Ist die Dreifachturnhalle in Dinkelsbühl sanierungsbedürftig? Diese Frage sollte die Stadtverwaltung in der Stadtratssitzung am Montagabend beantworten. Die Sitzung, bei der ausschließlich Anfragen auf der Tagesordnung standen, hatten die Fraktionen DGG, Freie Wähler, Grüne, SPD und Wählergruppe Land beantragt.
In dem Antrag wird ein Sachstandsbericht der Verwaltung zum baulichen Gesamtzustand der Dreifachturnhalle einschließlich der Ergebnisse der jüngsten statischen Untersuchung, des Sanierungsbedarfs am Dach, Boden und den Gebäudeinstallationen sowie eine Einordnung der früher oder später erforderlichen Maßnahmen verlangt. Um diese Fragen zu beantworten, sollte die Verwaltung Gutachten, Prüfberichte, Kostenschätzungen und weitere Unterlagen bereitstellen.
Isabell Oertel, die Leiterin des Bauamts, listete chronologisch auf, was seit 2017 unternommen wurde, als erste Überlegungen zu einer Sanierung oder einem Neubau der Sporthalle aufkamen. Seither wurde die Dachkonstruktion mehrfach geprüft, unter anderem von der Technischen Universität München und der Landesgewerbeanstalt Nürnberg (LGA), die das 1974 gebaute Bauwerk auf Herz und Nieren geprüft haben.
Oertel erläuterte dem Stadtrat, dass die LGA zu dem Ergebnis gekommen sei, dass die Nutzungsdauer der Dreifachturnhalle über das Jahr 2036 möglich sei. Das Dachtragwerk sei in einem guten Zustand, so Oertel. Auch andere Bauteile seien geprüft worden. So sei die Heizung modern, nicht aber die Leitungen. Und auch die sanitären Bereiche seien aufgrund ihres Alters in einem entsprechenden Zustand. Was gerichtet werden müsse, werde erledigt, merkte sie an. Eine entsprechende Kostenschätzung werde dem Gremium vorgelegt.
Wilfried Brosig, Bauamtsmitarbeiter, versicherte dem Stadtrat: „Wir waren immer am Ball.” Er gab aber auch zu bedenken, dass „zwischen 2020 und 2023 die Zeit stehen geblieben ist”. Dazu komme der Brand, der den Bauhof schwer getroffen habe. Dennoch: „Wir waren immer bestrebt, die Halle in gutem Zustand zu halten”, meinte Brosig.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer vertrat die Meinung, dass es „schade” wäre, „die Halle platt zu machen”. Über den Sachstand habe er im Dezember auch den Bauausschuss informiert, der das weitere Vorgehen abgesegnet habe.
Stadtrat Paul Beitzer (SPD) hakte nach, wie lange die Dreifachturnhalle voraussichtlich noch nutzbar sein könnte. Richtige Erfahrungswerte gebe es da nicht, antwortete Brosig, aber von 60 Jahren sei auszugehen. Beitzers Fraktionskollegin Ulrike Fees regte an, die Fugen des Gebäudes auf Schadstoffe zu überprüfen.
Für Florian Zech (DGG) lautete die Kernfrage: „Wo wollen wir mit den Hallen in Dinkelsbühl hin?” Zech, der im Vorstand des TSV Dinkelsbühl ist, wies darauf hin, dass derzeit manche Sportarten in Dinkelsbühl nicht mehr angeboten werden könnten. Und er wollte wissen: „Welche Kosten sind für die Voruntersuchungen angefallen?”
Die bisherigen Planungen und Untersuchungen wären für eine Entscheidung zur Zukunft der Halle ohnehin notwendig gewesen, beantwortete OB Hammer diese Frage.