Mit den Arbeiten an der Zwingermauer am Segringer Tor hat in Dinkelsbühl in diesem Jahr die Instandsetzung der historischen Wehranlage begonnen. Zum ersten Bauabschnitt des Mammutprojektes gibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 50.000 Euro. Bei einem Ortstermin übergaben Vertreter der Stiftung den Fördervertrag.
Rund 250 Meter Bausubstanz der insgesamt 2,5 Kilometer langen Verteidigungsanlage werden bei der ersten Etappe mit einem Mitteleinsatz von 1,4 Millionen Euro angepackt. Es werden Ausbrüche beseitigt und Fugen verfüllt. Das Bauwerk wird außerdem statisch gesichert. Nicht zuletzt wird die Abdeckung der Mauerkrone im Mönch-und-Nonne-Verbund hergestellt, weshalb sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit einer Förderung einbringt. Über den Entschädigungsfonds bekommt die Stadt außerdem einen 70-prozentigen Zuschuss.
OB Dr. Christoph Hammer sprach von einem hoch diffizilen Vorhaben, das mit aufwendigen Planungen im Vorfeld verbunden war. Mit der Umsetzung der Maßnahme sei man etwas im Verzug. Das Stadtoberhaupt hob die Bedeutung der Wehranlage als Denkmal hervor, denn sie ist in ihrem erhaltenen Zustand noch vollständig geschlossen. Die Sanierung sei daher alternativlos und werde sich über mehrere Jahre hinziehen. Sie wird auf mindestens zehn Millionen Euro geschätzt. Der OB würdigte die DSD als treue Unterstützerin bei Sanierung in der Altstadt.
Der Sprecher des Ortskuratoriums der Stiftung, Manfred Kiesel, übergab den Fördervertrag für den ersten Bauabschnitt. Die Unterstützung werde keine „Eintagsfliege“ sein, sagte er. Auch in Zukunft sei mit weiteren Geldern zu rechnen. Die Stadtmauer, die die Stiftung als Denkmal von höchstem Wert einstufte, gehört laut Kiesel zu den 530 Objekten, die die DSD dank ihrer Förderer, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale in Bayern gefördert hat.
Friedrich Müller von der Lotto-Bezirksstelle verwies auf die langjährige Unterstützung gemeinnütziger Projekte durch die GlücksSpirale. Möglich sei dieses Engagement nur durch den Einsatz der Kunden, denen sein Dank für deren Unterstützung gelte. Weitere Projekte in der Region, für die Lotto Bayern Geld gab, waren unter anderem St. Johannis in Rothenburg und die Alte Vogtei in Wolframs-Eschenbach.
Wie Andreas Ganßer vom Dinkelsbühler Stadtbauamt hervorhob, sei es gar nicht so einfach, Baumaterial für die Mauersanierung zu bekommen. So müsse der benötigte Sandstein beispielsweise farblich zum Bestand passen. Als tauglich habe sich zum Beispiel das Abbruchmaterial alter Scheunen erwiesen, das gerne genommen werde.