Besuch aus Italien in Feuchtwangen: Gemeinsames Lernen über Grenzen hinweg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.04.2026 08:30

Besuch aus Italien in Feuchtwangen: Gemeinsames Lernen über Grenzen hinweg

Gemeinsam besichtigen die deutschen und italienischen Schülerinnen und Schüler die Wanderausstellung „Vergissmeinicht – Nontiscordardimé“.  (Foto: Jasmin Kiendl)
Gemeinsam besichtigen die deutschen und italienischen Schülerinnen und Schüler die Wanderausstellung „Vergissmeinicht – Nontiscordardimé“. (Foto: Jasmin Kiendl)
Gemeinsam besichtigen die deutschen und italienischen Schülerinnen und Schüler die Wanderausstellung „Vergissmeinicht – Nontiscordardimé“. (Foto: Jasmin Kiendl)

Noch bis Sonntag weilen 18 Schülerinnen und Schüler des Liceo Celio-Roccati aus Rovigo in der norditalienischen Provinz Veneto mit ihren Lehrerinnen Roberta Bacchiega und Patrizia Stacul im Rahmen des Austauschs mit dem örtlichen Gymnasium in Feuchtwangen.

Die Gäste aus Italien lernten in den vergangenen Tagen neben ihrer Partnerschule auch die fränkische Umgebung kennen, berichteten die am Feuchtwanger Gymnasium für den Austausch zuständigen Lehrkräfte Bettina Korzeniowski, Elmar Stollberger und Patricia Fürst. Nach Feuchtwangen, das die Schülerinnen und Schüler anhand einer Rallye erkundeten, standen Ausflüge nach Würzburg, Nürnberg und an den Brombachsee an. Außerdem wurde gemeinsam gegrillt.

In Gastfamilien untergebracht

Die italienischen Jugendlichen – sie besuchen die Klassen 9 bis 12 – wohnen in Gastfamilien und können so einen Einblick in deren Lebenswirklichkeit gewinnen, wie auch vor den Osterferien die deutsche Gruppe in Rovigo.

Zum Programm in Feuchtwangen gehörte zudem, dass die deutschen und italienischen Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Wanderausstellung „Vergissmeinicht – Nontiscordardimé“ besichtigten. Das Besondere daran: Die Wanderausstellung über das Schicksal von jüdischen Kindern aus den ehemaligen Landkreisen Haßfurt, Hofheim und Ebern haben 16 Feuchtwanger Gymnasiastinnen und Gymnasiasten vor einigen Jahren im Rahmen eines Projekt-Seminars unter Leitung von Elmar Stollberger ins Italienische übersetzt. Neben der Textarbeit gehörte auch die Gestaltung der 24 mobilen Aufsteller dazu, die unter anderem dank einer 3500-Euro-Förderung der Deutschen Botschaft in Rom in einer sehr hochwertigen Qualität angefertigt werden konnten, erklärte Stollberger.

Der Pädagoge war seinerzeit durch einen Beitrag in der Verbandszeitschrift „Gymnasium in Bayern” des Bayerischen Philologenverbands auf die Wanderausstellung „Vergissmeinnicht” aufmerksam geworden, die zwischen 2016 und 2017 am Friedrich-Rückert-Gymnasium im unterfränkischen Ebern ebenfalls im Rahmen eines Projekt-Seminars unter Leitung von Daniel Heß entstanden ist. Ideengeberin und externe Partnerin der Schülerinnen und Schüler in Ebern war Geschichtsforscherin und Archivarin Cordula Kappner aus Haßfurt, die 2017 verstorben ist.

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Die mobilen Banner waren für die deutschen und italienischen Jugendlichen in einem Gang im Feuchtwanger Schulhaus aufgestellt worden. Gezeigt werden die Biografien von insgesamt 22 jüdischen Kindern, von denen sechs den Holocaust überlebt haben. Anhand derer konnten sich die Jugendlichen gemeinsam mit der deutschen sowie der deutsch-italienischen Geschichte auseinandersetzen und darüber ins Gespräch kommen.

Die italienische Version der Wanderausstellung war schon an der Partnerschule in Rovigo zu sehen und stieß dort auch bei den Geschichtslehrern auf große Resonanz, wie Stollberger informierte.

Freundschaften sind entstanden

Der Austausch findet seit 2010 regelmäßig statt. Sehr zur Freude von Bettina Korzeniowski gab es bislang nie Probleme. „Wir haben zuverlässige Partner in Italien”, betonte sie. Und auch das Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler an beiden Bildungsstätten, am Austausch teilzunehmen, sei da. Die deutschen und italienischen Lehrkräfte erzählten von anhaltenden Freundschaften, die unter den jungen Leuten entstanden sind.

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