Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.10.2026 15:06, aktualisiert am 09.10.2026 00:38

Zwei Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen

Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht. (Foto: Tizian Gerbing/dpa)
Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht. (Foto: Tizian Gerbing/dpa)
Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht. (Foto: Tizian Gerbing/dpa)

Bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz sind eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt erschossen worden. Das teilte die Polizei mit. Der bewaffnete Tatverdächtige hielt sich in der Nacht immer noch in einem Wohnhaus in Berngau (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) verschanzt. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann am Donnerstagnachmittag bei einer routinemäßigen Überprüfung auf die beiden Beschäftigen geschossen haben.

Danach hatte die Polizei zunächst mitgeteilt, dass ein Mitarbeiter tödlich und eine weitere Person schwer verletzt worden sei. Am späten Abend bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz dann, dass auch die zunächst als schwer verletzt geltende Kollegin ums Leben gekommen sei. 

„Wir gehen davon aus, dass sie schon im Zuge der Schüsse unmittelbar gestorben ist“, sagte der Sprecher. Dafür spreche die Auffindesituation der Leiche. Sie wurde inzwischen aus dem Wohnhaus geborgen, in dem sich Tatverdächtige noch befand. Weitere Details zur Identität der Opfer nannte die Polizei vorerst nicht. 

Polizei will friedliche Lösung

Die Beamten rechneten nicht damit, dass der mutmaßliche Täter weitere Menschen getötet oder verletzt habe oder aktuell bedrohe. „Da ist keine weitere Person im unmittelbaren Umfeld von ihm, die gefährdet ist“, sagte der Sprecher. „Wir haben Kontakt zu ihm, der Kontakt findet in beide Richtungen statt.“ 

Der Sprecher erläuterte: „Wir versuchen immer die friedliche Lösung herbeizuführen, das findet grundsätzlich mit Kommunikation statt. Die Alternative ist auch allen klar. Aber Ziel ist durchaus, dass man eine gewaltfreie Lösung schafft.“

Reine Routinekontrolle endet in Großeinsatz

Gegen 14.00 Uhr waren wegen der Schussgeräusche mehrere Notrufe bei Polizei und Rettungskräften eingegangen. Es begann ein Großeinsatz, der sich bis in die Nacht hinein zog. Denn nach den Schüssen verschanzte sich der mutmaßliche Schütze in dem Wohnhaus. 

Die Polizei umstellte das Gebäude. Ein Spezialeinsatzkommando fuhr unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug nach Berngau, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Menschen im Ort sollten derweil ihre Häuser nicht verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verdächtigen meiden. 

Nach Angaben der Polizei hatte es sich um eine reine Routinekontrolle des Waffenbesitzers gehandelt. Dabei werde unter anderem überprüft, ob die Waffen vorschriftsmäßig gelagert seien. Sie sollten dem Mann nicht weggenommen werden oder Ähnliches. Entsprechend blieb zunächst völlig unklar, warum der mutmaßliche Täter das Feuer auf die Behördenmitarbeiter eröffnete.

© dpa-infocom, dpa:261008-930-809866/12


Von dpa
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