Der neue Gemeinderat soll gestalten können: Dieses Ziel haben die Verantwortlichen mit dem Haushalt für das laufende Jahr verfolgt. Allerdings wurde bei der Verabschiedung des Zahlenwerkes auch deutlich, dass die finanziellen Spielräume enger werden.
Das Gesamtvolumen des Haushaltes beträgt rund 30,52 Millionen Euro, wie Kämmerin Katharina Seitzinger in der Sitzung des Gemeinderates berichtete. Der Etat setzt sich aus dem Verwaltungshaushalt mit rund 20,15 Millionen Euro und dem Vermögenshaushalt mit etwa 10,37 Millionen Euro zusammen. Über den Verwaltungshaushalt bildet das laufende Geschäft ab, der Vermögenshaushalt ist für Investitionen da,
Auf der Einnahmenseite plant die Kämmerin unter anderem mit etwa 1,14 Millionen Euro aus der Grundsteuer A und B, 5,50 Millionen Euro aus der Einkommenssteuer, 2,10 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer und mit 3,28 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen. Auf der Ausgabenseite schlagen rund 4,36 Millionen Euro an Personalkosten und 5,34 Millionen Euro für die Kreisumlage zu Buche.
Im Investitionsprogramm für 2026 summieren sich die größeren und kleineren Maßnahmen auf ein Gesamtvolumen von 10,29 Millionen Euro. Für die Grund- und Mittelschule sind 985.000 Euro vorgesehen. 717.000 Euro sollen in den Brandschutz investiert werden und 1,13 Millionen Euro sollen in die eigenen Sportstätten fließen.
Der Haushalt für das laufende Jahr stehe unter besonderen Vorzeichen, sagte Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD). Einerseits wolle man versuchen, dem neuen Gemeinderat Gestaltungsspielräume zu bieten. Andererseits machten die weltpolitischen Entwicklungen auch nicht vor Neuendettelsau halt.
Was Schmoll meint: Die Einnahmen, beispielsweise bei der Gewerbesteuer, sind rückläufig. Die Ausgabenseite steige dagegen weiter an. Zudem fällt der Gemeinde die gute Finanzkraft der vergangenen Jahre etwas auf die Füße. Dies führt nach den Worten Schmolls dazu, dass die Schlüsselzuweisungen um rund 250.000 Euro gesunken sind, während die Kreisumlage um etwa 570.000 Euro gestiegen ist.
Unter dem Strich bedeutet das, dass der aktuelle Haushalt der erste seit 2021 ist, der im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen ist. „Deshalb müssen wir ein hohes Augenmaß auf die Ausgaben halten.” Gleichwohl sind ihm zufolge noch ausreichend Mittel für Investitionen vorhanden. „Derzeit sind wir noch in der Lage, zu gestalten”, fasste es Schmoll zusammen. „Solange das so ist, sollten wir das weitermachen.”
Keinen Grund für Panik bei den Investitionen sah Dr. Thilo von Livonius (CSU). Die sparsame und solide Haushaltsführung in der Vergangenheit hat aus seiner Sicht zu einer guten Ausgangslage geführt. Allerdings werde der Neubau der Grund- und Mittelschule die Gemeinde auf Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, belasten, hielt er fest. Er plädierte deshalb für eine strikte Haushaltsdisziplin und dafür, gebundenes Kapital schnell wieder freizusetzen.
Auch Manfred Riedel (SPD) forderte eine strikte Disziplin und das Setzen von Schwerpunkten bei den Investitionen. „Der Haushalt sichert den Betrieb und laufende Projekte”, legte er dar. Aber das Zahlenwerk lasse wenig Platz für Wünsche. Die Kommunen stehen Georg Meier (Grüne) zufolge vor finanziellen Herausforderungen. Die Investitionen in die Schule sind notwendig, belasteten aber den Haushalt, so Meier weiter.
Martin Leidel (Unabhängige Wähler) schloss sich im Wesentlichen den Ausführungen seiner Vorredner an. Bei jeder Aufgabe sei eine enorme Haushaltsdisziplin notwendig. Letztlich verabschiedete der Gemeinderat das Zahlenwerk einstimmig.