Arzt und Küchenchef: Sie wissen, wie das Herz gesund bleibt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.11.2023 12:39

Arzt und Küchenchef: Sie wissen, wie das Herz gesund bleibt

Hatten viele interessierte Zuhörende (von links): ANregiomed-Küchendirektor Gerald Wüchner, Chefarzt Dr. Christian Wacker und Dieter Schneider von der Deutschen Herzstiftung. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Hatten viele interessierte Zuhörende (von links): ANregiomed-Küchendirektor Gerald Wüchner, Chefarzt Dr. Christian Wacker und Dieter Schneider von der Deutschen Herzstiftung. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Hatten viele interessierte Zuhörende (von links): ANregiomed-Küchendirektor Gerald Wüchner, Chefarzt Dr. Christian Wacker und Dieter Schneider von der Deutschen Herzstiftung. (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)

„Die enge Bindung zur Wissenschaft ist die Stärke der Deutschen Herzstiftung.“ Dieter Schneider aus Cadolzburg, seit 2015 ehrenamtlicher Mitarbeiter der vor 44 Jahren gegründeten Deutschen Herzstiftung, hieß gut 50 interessierte Gäste im Speisesaal der Klinik willkommen.

„Mit unseren insgesamt 109.000 Mitgliedern stehen wir als Brücke zwischen Arzt und Patient“, erklärte er. Dr. Christian Wacker, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, referierte über das Thema „Schütze dich vor dem plötzlichen Herztod“. Betroffen seien überwiegend ältere Männer jenseits der 70, wobei rund 50 Prozent der Herzinfarkte als Folge einer bisher unbekannten Herzerkrankung auftreten. Der plötzliche Herztod durch Kammerflimmern sei am häufigsten. „Aber der Herzinfarkt kann überlebt werden“, meinte er.


Haben Sie bitte keine Angst vor Entscheidungen. Die falscheste Entscheidung ist, nichts zu tun.

Dr. Christian Wacker

Wacker zählte auch eine Reihe von weiteren Ursachen auf, zu denen unter anderem eine genetische Veranlagung, ein angeborener Herzfehler, eine entzündliche Erkrankung des Herzmuskels, Drogen und Medikamente, in seltenen Fällen der Sport, eine Herzinsuffizienz oder eine Verengung der Herzkranzgefäße gehörten.

Risikofaktoren, die der Patient oder die Patientin selbst beeinflussen können, seien Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhter Blutdruck, Cholesterin, Rauchen oder Alkohol. Warnsignale seien vor allem Schmerzen im Brustbereich, die länger als fünf Minuten andauern.

Schmerzen könnten allerdings auch im Rücken, zwischen den Schulterblättern und im Oberbauch auftreten. „Wenn solche Beschwerden auftauchen, äußern Sie bitte deutlich ihre Befürchtung. Jede Minute zählt.“

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Wer vor allem die Herzdruckmassage können muss

Im Durchschnitt würden jährlich 60.000 Menschen nach plötzlichem Herzstillstand reanimiert, wobei immerhin bei 42,6 Prozent die Reanimation von Laien durchgeführt werde. Im bundesweiten Durchschnitt treffe ein von der Leitstelle alarmierter Rettungswagen nach etwa sieben Minuten bei den Patientinnen und Patienten ein. „Jeder, besonders Angehörige von Herzpatienten, sollten die Wiederbelebung mit Herzdruckmassage beherrschen.“ Leider würden im Notfall immer noch zu wenig Menschen helfend eingreifen. „Haben Sie bitte keine Angst vor Entscheidungen. Die falscheste Entscheidung ist, nichts zu tun“, so Wacker.

Gerald Wüchner, der Küchendirektor des ANregiomed-Klinikverbundes, bezeichnete in seinem Vortrag die mediterrane Küche als Genuss und Chance für das Herz. Als erste Klinik in Deutschland habe diese das Rothenburger Krankenhaus vor 23 Jahren eingeführt. Eine Studie mit 600 Personen habe belegt, dass so vier Jahre nach einem Herzinfarkt das Risiko für einen zweiten um 50 Prozent habe gesenkt werden können.

Die mediterrane Küche erinnere an die Ernährungsgewohnheiten der Menschen im Mittelmeerraum vor 50 Jahren: Weitgehender Verzicht auf rotes Fleisch und Eier, dafür viel Gemüse, frische Kräuter, Obst, Fisch und Geflügel. Auch wenn Manches neu und ungewohnt sei, gelte für ihn der Grundsatz „Genuss muss bleiben.“ Er meinte: „Das ist übrigens der Grund, warum so viele Diäten nicht funktionieren.“


Genuss muss bleiben.

Gerald Wüchner

Er bedauerte sehr, dass in den Medien mediterrane Ernährung und traditionelle Küche oft gegeneinander ausgespielt würden. Bis heute hätten gut 5000 Menschen an seinen Kochkursen teilgenommen. Die Motivation für einen Wechsel zur gesunden Ernährung hinge seiner Meinung nach von den drei „H“s ab: Herz, Hirn und Hand. Die Bedeutung: „Herz – mit dem Verstand dabei sein. Hirn – verstehen, was man tut. Hand – persönlich etwas für die eigene Gesundheit beitragen.“ Wüchner: „Dann funktioniert das auch mit der mediterranen Ernährung.“


Von Karl-Heinz Gisbertz
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