Der Landkreis Ansbach will seine Kreisstraßen weiter in Schuss halten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.02.2025 14:00

Der Landkreis Ansbach will seine Kreisstraßen weiter in Schuss halten

Die Kreisstraße AN 10 von Schönbronn zur Staatsstraße bei Röshof ist in schlechtem Zustand und wird voraussichtlich in diesem Jahr erneuert. (Foto: Thomas Schaller)
Die Kreisstraße AN 10 von Schönbronn zur Staatsstraße bei Röshof ist in schlechtem Zustand und wird voraussichtlich in diesem Jahr erneuert. (Foto: Thomas Schaller)
Die Kreisstraße AN 10 von Schönbronn zur Staatsstraße bei Röshof ist in schlechtem Zustand und wird voraussichtlich in diesem Jahr erneuert. (Foto: Thomas Schaller)

Der Zustand der Kreisstraßen im Landkreis Ansbach hat sich in den letzten Jahren im Durchschnitt verbessert. Damit der positive Trend anhält, wird der Kreis auch heuer wieder erhebliche Mittel in den Straßenbau investieren.

Der Zustand der Straßen war im Jahr 2023 mit Spezialfahrzeugen erfasst worden. Die Daten wurden dann im vergangenen Jahr von der Ingenieurgesellschaft Heller in Darmstadt analysiert. Die Gesamtnote für das 589 Kilometer lange Kreisstraßennetz hat sich demnach im Zeitraum von 2015 bis 2023 von 2,99 auf 2,77 verbessert, was einem guten bis mittleren Zustand entspricht.

Ortsdurchfahrten fallen in der Qualität ab

Allerdings geht die Verbesserung komplett auf das Konto der freien Strecken, die mit 2,54 bewertet werden. Die oft höher belasteten und baulich komplexeren Ortsdurchfahrten bekommen nur noch die Note 3,59 nach 3,45 im Jahr 2015, informierte Daniel Hilpert von der Heller Ingenieurgesellschaft im Bau- und Verkehrsausschuss des Kreistags.

Aus den ermittelten Werten ergibt sich eine operative, also kurz- bis mittelfristige, und eine langfristige strategische Erhaltungsplanung. Bei der Betreuung der Kreisstraßen arbeitet der Landkreis mit dem Staatlichen Bauamt zusammen, das einen Teil der Kreisstraßen verwaltet.

Die Empfehlungen der Experten

Im Norden des Landkreises gibt es mehr Abschnitte, auf denen dringend etwas getan werden muss. Das hängt, so Landrat Dr. Jürgen Ludwig im Bau- und Verkehrsausschuss, unter anderem mit der Topographie der Frankenhöhe und Schwierigkeiten beim Grunderwerb zusammen, der im Süden etwas leichter sei. Insgesamt sehen die Ingenieure einen „rückständigen Erhaltungsbedarf“ von rund 19 Millionen Euro für Oberflächenbehandlungen, Deckschichterneuerungen und Oberbauverstärkungen. Sie empfehlen dem Kreis auf dieser Grundlage, das jährliche Erhaltungsbudget zwischen 4,1 Millionen Euro und 4,6 Millionen Euro festzulegen.

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Dazu kommt aber noch die Straßenausstattung von den Markierungen bis zu den Leitplanken. Auch Neubauprojekte sind nicht einkalkuliert. Da es sich bei der Untersuchung nur um ein Oberflächenbild handelt, muss von den Fachleuten des Kreises vor Ort die Substanz der Straße ebenfalls beurteilt werden. Am Ende gibt es eine Maßnahmen- und Prioritätenliste, die abgearbeitet werden kann. Was in diesem Jahr konkret geplant ist, stellte Sachgebietsleiter Markus Kriegler den Ausschussmitgliedern vor. Begonnen wird heuer mit dem Vollausbau der Kreisstraße AN 10 zwischen Röshof und Schönbronn. Wann genau die Arbeiten starten, hängt jedoch davon ab, wann der dafür notwendige Wasserrechtsbescheid eintrifft. Es hatte sich gezeigt, dass Abwasser aus privaten Kleinkläranlagen unerlaubt in die Straßenentwässerung geleitet wird.

Rücksicht auf Wiesenbrüter

Ebenfalls ein Vollausbau ist auf der Strecke zwischen Thann und Weidendorf auf der AN 55 vorgesehen. Nachdem in der Nähe Wiesenbrüter leben, können die Bauarbeiter wahrscheinlich erst gegen Jahresende loslegen, um die seltenen Vögel nicht zu stören.

Für das kommende Jahr steht dann der Baubeginn für den Neubau des Kreisverkehrs Oberkönigshofen (AN 50) auf dem Programm.

Seit Jahren geplant und mittlerweile besonders dringend ist der Ausbau der Verbindung zwischen Neusitz und Gebsattel mit einem Geh- und Radweg. Landrat Ludwig betonte im Ausschuss, dass die Verzögerung auch an Überlegungen der Gemeinde Neusitz und der Stadt Rothenburg liege, ein gemeinsames Gewerbegebiet auszuweisen. Daraus sei aber letztlich nichts geworden.

Durch einen Runden Tisch mit der Gemeinde Gebsattel, so Markus Kriegler, habe die Zustimmung der Gemeinde für die aktuelle Planung gewonnen werden können. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Gestaltung des Ortseingangs mit einer Querungshilfe gelegt, damit die Verkehrsteilnehmer nicht mit überhöhter Geschwindigkeit ins Dorf fahren. In diesem Jahr soll der nötige Grund erworben und verschiedene Anträge gestellt werden.

Auch Deckenbaumaßnahmen sind eingeplant

Außerdem stehen in diesem Jahr wieder Deckenbaumaßnahmen auf dem Programm. Der größte Brocken ist die Böschungssanierung und Fahrbahnerneuerung auf 3,2 Kilometern Länge im Bereich Diebach-Faulenberg (AN 7).

Zwischen Burghausen, Poppenbach und der Staatsstraße 2245 wird auf 2,1 Kilometern der Oberbau der AN 8 verstärkt. Dies ist auch auf der AN 17 zwischen Warzfelden und Adelmannsdorf sowie auf der AN 21 zwischen Borsbach und Schmalach (St 2255) in drei Bauabschnitten geplant. Weitere Deckenbaumaßnahmen betreffen die Ortsdurchfahrten Lammelbach und Ammelbruch sowie die AN 54 bei Birkach.

Der Staat verlangt mehr für seine Leistungen

Schließlich informierte Kriegler darüber, dass der Freistaat künftig mehr dafür verlangt, dass das Staatliche Bauamt einen Anteil von 475 Kilometern an den Kreisstraßen verwaltet. Die Gründe seien nachvollziehbar, so der Sachgebietsleiter, so dass man die Zusammenarbeit fortsetzen will. Der Kilometersatz steigt von 600 auf 750 Euro jährlich. Auch die prozentualen Vergütungssätze für die Planung und Bauleitung beim Deckenbau und bei Neubauten werden angehoben.

Für die Straßennetzverwaltung kommen auf den Kreis daher etwa 356.000 Euro zu, ein Plus von 71.000 Euro. Auf Basis des Investitionsvolumens 2024 ergeben sich geschätzte Ausgaben für die Planung von rund 765.000 Euro, ein Anstieg von 173.000 Euro.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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