Das Gastspiel der SpVgg Ansbach in der Fußball-Regionalliga bei Schwaben Augsburg am Samstag, 25. April, ab 14 Uhr ist ein besonderes Spiel, weil einer, der immer spielt, nicht dabei ist: Riko Manz.
Der 26-jährige Schopflocher ist so selbstverständlich Woche für Woche Teil der SpVgg-Mannschaft, dass sich die Frage der Besetzung seiner Position nie stellt. Hinten links spielt Manz. Fertig.
Manz hat diese Saison als einziger Ansbacher alle 30 Spiele mitgemacht und führt die Rangliste der Einsatzminuten mit Abstand vor Kapitän Tobias Dietrich an. Manz machte auch in der vergangenen Saison alle 34 Spiele mit (und war Spitzenreiter bei der Einsatzzeit). Dasselbe Bild in der Saison 23/24, in der er allerdings eines der 34 Spiele verpasste (wegen einer Gelb-Sperre).
Manz ist nie verletzt und immer da. Er genießt das rückhaltlose Vertrauen des Trainers, weil seine Leistungen nur leicht schwanken und nie in einem Bereich, der eine Abberufung rechtfertigen würde. „Der Riko ist defensiv eine absolute Maschine, es gibt keinen Gegenspieler, mit dem er nicht zurechtkommt”, sagt SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber, „und er nutzt seine Freiheiten im Spiel nach vorne immer besser”. Fünf Tore hat Manz selbst erzielt, noch einmal so viele vorbereitet.
Die fünfte Gelbe, kassiert beim 1:3 gegen den FC Memmingen unter der Woche, ist auch diesmal der Grund dafür, dass der Ansbacher Dauerspieler mal Pause hat. Das ist ein derart seltenes Ereignis, dass man spontan nicht einmal einen naheliegenden Stellvertreter für seine Position benennen könnte. Ein Vertreter für links hinten? Hm.
„Ein ungelöstes Problem”, sagt am Tag vor dem Spiel – nur halb im Scherz – Reutelhuber, der, so viel Zuversicht ist erlaubt, eine Lösung finden wird, die eventuell auch in einer Systemumstellung liegen könnte. Nicht Teil dieser Lösung sind Mirko Puscher, Björn Angermeier und Torwart Heiko Schiefer, die den nullneunern laut Trainer ein weiteres Mal fehlen.
Zum Hinspiel reiste der TSV Schwaben Augsburg als siegloser Tabellenletzter an und entführte dann mit einem 2:0-Erfolg die Punkte aus dem Xaver-Bertsch-Sportpark. Dabei sah man eine zweite Hälfte, in der hilflose Ansbacher rein gar nichts mehr zustande brachten. Ein Déjà-vu gab es nun gegen Memmingen.
„Wir sind nicht mehr ins Pressing gekommen, haben ein paar Duelle verloren und falsche Entscheidungen getroffen”, sagt Reutelhuber über die zweite Hälfte gegen Memmingen, der nun ein „extrem schweres Auswärtsspiel” folgt gegen einen Gegner, der noch richtig was zu gewinnen hat in dieser Saison.
Tabellenletzter ist die Mannschaft von Ex-Profi Matthias Ostrzolek, der im Sommer zum Ligarivalen Wacker Burghausen wechselt, schon längst nicht mehr. Nach fünf Siegen in diesem Jahr haben die Augsburger (15. Tabellenplatz/28 Punkte) das gesicherte Mittelfeld wieder in Reichweite. Unter der Woche verloren sie das Stadtderby gegen den FC Augsburg II vor 2000 Besuchern in der WWK-Arena, wo normalerweise Bundesligaspiele stattfinden, mit 1:2.
Anders als bei den Ansbachern (11./40) stimmte bei den Schwaben im Wochentagsspiel die Leistung: „Respekt an mein Team, dass wir den Gegner in der zweiten Halbzeit noch so unter Druck gesetzt haben. Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand“, so Ostrzolek, der mit 35 seine Erfahrung aus 200 Bundesligaspielen als Spielertrainer immer noch auf dem Platz einbringt.
In der Saison 24/25 gewann Ansbach beide Spiele gegen die Augsburger. Im Rosenaustadion gelang ein 3:2-Erfolg, zu dem Michael Sperr, Nico Hayer und Patrick Kroiß die Tore beisteuerten. Daheim gab es ein 2:1 nach Treffern von Hayer und Sperr.