Kirchenvorplatz-Sanierung in Unternbibert: Ein leidiges Thema nähert sich dem Ende | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.04.2026 17:04

Kirchenvorplatz-Sanierung in Unternbibert: Ein leidiges Thema nähert sich dem Ende

Bei einer Ortsbegehung Ende Februar machten sich die beteiligten Parteien ein Bild vom Kirchenvorplatz in Unternbibert.  (Foto: Luca Paul)
Bei einer Ortsbegehung Ende Februar machten sich die beteiligten Parteien ein Bild vom Kirchenvorplatz in Unternbibert. (Foto: Luca Paul)
Bei einer Ortsbegehung Ende Februar machten sich die beteiligten Parteien ein Bild vom Kirchenvorplatz in Unternbibert. (Foto: Luca Paul)

Nach fünf Jahren geht es endlich los: Der „Schandfleck” von Unternbibert, wie ihn der Bürgermeister in der Vergangenheit bereits nannte, wird beseitigt. Genauer gesagt: Der Kirchenvorplatz wird saniert. Noch in diesem Jahr könnte er fertig werden. Das ist in dem Rügländer Ortsteil geplant.

Auf dem Grundstück neben der Kirche St. Bartholomäus stand einst ein kleines Wohnhaus. Früher fungierte das Anwesen als Schule, bis es in Privatbesitz überging und zum Wohnen genutzt wurde. Übergangsweise war sogar ein Lebensmittelgeschäft dort untergebracht. Die Größenordnung: etwa 114 Quadratmeter. Das Haus haben die Kirchengemeinde und die Gemeinde Rügland gemeinsam erworben. Im Jahr 2020 wurde es abgerissen.

Übrig geblieben sind Mauerreste und ein Torbogen. Der Anblick des Platzes ist nicht gerade der schönste – der Boden ist lediglich mit Kies aufgeschüttet. Seit Jahren ist es den Menschen in Unternbibert ein Anliegen, diesen Platz zu verschönern. Schließlich ist er das Erste, was Besuchende sehen, wenn sie in die Kirche gehen – oder die Hauptstraße befahren.

Zuschuss im Haushalt mit Fragezeichen

Auch die Rügländer Gemeindeverwaltung wurde langsam ungeduldig. Voller Hoffnung hat der Gemeinderat die Sanierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren fünf Jahren Jahr für Jahr im Haushaltsentwurf vorgesehen – damals hatte die Gemeinde der Kirche einen Zuschuss von etwa 35.000 Euro zugesagt. Ob sie sich nach wie vor finanziell beteiligt und vor allem in welcher Höhe, steht noch nicht fest. Die Mitglieder des Gemeinderats äußerten sich in der Vergangenheit wenig erfreut darüber, wie das Thema bislang behandelt worden war. Genauer gesagt: vor sich hingeschoben wurde.

Bislang wurden nur Holzbalken am Torbogen, der Richtung Hauptstraße zeigt, angebracht. Diese sollen ihn vor dem Einsturz bewahren. Doch jetzt geht es voran, wie ein Ortstermin zeigte. Anwesend waren das zuständige Ingenieurbüro, eine Baufirma, Landschaftsarchitekten, Steinmetz, Bauhof, der Bürgermeister, ein Zimmerer und noch weitere Personen.

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Ende April soll die Sanierung beginnen

Die Handwerker tauschten sich fachlich aus, hielten große Pläne in der Hand. Mancher machte sich bei dem Termin zum ersten Mal ein Bild von der Situation vor Ort. „Um den Bogen zu erhalten, muss hier eine Sicherung gemacht werden”, sagte Ferdinand Hümpfner vom gleichnamigen Bauunternehmen auf Nachfrage der Redaktion. Das geschieht mittels Bohrungen und Verankerungen. Anschließend wird die bestehende Mauer des Wohnhauses abgebrochen und durch einen Sandsteinpfeiler ersetzt – damit der Bogen nicht zur Seite kippt. Angrenzend daran soll eine fünf Meter lange Sitzmauer errichtet werden, teilte Steinmetz Fabian Mühleiß vom Team Steinmetz aus Dietenhofen mit.

