Wohnungsbau und Nachverdichtung, die Aufwertung der Ortskerne sowie die Stärkung und Weiterentwicklung der Ortsteile. Wichtige sind ihr zudem die Sicherung der ärztlichen Versorgung, die Schaffung neuer Gewerbeflächen sowie den Erhalt und Ausbau einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur.

In Sachen Klimaschutz und Umwelt will sie den Ausbau der Nahwärme unterstützen und den Hochwasser- und Starkregenschutz weiter forcieren. Angebote wie den Bürgerbus gelte es auszubauen, ebenso die fahrradfreundliche Infrastruktur.

Der Stellvertreter fordert die Amtsinhaberin heraus

Siegfried Schönleben ist seit 2002 in der Kommunalpolitik für die Freien Wähler aktiv. Seit 2020 wirkt er als stellvertretender Bürgermeister. Der 57-Jährige ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Der Diplom-Ingenieur (FH) Maschinenbau arbeitet als Versicherungsvermittler. Er ist bei den Schützen in Hohholz und Emskirchen sehr aktiv sowie beim TSV Emskirchen, wo er sich vor allem dem Laufen verschrieben hat.

„Durch die langjährige Arbeit in der Kommunalpolitik weiß ich, wo der Schuh drückt, wo Stärken und Schwächen sind und was man noch angehen kann”, unterstreicht er. Er habe das Gefühl, Emskirchen noch einiges bieten und dort verbessern zu können. Mit Blick auf Wohnraum und Gewerbe sei es wichtig, langfristige Perspektiven im Auge zu behalten. Die Gemeinde benötige bezahlbaren Wohnraum und Mietwohnungen. Ein Nahwärmenetz unter dem Dach der Kommune und eine neue organisatorische Ausrichtung der seiner Meinung nach zu unflexiblen Gemeindewerke nannte er als weitere Anliegen.

Der Erhalt der Buslinie 134 nach Herzogenaurach sowie eine bessere, halbstündige und vor allem pünktliche Zugtaktung sind liegen Schönleben ebenfalls am Herzen, ebenso die Realisierung des geplanten Fuß- und Radweges an der alten B8, um eine weitere Radwegelücke zu schließen.

Biolandwirt mit unkonventionellen Vorschlägen

Seinen Hut in den Ring wirft auch Tristan Billmann. Der am Wahltag 30-Jährige ist ledig und studierte Landwirtschaft in Triesdorf. Mit Familienangehörigen, Angestellten und Azubis betreibt er einen Bio-Bauernhof in Gunzendorf. Billmann engagiert sich im Kulturverein „Rübezahl”. In der landwirtschaftlichen Interessensvertretung Bioland fungiert er als Gruppensprecher und gehört ferner dem Arbeitskreis bäuerlicher Landwirtschaft an. Ökologie und Nachhaltigkeit nennt er als seine Herzensthemen. Er würde die Gemeinde Emskirchen gern ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger ausrichten.

„Bei der Verkehrsplanung gilt es, Fußgänger und Radfahrer gegenüber dem Autoverkehr zu privilegieren.“ Um dem Landverbrauch entgegenzuwirken und Wohnraum passgenauer zu nutzen, böte sich für einige Menschen eventuell ein Wohnungstausch an – auch wenn dies keine Musterlösung für alle sei. Familien könnten etwa in Häuser ziehen, die nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt werden und diese im Gegenzug in kleinere Wohnungen.

Mit Blick auf die Jugend kann sich Billmann die Einrichtung eines Jugend- und Kulturzentrums im alten Lagerhaus am Bahnhof gut vorstellen, sofern es zur Verfügung stünde. Nicht nur für Musik, Theater und Ausstellungen wäre es ideal. Auch er setzt auf den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs und dessen bessere Taktung sowie auf den Erhalt der Herzogenaurach-Buslinie.

Die Ausgangslage

  • Amtierender Bürgermeister:
    Sandra Winkelspecht (CSU)
  • Aktueller Gemeinderat (20 Sitze):
    CSU: 8
    SPD: 4
    FWG: 4
    ÖDP/ZG: 4
  • Fürs Bürgermeisteramt sind nominiert:
    Sandra Winkelspecht (CSU)
    Siegfried Schönleben (FWG)
    Tristan Billmann (ÖDP/Grüne)
  • Für den Gemeinderat sind 53 Personen nominiert
    (29 Männer / 24 Frauen):

    CSU: 20 (11/9)
    FWG: 20 (10/10)
    ÖDP/Grüne: 13 (8/5)

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