Vier neue Windräder sollen zwischen Welbhausen und Custenlohr am Wald Richtung Autobahnausfahrt Langensteinach entstehen. Das ist zumindest der Wunsch und Antrag eines Uffenheimer Projektierers. In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend gab es Lob für das Projekt, aber auch Gegenwind blieb nicht aus.
Namen wurden zwar nicht genannt, aber hinter dem Projekt stehen Eric und dessen Vater Herbert Vorlaufer. Sie hatten ihre Pläne 2022 bereits im Stadtrat und in einer Infoveranstaltung vorgestellt. Seinerzeit gab es eine Einigung: Die Stadt hatte einen Antrag an den Regionalen Planungsverband gestellt, dieses Areal doch bitte als „Windvorrangfläche“ auszuweisen. In die neue Windkulisse wurde es aber letztlich nicht als solche aufgenommen, wegen „militärischer Belange“, so Bürgermeister Wolfgang Lampe.
Die vier Windräder sind damit aber nicht gestorben, jedoch wird der Aufwand deutlich höher. Entsprechend stand in der Ratssitzung der „Antrag auf Einleitung einer Bauleitplanung“ auf der Agenda. Bedeutet: Ein Bebauungsplan soll aufgestellt und im Parallelverfahren der Flächennutzungsplan geändert werden. Hinzu kommt der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags.
Der Anspruch der Vorlaufers ist laut dem Antrag, „die erneuerbaren Energien in der Region mit Hilfe von Bürgerwindrädern weiter auszubauen, bei denen sich die Bewohner der umliegenden Ortschaften beteiligen können“. Weiterer möglicher Pluspunkt: Mit den vier weiteren Windrädern könnte für eine mögliche Wasserstoffanlage mehr regenerative Energie zur Verfügung stehen.
Die Stadt hat den Geltungsbereich des Bebauungsplans ein bisschen angepasst, informierte Lampe die Räte. Den Hintergrund lieferte die Verwaltung gleich mit: Die Abstände zu den ersten Häusern von Welbhausen und Custenlohr müssen vom „Mastfußende“ der Windkraftanlagen 1000 Meter betragen.
Die Hospitalstiftung – in Hand der Stadt – habe in diesem Areal auch ein Grundstück. Entsprechend hatte Lampe einen Wunsch: Auch die Stadt sollte vom Projekt finanziell profitieren. Die Kosten für das Verfahren muss der Projektentwickler tragen. Und, so Lampe: „Mit dem städtebaulichen Vertrag behält die Stadt Gestaltungsmöglichkeiten.“
Thomas Gröschel befürwortete das Vorhaben, „weil ich es für gut halte“. Jedoch bat er darum, keine Windräder in den Wald zu bauen. Da dort ohnehin mehrere Schutzgebiete liegen, wie VG-Geschäftsstellenleiterin Ivonne Geißdörfer erklärte, ist das aber auch gar nicht möglich.
Für Diskussionen sorgte allerdings die geplante Höhe. Zwei Räder sollen demnach eine Nabenhöhe von zirka 130 Metern haben, zwei sogar 150 Meter. Diana Alt befand: „Wenn es so große Windkraftanlagen werden, dann ist der Abstand ein Witz.“ Andreas Schober erinnerte zudem daran, dass der Einspeisepunkt ungünstig sei, weil der Strom von Photovoltaik-Anlagen Vorrang habe. Lampe entgegnete hierzu: „Das ist kein Kriterium für heute.“ Letztlich müsse der Projektierer für sich entscheiden, ob er auch gleich eine Trafo-Station mit baut.
Philipp Specht betonte: „Wir brauchen künftig mehr Strom.“ Deshalb sei es lobenswert, wenn die Erzeugung lokal vor Ort passiert – und „noch besser“ sei es natürlich, wenn auch die Stadt mitverdient. „Ich hoffe, dass nicht wieder Militärisches entgegen steht.“ Vize-Bürgermeister Hermann Schuch sah es ähnlich: „Mit dem Regionalplan hat es wegen der Höhenbegrenzung leider nicht geklappt. Wenn in Uffenheim noch weitere Windkraftanlagen entstehen sollen, dann haben wir jetzt die Chance dazu.“ Bei den Bürger-Infoveranstaltungen 2022 habe es seitens der Anwohner keine Proteste gegeben – und auch jetzt hätten die Ortsbeiräte (Welbhausen und Custenlohr) die Planungen zur Kenntnis genommen und keine Einwände, so Lampe.
Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Bürgerwindpark Custenlohr/Welbhausen“ und die parallele Flächennutzungsplanänderung wurde gegen drei Stimmen beschlossen. Uwe Strebel durfte wegen Befangenheit nicht mitstimmen. Auch ein städtebaulicher Vertrag soll abgeschlossen werden.