Zur Kerwa in Burgbernheim: Baumpflanzen statt Bürgerschützenumzug | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 23.09.2025 07:00

Zur Kerwa in Burgbernheim: Baumpflanzen statt Bürgerschützenumzug

Im strömenden Regen pflanzten die Burgbernheimer Stadträtinnen und Stadträte einen Baum. Sie erfüllten damit ihren Job bei der Baumpflanz-Challenge. (Foto: Katrin Merklein)
Im strömenden Regen pflanzten die Burgbernheimer Stadträtinnen und Stadträte einen Baum. Sie erfüllten damit ihren Job bei der Baumpflanz-Challenge. (Foto: Katrin Merklein)
Im strömenden Regen pflanzten die Burgbernheimer Stadträtinnen und Stadträte einen Baum. Sie erfüllten damit ihren Job bei der Baumpflanz-Challenge. (Foto: Katrin Merklein)

Bussi-Influencer, ein Baum, aber kein Bürgerschützenumzug: Den Burgbernheimern und ihren Gästen war es am Kerwamontag dann doch zu nass, um durch die Straßen zu ziehen und den Bürgern zuzuwinken. Der Frühschoppen im Gasthaus zum Hirschen wurde dafür ausgedehnt, bevor Stadträtinnen und Stadträte eine Challenge erfüllten.

Bürgermeister Matthias Schwarz (Freie Bürger) ließ die geladenen Gäste gleich zu Beginn abstimmen. Er allein wolle die Entscheidung nicht fällen, den traditionellen Bürgerschützenumzug abzublasen. Das könne er nicht, denn dass sich eine „Monarchie” in Berna einstellt, hatte Werner Stieglitz (CSU) mit seinem Erscheinen als einziger der eingeladenen Landtags-Abgeordneten verhindert. „Ich hätte mich gern zum König von Berna krönen lassen”, scherzte Schwarz in seinem Grußwort, in dem er wie gewohnt nette Sticheleien verteilte und die Gäste einzeln begrüßte.

Die beiden „Kerwa-Influencer”, die Zieler Yannick Oeser und Patrick Schöll, die „Bussis statt Likes” sammeln, mussten sich nach dieser Abstimmung spontan eine Alternative suchen, ihre Küsse an die weiblichen Gäste zu bringen. Einen „stationären Bussi-Stand” schlug Schwarz ihnen vor, denn normalerweise verteilen diese während des Bürgerschützenumzugs mit Lippenstift-Lippen Küsse an die Zuschauerinnen am Straßenrand.

Nachhilfe für Bad Windsheim zur Landesgartenschau

Nicht begrüßen konnte Schwarz zudem Bad Windsheims Bürgermeister Jürgen Heckel, ein paar Worte gab es trotzdem – ein Geschenk und eine Nominierung. Und die Hoffnung, dass Heckel sich dann eben nächstes Jahr blicken lässt. „Wenn er noch da ist”, merkte ein Besucher mit Verweis auf die Kommunalwahl im März 2026 an. Lachen im Saal. Einen Gutschein hatte Schwarz für Heckel ausgedruckt, über drei Streuobstbäume, dass man in der Nachbarstadt bezüglich der Landesgartenschau „endlich einmal etwas sieht. Wir zeigen, wie's geht und machen den ersten Schritt”, betonte Schwarz.

In diesem Zuge kündigte er an, dass der Stadtrat Bad Windsheim in den nächsten sieben Tagen schon mal üben könne, mit einem Spaten umzugehen und nominierte diesen im Namen des Burgbernheimer Stadtrats offiziell für die „Baumpflanz-Challenge”, die derzeit auf facebook kursiert. Die Burgbernheimer Räte und Rätinnen waren zuvor von der Freiwilligen Feuerwehr Burgbernheim nominiert worden und pflanzten im strömenden Regen im Anschluss an den Frühschoppen eine Kastanie an der „Unteren Rathausgasse”.

Europameisterin Alissa Ott im Ehrenbuch der Stadt

Sein Jackett tauschte Schwarz dafür gegen einen Regenkittel, die Lederschuhe gegen Gummistiefel. Ebenfalls nominiert wurden der Seniorenbeirat Burgbernheim und das Kollegium der Grund- und Mittelschule Burgbernheim-Marktbergel. Aus Bad Windsheim rechnet Schwarz mit einem „ordentlichen Vesper”, das ist der Einsatz, den die Nominierten zahlen müssen, sollten sie nicht binnen sieben Tagen einen Baum pflanzen. Schwarz freute sich, dass heuer an 15 Veranstaltungsorten zur Kirchweih etwas geboten wurde. Er dankte allen, die zum Gelingen der Kerwa bei bestem Wetter beigetragen hatten.

Das Ehrenbuch der Stadt hatte er ebenfalls beim Frühschoppen dabei, in dieses durfte sich die Burgbernheimer Schützin Alissa Ott eintragen, die sich mit der Nationalmannschaft heuer den Titel bei der Europameisterschaft in Kroatien mit dem Luftgewehr gesichert hatte. Eine Definition der Kerwa für Nicht-Franken hatte Schwarz ebenfalls parat: „Kerwa ist wie Weihnachten, nur ohne Geschenke – dafür mit Bier und Broodwerschd.” Diese fränkischen Schmankerl ließen sich die Gäste im Anschluss an die Begrüßung unter anderem schmecken.


Katrin Merklein
Katrin Merklein
Redakteurin
north