Bei der zweiten Mauer ist es ein ähnliches Spiel. Auch dort wird der Durchgang stabilisiert und ein Teil des Mauerwerks entfernt. Damit das Regenwasser besser abfließt, wird ein Schrägdach darauf errichtet, so Mühleiß. Ende April soll es laut Hümpfner mit der Sanierung losgehen. Die Handwerker sind darauf angewiesen, dass das Wetter mitspielt.

Platz für Veranstaltungen

Im nächsten Schritt geht es um die Verschönerung. Der Platz soll besonders für Veranstaltungen ansehnlicher werden. Dort könne künftig der Posaunenchor spielen und sich bei gutem Wetter nach dem Gottesdienst aufgehalten werden, sagte Landschaftsarchitektin Tanja Strauch. Deshalb sei eine Sitzbank vorgesehen. Strauch wurde mit der Gestaltung betraut.

Geplant ist, einen Teil des circa 150 Quadratmeter großen Grundstücks mit Schotterrasen zu versehen. „Damit es einfach grün ist”, sagte die Architektin im Gespräch. Der Schotterrasen sei eine gute Alternative. Im Gegensatz zu normalem Rasen ist er bei Bedarf auch befahrbar.

Die zuständigen Planer entschieden sich bewusst gegen das Pflastern, sagte Strauch. Zum einen sei zu viel versiegelte Fläche nicht gut für die Natur. Der Kirchenvorplatz solle künftig „freundlicher” aussehen. Abgesehen davon bestünde die Gefahr, dass die Fläche als Parkplatz genutzt wird. Das ist nicht gewünscht.

Auch einen Baum, der Schatten spendet, kann sich die Landschaftsarchitektin vorstellen. Damit die Kirche künftig mit dem Rollstuhl oder Rollator besser befahrbar ist, soll ein Streifen mit festerem Untergrund entstehen. Final sind die Pläne aber noch nicht. Das zuständige Büro muss noch einmal Rücksprache mit der Denkmalschutzbehörde halten.

Die landschaftlichen Baumaßnahmen würden laut Strauch nur wenige Wochen dauern. Sie hält es für realistisch, dass der neue Kirchenvorplatz im Sommer fertig sein könnte.

So sieht der Vorplatz der St.-Bartholomäus-Kirche in Unternbibert seit Jahren aus: „Ein Schandfleck“, sagt der Bürgermeister. (Foto: Jim Albright)
So sieht der Vorplatz der St.-Bartholomäus-Kirche in Unternbibert seit Jahren aus: „Ein Schandfleck“, sagt der Bürgermeister. (Foto: Jim Albright)

Unternbiberts Kirchenvorplatz „ist ein Schandfleck”

Rüglands Bürgermeister beklagt, dass die Aufwertung der Fläche zur schier unendlichen Geschichte wird. Jetzt folgt das nächste Kapitel.
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Den gestalterischen Plan hat die Architektin laut eigener Aussage größtenteils von ihrer Vorgängerin übernommen. Denn es war bereits ein anderes Unternehmen mit dem Vorhaben beauftragt und entwickelte das Konzept schon vor mehreren Jahren. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum hat die Sanierung nicht schon früher begonnen?

Viele Akteure beteiligt

„Das hat nie am Geld gelegen. Die Finanzierung war von Anfang an klar”, sagte Pfarrer Max Schnurrenberger. Seiner Aussage nach sei das Grundproblem gewesen, dass zu viele Akteure beteiligt werden mussten. Sowohl die Genehmigung des Denkmalschutzamts als auch die der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern waren für bestimmte Bereiche erforderlich. All die einzelnen Abstimmungen kosteten Zeit. „Das hätte ich mir niemals vorstellen können, dass das so lange dauert.”

In den vergangenen Jahren habe es mehrfach Anläufe für den Sanierungsbeginn gegeben, weiß der Pfarrer. „So weit wie jetzt waren wir noch nie.” Ob es Ende April wirklich wie geplant losgehen kann? Schnurrenberger ist „vorsichtig optimistisch”. Die Höhe der Gesamtkosten für die Sanierung steht bislang nicht fest. Berechnungen aus 2024 ergaben damals eine Summe von 80.000 Euro, die mittlerweile vermutlich überholt ist.


Luca Paul
Luca Paul
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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